Kiel im Ausnahmezustand

Foto: Jan Steffen/GEOMAR Foto: Jan Steffen/GEOMAR

An den vergangenen zwei Tagen wurden in Kiel die alljährlichen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit ausgerichtet. Quasi die Kieler Woche in etwas kleiner, dachten alle. Doch da wurden alle eines Besseren belehrt. Eine Bundesländermeile, drei Bühnen und unzählige Aussteller reihten sich durch die Kieler Innenstadt und bereiteten sich auf viele Menschen vor.

Der Aufbau und die Vorbereitungen begannen, wie wahrscheinlich die meisten Kielerinnen und Kieler mitbekommen haben, um einiges früher. Und so wurden bereits am Wochenende die ersten Buden und Stände aufgestellt. Auch das Ausstellungszelt vom GEOMAR wurde bereits einige Tage zuvor aufgebaut und mit unseren bunt durchmischten Ausstellungsstücken bestückt.

Unser Ausstellungszelt Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Unser Ausstellungszelt Foto: Nikolas Linke/GEOMAR

So konnte das Zelt am 2. Oktober pünktlich um 11 Uhr seine Türen für Besucherinnen und Besucher öffnen. Das gute Wetter an Tag eins brachte bereits einige Interessierte in unsere Ausstellung. Zusammen mit dem Helmholz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung und dem Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Themen von der Küste bis in die Tiefsee vorbereitet. Auch Schülerinnen und Schüler des Schulprogramms „FreitagsForscher“ waren wieder dabei und erklärten unterschiedlichste Experimente.

Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
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Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
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Am Abend des 2. Oktobers kam dann zum Standort am Ostufer noch eine ganz besondere Besuchergruppe. Die Bürgerdelegation, bestehend aus 200 Ehrenamtlichen aus allen 16 Bundesländern, kam von Bord der SCHLESWIG-HOLSTEIN und besichtigten unser TLZ. An unterschiedlichen Stationen erklärten ihnen Forscherinnen und Forscher unseren Tauchroboter ROV KIEL 6000, JAGO, Sedimentproben und weitere spannende Forschungsthemen des GEOMAR. Anschließend ging der Abend bei bunter Beleuchtung, schöner Musik, Kieler Sprotten und Fackelträgern zu ende.

Die Bürgerdelegation verlässt die SCHLESWIG-HOLSTEIN. Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Die Bürgerdelegation verlässt die SCHLESWIG-HOLSTEIN. Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Unsere Besucherinnen und Besucher im TLZ. Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Unsere Besucherinnen und Besucher im TLZ. Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Die Lothothek leuchtet in bunten Farben. Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Die Lothothek leuchtet in bunten Farben. Foto: Nikolas Linke/GEOMAR

Am 3. Oktober, dem zweiten Tag der Feierlichkeiten, befand Kiel sich dann im Ausnahmezustand. Die Innenstadt und Kiellinie war voller gut gelaunter Menschen mit bunten Regenjacken und Regenschirmen, die aber zum Glück den ganzen Tag über nur modische Accessoires blieben. An diesem Tag öffnete um 11 Uhr nicht nur unser Ausstellungszelt, sondern gleichzeitig wurde auch die Gangway der FS ALKOR für alle Gäste des Festes zum Open Ship geöffnet. Gegen 13.30 Uhr hatten wir bereits 1500 Besucher an Bord in unserem Nass- und Trockenlabor. Um auf die Brücke zu gelangen musste Schlange gestanden und um überhaupt auf die ALKOR heraufzukommen etwas Wartezeit mitgebracht werden. Aufgeregte Kinder mit ihren Eltern, aber auch Ehepaare, Gruppen aus Freunden oder Besucherinnen und Besucher, die allein gekommen waren – alles war vertreten. Die Studenten und Studentinnen kamen aus dem Fragenbeantworten gar nicht mehr heraus und auch eine große Traube von Neugierigen stand um das Team von „Munition im Meer“. Zwischenzeitig kamen so viele Menschen zu uns auf die ALKOR, dass das Forschungsschiff etwas in Schieflage geriet (keine Sorge, es ist nicht umgekippt!).

Foto: Jan Steffen/GEOMAR
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Foto Jan Steffen/GEOMAR
Foto Jan Steffen/GEOMAR
Foto: Jan Steffen/GEOMAR
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Als um 17 Uhr die letzten Besucherinnen und Besucher (von fast 5000!) das Schiff verließen, war die Erschöpfung bei allen Beteiligten zu spüren. Doch der Tag war noch nicht vorbei, denn im Zelt ging es nicht weniger wuselig zu.

Schülerinnen von den "FreitagsForschern". Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Schülerinnen von den “FreitagsForschern”. Foto: Nikolas Linke/GEOMAR

Auch hier kamen tausende von Interessierten bis spät in den Abend, die alle möglichen Fragen zur Meeresforschung, Plastik im Meer, Plankton oder Tiefseefischen stellten. Große Kinderaugen, neugierige Gesichter und viele Hände, die unsere interaktiven Ausstellungsstücke erforschten, gab es den ganzen Tag – zu Land und zu Wasser – zu sehen.

Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Foto: Nikolas Linke/GEOMAR


Auch der Ocean.Dome, der bereits am Montag öffnete und noch bis Sonntag geöffnet bleibt, war so gut besucht, dass die Schlange zu einigen Zeitpunkten bis ans Wasser reichte. Viele Gäste wollten Buckelwalen ganz nah kommen oder tief hinab zu den Kaltwasserkorallen tauchen. Bei so einem besonderen Angebot war der Ansturm groß.

Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
Foto: Nikolas Linke/GEOMAR

Auch wenn die zwei Tage, die zwar einer kompakten, dafür aber extrem gut besuchten Kieler Woche glichen, sehr anstrengend waren, hat es allen Beteiligten großen Spaß gemacht Meeresforschung unter die Menschen zu bringen.

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