Autorin: Hannah Haisch
Die meisten Menschen assoziieren Arktis und Antarktis wohl mit ewigem Eis, extremen Kältetemperaturen und allgemein lebensfeindlichen Bedingungen. Warum also der US- amerikanische Präsident Donald Trump Anfang 2026 versucht, sich ausgerechnet Grönland unter den Nagel zu reißen mag einigen auf den ersten Blick schleierhaft erscheinen. Doch nach etwas Recherche wird einem so einiges klarer. Grönland ist reich an vielen Bodenschätze, darunter seltene Erden, Gold, Uran und potenzielle Öl- und Gasvorkommen. Momentan sind diese noch unter hunderten, wenn nicht sogar tausenden Metern Eis begraben. Doch in Betracht des immer weiter fortschreitenden Klimawandels sollte dies bald kein Hindernis mehr darstellen. Die Auswirkungen der globalen Erderwärmung zeigen sich in der Arktis nämlich doppelt so stark wie woanders auf der Welt.
Auch die Diskussionen um die Nordwestpassage, der Nordostpassage und der Zugehörigkeit des kanadischen Arktischen Archipels wurden in der Ringvorlesung “Governance des Ozeans” behandelt. Die Zugehörigkeit ist insofern von Relevanz, als dass sie die rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Schifffahrt und dem Naturschutz festlegt. Als Biologiestudentin interessiere ich mich natürlich insbesondere für die Naturschutzmaßnahmen, die in Arktis und Antarktis gelten. Es handelt sich bei beiden Kontinenten um Ökosysteme, die eine einzigartige biologische Vielfalt aufgrund der einmaligen Umweltbedingungen aufweist. Demnach sind sie besonders schützenswert, insbesondere wenn große Ölkonzerne und größenwahnsinnige Präsidenten Profit riechen.
Das CAMLR Abkommen, welches sich den Schutz der Umwelt & der Tiere und Pflanzen, insbesondere das Verhindern der Überfischung der Fischbestände der Antarktis, als Ziel gesetzt hat, ist meiner Meinung nach ein guter Anfang. Auch der Antarktisvertrag, der das Nutzen der Antarktis für militärische Zwecke strikt untersagt und sie vielmehr “dem Frieden und der Wissenschaft” widmet ist in der Theorie ein guter Ansatz. Da die Antarktis allerdings aus offensichtlichen Gründen nur schwer zugänglich ist, ist es schwierig zu kontrollieren, ob diese Maßnahmen wirklich eingehalten werden. Insbesondere China hat in den letzten Jahren die juristischen Grenzen stark ausgeweitet und sein Militär angeblich für “wissenschaftliche Zwecke” vermehrt in der Antarktis eingesetzt.
Meiner Meinung fasst dies die gesamte Problematik um den Naturschutz der Arktis und Antarktis, wenn nicht sogar des gesamten Meeresschutzes, zusammen. Theoretisch gibt es Richtlinien, an die sich die Länder zu halten haben, aber wirklich kontrolliert wird dies nicht und selbst wenn es offensichtlich ist, dass sich nicht an die Gesetze gehalten wird, maßgebliche Konsequenzen lassen auf sich warten. Niemand fühlt sich wirklich verantwortlich für den Schutz der Meere und ihrer Bewohner.
Besonders interessant finde ich die Entwicklung der Meeresschutzgesetze im Laufe der Zeit. Es hat mich überrascht, dass sich doch schon so früh mit dem Thema Artenschutz, insbesondere an schwer zugänglichen Orten wie der Antarktis, befasst wurde. Andererseits ist es umso frustrierender, dass wir trotz der frühen Erkennung der Probleme Klimawandel und Artensterben nur unzureichende Maßnahmen ergriffen haben und auf dem besten Weg in das nächste Massenaussterben sind. Ich denke diese Thematik wird leider auch die zukünftigen Generationen noch beschäftigen und hoffe sehr, dass die Zusammenarbeit zwischen Umweltschützer_innen, Wissenschaftler_innen, Jurist_innen und der Politik in Zukunft enger wird und das Verantwortungsgefühl für die Intaktheit unsere Ozeane und das Wohlbefinden ihrer Bewohner steigt.
Eines ist nämlich klar, so wie momentan mit der Thematik umgegangen wird, geht es nicht weiter.