Autorin: Amelie Hellmich
In der Automobilindustrie geht es mittlerweile immer weiter voran mit der Nutzung von erneuerbaren Energien zur Versorgung von Transportmitteln, aber auch in der Schifffahrt wird darüber schon länger diskutiert. Die Schifffahrt bezieht einen sehr hohen Anteil in der CO2-Bilanz der Bevölkerung und es wäre weitaus wichtiger dort verstärkt nach vernünftigen Methoden zu suchen, um den Verbrauch von Kraftstoffen zu reduzieren oder zu erneuerbaren Energien umzulenken. Doch irgendwie geht es dort nur spärlich voran.
Grundsätzlich werden Containerschiffe mit fossilen Brennstoffen angetrieben, global gehen dabei etwa 1 Milliarde Tonnen CO2 aus der Schifffahrt pro Jahr in die Umwelt. Selbst ein einzelnes mittelgroßes Containerschiff verbraucht etwa 100-200 Tonnen Treibstoff und setzt somit 300-450 Tonnen CO2 frei. Damit einher gehen auch andere toxische Stoffe wie Schwefeloxide, welche für sauren Regen sorgen können, Ruß und mehr.
Daran will unter anderem die IMO etwas ändern, bis spätestens 2050 soll die Schifffahrt klimaneutral sein. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man bedenkt, dass so ein Schiff sehr langlebig ist und ein Umrüsten auf andere Treibstoffe sehr teuer sein würde. Auch in der EU-Regelung „Fit-for-55“ wird von einer 80% Senkung der Treibhausemissionen und von Emission-Control-Areas gesprochen. In diesen Gebieten, welche nur an einigen Küstenzonen vorherrschen, ist allerdings nur von einem Limit der Schwefeloxidemissionen die Rede, was die Problematik des CO2 Ausstoßes nicht senken würde.
Aber was für Lösungsansätze gibt es nun konkret für Schiffe? Ein langsameres Fahren der Schiffe würde schon einen erheblichen Beitrag leisten, um den Treibstoffverbrauch zu senken. Jedoch steht das im Konflikt zu den engen Zeitplänen, die eingehalten werden müssen. Flüssigerdgas wird aktuell schon bei manchen Schiffen eingesetzt, es ist zwar auch ein fossiler Brennstoff, aber mit einer etwas besseren CO2-Bilanz und weniger Schwefel. Das ist auf Dauer also definitiv auch keine Lösung. Besser könnte es bei sogenannten E-Fuels aussehen, diese sind synthetisch hergestellte Kraftstoffe durch erneuerbare Energien. Kleinere Schiffe, wie Fähren oder Schiffe mit kurzen Fahrwegen können zum Beispiel durch Strom betrieben werden oder zumindest mit Hybridtechnologie genutzt werden.
Für etwas weitere regionale Strecken ist Wasserstoff ein guter Lösungsansatz, aber auch nur wenn dieser nachhaltig produziert wurde und als grüner Wasserstoff eingestuft werden kann. Wasserstoff besitzt zwar sehr viel mehr Energie als normaler Treibstoff, benötigt dafür aber auch mehr Volumen im Tank, sodass am Ende mehr Platz des Schiffes für Treibstoff bereitstehen muss. Deshalb wird Wasserstoff oft in Ammoniak oder Methanol umgewandelt, um das Volumen zumindest etwas verringern zu können, dabei geht allerdings auch viel der Energie bei den Umwandlungsprozessen verloren. Hier muss also entschieden werden, ob mehr Platz für die Treibstofflagerung hergegeben werden kann oder öfter getankt werden muss. Dafür wäre es aber wichtig die Infrastruktur an Land weiter auszubauen.
Es gibt noch viele andere Varianten von Technologien, die diskutiert werden. So stehen zum Beispiel auch Flettner Rotoren, Sky-Sails oder Atomkraft mit im Raum, aber auch all diese Vorschläge sind nicht komplett ausgereift. Eine optimale Lösung gibt es zwar noch nicht, es sollte aber möglichst intensiv weiter daran geforscht werden, um die Treibhausgasemissionen zu bremsen.
Als Exportnation sind wir ein Land mit Wohlstand. Auch, wenn es Vieles gibt, worüber sich beschwert wird und Vieles nicht funktioniert, so geht es uns vergleichsweise doch ziemlich gut. Wir sind eine treibende Kraft für die Schifffahrt, also können wir auch dafür sorgen, dass die Schifffahrt reduziert wird. Wenn also jeder Einzelne auf seinen Kosum besser achten würde, schaut woher etwas kommt oder zwei Mal überlegt, wie sehr wirklich etwas bestellt werden muss, dann wäre damit schon viel geholfen.
Auch für die Meereswelt wäre das sehr gut, wenn weniger Schiffe fahren müssten. Schiffslärm ist für viele Meeressäuger ein Problem für deren Navigationssystem. Andere Probleme wie Tankreinigung, Verklappung und die Abfallwirtschaft könnten minimiert werden. Das überschüssige CO2, welches zum großen Teil im Meer gebunden wird, schädigt alle Meerestiere mit Kalkschale. Die Grenzen sind an vielen Punkten überschritten. Doch am Ende ist es wichtig, dass an allen Ecken etwas getan wird, denn weder die Schifffahrt allein, noch eine einzelne Person kann den Klimawandel aufhalten, aber vielleicht schaffen wir es, es zumindest besser zu machen als es jetzt ist.