Part 4

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Vier Wochen auf See. Einen vollen Monat sind wir nun unterwegs und zwei weitere Wochen stehen noch an. Zeit funktioniert hier anders: die Tage verfliegen und sind doch lang, Wochentage haben auf See wenig Bedeutung – die wöchentliche Routine im Speiseplan gibt am ehesten Hinweis darauf, ob Montag, Donnerstag oder Sonntag ist.

Acoustic surveying – “Painting rainbows on the seafloor”

Das antwortet die Stieftochter unserer Geologin Karen, wenn sie gefragt wird, was ihre Stiefmutter beruflich macht. Und wenn man sich die Ergebnisse der bathymetrischen Kartierungen ansieht, sieht man, dass es nicht ganz so weit weg von der Wahrheit ist. Im Hydroakustiklabor herrscht Hochbetrieb, wenn es auf dem restlichen Schiff etwas ruhiger zugeht – meist während des Transits von einer Station zur nächsten. Während SO294 werden unterschiedliche Techniken genutzt, um der Topographie des Meeresbodens auf den Zahn zu fühlen. Hierbei suchen Karen und Ihre Kolleg:Innen hauptsächlich nach Hinweisen auf unterseeische Hangrutschungen – die wiederum auf vergangene Erdbeben schließen lassen könnten. Bei diesen meditativen Monitoring-Prozessen hört Karen übrigens gern klassische Musik, oder auch mal einen „True crime“-Hörbuch.

Geologin Karen Douglas bei der Arbeit im Hydroakustiklabor. (credits: Sarah-Marie Kröger).

Auch bei bathymetrischen Messungen wird sich die Schallausbreitung im Wasser zunutze gemacht. Echolotsysteme des FS SONNE senden fächerartige oder einfache Schallsignale aus, und die Laufzeit der Schallwellen zum Grund hin wird gemessen. Weiterhin misst man den Reflektionswinkel , sowie die Intensität der zurückkehrenden Schallwellen. Mithilfe der GPS-Koordinaten des Schiffs, kann eine tiefenschattierte Karte des Meeresbodens erstellt werden. Die Kartierung ist aber mit dem Meeresboden noch nicht abgeschlossen – eine untergrundige Kartierung kann mit Sedimentecholot ebenfalls vorgenommen werden.

Da auch hier mit Schallwellen gearbeitet wird, gilt: Shutdown, sobald sich Meeressäuger dem Schiff nähern.



Obere Bilder: Bathymetrische Karten der Meeresboden-Topographie, welche Daten zeigt, die während SO294 gesammelt wurden. Photo credits: Karen Douglas. Die Basiskarte enthält Daten von Kung 2021 und Ryan et al. 2009 (GMRT).
unteres Bild: 3D-Modell einer unterseeischen Hangrutuschung im Forschungsgebiet von SO294. Photo credits: Karen Douglas.

Ship2Shore event

Manchmal hat man auch nach eingespielter Routine die Gelegenheit an Bord etwas völlig Neues zu erleben. Eine dieser Gelegenheiten war eine Frage- und Antwort Sitzung via Zoom mit verschiedenen lokalen Schulklassen auf Vancouver Island, organisiert von unseren Parter:Innen von Ocean Networks Canada. Die Schüler:Innen hatten hier die Möglichkeit, einem bunt gemischten Team an Bord des FS SONNE unterschiedlichste Fragen zu stellen. Da die Klassen noch untere Jahrgänge waren, standen vor allem Fragen zu Walen und Mondfischen im Vordergrund. Aber auch Marcel der Nautiker wurde zu unterschiedlichen Eigenschaften des Schiffes befragt. Und weil’s so schön war: ein zweites Event wird es am 20.10.22 geben!

We are all just visitors here

Während der Forschung auf See gibt es stets Ereignisse, auf die wir keinen Einfluss nehmen können. Dazu gehören beispielsweise Begegnungen mit Meeressäugern, die sorgfältig geplante Geräteeinsätze über Stunden stilllegen. Aber auch Wind – und Wetterbedingungen, die eine verlässliche Begleiterin mitbringen: Seekrankheit.

Für den einen mehr, für den anderen weniger, gehört die lästige Seekrankheit als Kollegin bei schlechtem Wetter zum Tagesgeschäft dazu. Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und weitere Symptome können den Arbeitsalltag immens erschweren. Wind und Wellen können außerdem das Aussetzen und Einholen einiger Geräte erschweren. Glücklicherweise sind erfahrene Wissenschaftler:Innen und Crew darauf vorbereitet und wissen, wie sich Stationspläne am besten den neuen Bedingungen anpassen lassen. Gerade an diesen stürmischen Tagen, an denen der Seegang deutlich zu spüren ist, die Gläser in den Schränken klirren, Stifte rollen und alles doppelt und dreifach gesichert werden muss, lässt sich immer wieder feststellen, dass wir hier auf den Ozeanen nur zu Besuch sind.


Four weeks at sea. We are now a full month underway and two more weeks to go. Time works differently here: the days fly by and yet are long, weekdays have little meaning at sea – the weekly routine in the menu is the best indication of whether it is Monday, Thursday or Sunday.

Acoustic surveying – “Painting rainbows on the seafloor”

That’s the answer our geologist Karen’s daughter gives when asked what her mother does for a living. And when you look at the results of the bathymetric mapping, you see that it’s not all that far from the truth. The hydroacoustics lab is bustling when the rest of the ship is a little quieter – usually during transit from one station to the next. During SO294, a variety of techniques are used to probe the topography of the seafloor. Karen and her colleagues are mainly looking for evidence of submarine landslides – which in turn could indicate past earthquakes. During these meditative monitoring processes, Karen likes to listen to classical music, or sometimes to a “true crime” audiobook.

Bathymetric measurements also make use of sound propagation in the water. Echo sounding systems of the RV SONNE emit fan-like or single-ping sound signals, and the travel time of the sound waves to the bottom als well as intensity and angle of reflection is measured. Using the GPS coordinates of the ship for position, a depth-shaded map of the seafloor can be created from this data.  Since we use underwater sound here, the following applies: Shutdown as soon as marine mammals approach the ship.

Ship2Shore event

Sometimes, even after a well-rehearsed routine, you have the opportunity to experience something completely new on board. One of these opportunities was a Q&A session via Zoom with various local school classes on Vancouver Island, organized by our partners from Ocean Networks Canada. The students had the opportunity to ask a variety of questions to a diverse team on board the FS SONNE. Since the classes were still in elementary, questions about whales and sunfish were quite present. But also Marcel the navigator was asked about different characteristics of the ship. As it was such a nice idea, we plan a second event on 20.10.22!

We are all just visitors here

During the work at sea there are always events that we cannot influence. These include, for example, encounters with marine mammals that shut down carefully planned deployments for hours. But also wind and weather conditions which will eventually bring a reliable companion: Seasickness.

One more of the other less, seasickness is a reliable colleague in bad weather. Fatigue, poor concentration and other symptoms can make everyday work immensely difficult. Wind and waves can also hamper the deployment and recovery of some gear. Fortunately, experienced scientists and crew are prepared for this and know how best to adapt station plans to the new conditions.

Especially on those days, when the swell is clearly felt, glasses clink in the cupboards, pens roll and everything has to be double and triple secured, it becomes evident that we are only tolerated visitors out here on the ocean.

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