Gemeinsame Verantwortung gegenüber unseren Meeren

Autor*in: Anonym

Wenn es darum geht, wem eigentlich das Meer gehört, denkt man eigentlich, dass wäre ziemlich klar geregelt. Man hat eventuell schonmal von der 12-Seemeilengrenze gehört oder der ausschließlichen Wirtschaftszone und meistens wirkt es so, als wäre das auf der ganzen Welt klar geregelt, welches Gebiet zu welchem Land gehört. Durch den Vortrag von Dr. Moritz von Rochow (Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht, Universität Kiel) wurden wir aber eines Besseren belehrt. Besonders in Gebieten, die in den nächsten Jahrzehnten zu wichtigen Schifffahrtsrouten werden könnten, wie die Nordwestpassage nördlich von Kanada oder die Nordostpassage nördlich von Russland, ist nicht eindeutig, ob es sich um internationale Gewässer handelt oder Staaten darauf Anspruch erheben können. Diese Passagen werden erst zukünftig dauerhaft von Eis frei werden und somit kürzer Handelsrouten darstellen, weshalb diese von größer werdendem Interesse sind. Ebenfalls umstritten sind die Ansprüche auf die Arktis und auf die fossilen Rohstoffe im arktischen Meeresboden.


Eine Diskussion bzw. Beitrag, im Anschluss an den Vortrag von Dr. von Rochow hat mich zum Nachdenken gebracht. Viele der Regeln für die Schifffahrtswege und die Nutzung des Meeresbodens basieren auf Internationalem Recht, auf das sich ein Großteil der Staaten geeinigt hat. Es ist aber eben nur ein Großteil der Staaten und nicht alle. Außerdem kann man momentan bei den aktuellen politischen Konflikten beobachten, dass einige Staaten sich internationalem Recht bewusst entziehen oder sogar brechen, unabhängig von den Sanktionen anderer Staaten ihnen gengenüber. Für mich wirkt diese Tatsache so, als würde der internationalen Mehrheit der Hebel fehlen, sollte ein Land eben diese Rechte verletzen, dieses unter Druck zu setzen, damit es sich wieder an das Recht hält. Doch wo führt das in Zukunft hin, wenn sich nicht geeinigt wird, wem was gehört? Sollte nicht lieber die Frage sein, wie wir zusammen friedlich auf der Erde leben und nicht, wie wir sie noch weiter unter uns aufteilen? Immerhin ist die gesamte Menschheit abhängig von den Ozeanen unserer Welt und für mich scheint es paradox, dass sich Staaten um den Meeresboden streiten, der momentan durch eine dicke Eisschicht an der Wasseroberfläche geschützt ist. Immerhin sorgt die Nutzung von fossilen Energieträgern unteranderem dazu, dass unsere Polkappen schmelzen, nur damit wieder Flächen frei werden, um neue fossile Energieträger an die Oberfläche zu bringen. Es scheint eine Abwärtsspirale ohne Ausweg zu sein, vor der viele Staatsoberhäupter die Augen verschließen und lieber neue Konflikte befeuern.


Zu der Thematik finde ich die Sicht von Astronauten immer sehr spannend, wenn sie von ihren Raumflügen zurückkehren und erzählen, was sie aus dem Weltall gesehen haben. Aus der Perspektive im Weltraum sind keine Grenzen zu erkennen, egal ob auf den Meeren, dem Land oder auch dem Eis. Irgendwie sitzen wir alle zusammen hier auf unserem kleinen Raumschiff der Erde und allen sollte eigentlich etwas daran liegen, dieses zu erhalten. Unsere Ressourcen sind endlich und sich darum zu streiten oder zu bekriegen, löst das Problem meiner Meinung nach langfristig auch nicht.

Ein Lichtblick fand ich bei dem Vortrag von Dr. von Rochow jedoch, dass die Antarktis als gesamter Kontinent durch den Antarktisvertrag einzig der Forschung dienen soll und weitestgehend unberührt bleiben soll. Auch wenn dieser Vertrag Schlupflöcher hat und die Einhaltung schwer zu überprüfen ist, macht es Hoffnung, dass wenigstens dieses Ökosystem noch etwas verschont bleibt.

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