Autor*in: Anonym
In der heutigen Zeit in der die Welt auf geopolitische Konflikte im Nahen Osten, in Osteuropa, oder auf die USA blickt, wird ein Thema weitestgehend vergessen: die zunehmenden Interaktionen der Staaten um das Eigentumsrecht der Arktis und Antarktis.
Die arktischen Gebiete nördlich von Kanada und Grönland sind vor allem aufgrund ihres zukünftigen Potenzials als Seeweg zwischen Atlantik und Pazifik strategisch wichtig und mehr und mehr umkämpft. Dort gibt es immer wieder Aufeinandertreffen von Nato-Schiffen und russischen Schiffen. Der von Kanada erhobene Anspruch auf dieses Gebiet wird von den USA und der Europäischen Gemeinschaft nicht anerkannt, geht doch ein solcher Anspruch mit der Verpflichtung einher, diese Gebiete zu schützen – besonders deren Umwelt. Im Zuge des Klimawandels und dem Abschmelzen der Pole, erachte ich es als besonders wichtig diese Konflikte beizulegen und klare Verantwortlichkeiten für den Schutz dieses bedeutenden und weitestgehend unberührten Gebietes festzulegen. Dies könnte über eine zu diesem Zweck gebildete Spezialvereinigung für den Schutz der Arktis gelingen.
Nicht nur neue Seepassagen, sondern natürlich auch Rohstoffe spielen eine Rolle, wenn es um die geopolitische Bedeutung der Arktis und dem arktischen Meeresboden geht. Denn wenn die Arktis schmilzt und die Rohstoffe zugänglich werden, möchte sich jedes Land „ein Stück vom Kuchen sichern“, je größer, desto besser. Die Definition welcher Teil des Bodens welchem Land zugehört ist mehr als kompliziert und erfordert umfassendes Verständnis auf dem Gebiet der Geologie.
Und dann wäre da natürlich noch Grönland… und Trump… Durch seine Position zwischen Russland und den USA ist Grönland von großer Bedeutung, wenn es um die Verteidigung der NATO Gebiete geht. Jedoch ist es den USA weder möglich das Land, das zum Dänischen Königreich gehört, sich jedoch selbst verwaltet, zu erobern, noch abzukaufen. Die einzige Möglichkeit wäre ein selbstbestimmter Beitritt von Grönland zu den USA, der aktuell jedoch mehr als unwahrscheinlich ist. Außerdem ist dieser Beitritt auch aktuell nicht nötig, da die USA das Recht besitzen, Militär auf Grönland zu stationieren und dies auch tun.
Genau wie in der Arktis gibt es auch auf die Antarktis zahlreiche Besitzansprüche wie zum Beispiel von Argentinien, Frankreich, China und Russland. Die zum Schutz der Antarktis erlassenen Gesetze lassen sehr wenige Eingriffe in diesem Gebiet zu, so ist es mehr oder weniger nur möglich dort für wissenschaftliche und friedliche Zwecke zu forschen – doch dieser Ausdruck ist dehnbar. So kann man auch aus „wissenschaftlichen“ Zwecken nach Fossilien forschen, die sich mittlerweile in wertvolles Öl umgewandelt haben, da ein direktes Forschen nach möglichen Ressourcen verboten ist. Der wichtigste Punkt ist der Schutz der dortigen Natur, festgehalten im Madrider Protokoll, und überwacht von der CCAMLR, „The Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources (CCAMLR), die 1982 zum Schutz des marinen Lebens der Antarktik gegründet wurde und deren Beschlüsse leider oft intern durch Länder wie China und Russland per Vetorecht blockiert werden.
Die Debatte um Arktis und Antarktis ist sehr komplex und hat viele Ebenen: politisch, historisch, wirtschaftlich, ökologisch. Oft wird das Thema außenvorgelassen, was im Angesicht des Klimawandels fatale Folgen haben könnte. Deshalb ist es wichtig, politische Konflikte und wirtschaftliche Interessen zurückzustellen, um multilaterale Lösungen für die wachsenden Herausforderungen in den Regionen zu finden. Die Polargebiete werden immer noch häufig unterschätzt, so sind sie doch sowohl in ihrer Ausdehnung, ihrer klimatischen und geologischen Beschaffenheit und in ihrer Biodiversität einzigartig. Das Bewusstsein für diese einzigartige Stellung in der Welt sollte ausschlaggebend für einen besonderen Schutz dieser Lebensräume sein.