Danke – Thanks – Merci! / Die letzten Arbeitstage – Final tasks of the cruise

Group picture at the end of the cruise. Picture: Janina Büscher.

[English version below]

Die letzten Arbeitstage zurück im allerersten Arbeitsgebiet, dem Sula-Riff, haben noch einmal sämtliche Ressourcen von uns gefordert und wir haben noch einmal alles herausgeholt. Wir hatten einmal mehr Glück mit dem Wetter, welches während der Überfahrt noch recht rau, aber nach Ankunft und pünktlich zum ersten geplanten Tauchgang an unserer Station abflaute. Somit konnten wir noch alle zu erledigenden Aufgaben angehen: Zum einen haben wir die CTD Stationen vervollständigt, um auch in Sula entsprechende Daten und Wasserproben vom Riff-Top sowie den Flanken des Riffs zu erfassen, was während unserer ersten Tage in Sula aus zeitlichen Gründen nicht möglich und unser CTD-Verantwortlicher Nico noch gar nicht an Bord war. Zum anderen haben wir letzte Korallenproben genommen für finale Experimente an Bord und für unsere Heim-Aquarien für weiterführende Experimente mit lebenden Korallen im Labor unter kontrollierten gleichhaltigen Bedingungen. Wir haben die CUBEs von Sandra M. vom NIOZ noch ein letztes Mal ausgebracht mit der Hoffnung nun noch eine komplette 24-stündige Korallen-Inkubation zu erlangen (Details dieser CUBE-Aktion siehe vorherigen Beitrag); wir haben außerdem weitere, Langzeit-Feldexperiment ausgebracht – kleine Korallenkörbe mit zuvor gewogenen und mit einem Farbstoff markierten lebenden Korallenfragmenten, sowie vorgewogenem toten Korallenfragmenten aus der Riffbasis zur Erfassung von Wachstums- und Bioerosionsraten (Zuwachs von Korallenskelett sowie natürlicher Abbau von totem Korallenmaterial).

Das JAGO-Team holte im letzten Tauchgang noch einmal alles raus, indem wir Aussetzen von Korallenkörben mit dem Bergen der CUBEs vereinten, wofür sämtliche benötigte Ausrüstung mit JAGO zum Meeresboden transportiert werden musste. JAGO-Techniker und Co-Pilot Peter schlug vor, in Zukunft einen Anhänger mit runter zu nehmen für all unsere Sachen, die wir befördern wollen 😛 Alle Tauchgänge wurden sehr hilfreich von den beiden Piloten Peter und Jürgen unterstützt. Sie bereiteten JAGO stets für jeden Tauchgang spezifisch vor (Anbau von Sammelkorb, Kamera für Transekte, oder Haken und andere Geräte zum Bergen der CUBEs) und klärten alle Details frühzeitig mit mir ab, damit alles rechtzeitig zum Tauchgang vorbereitet war. Karen unterstützte unsere Ziele kontinuierlich, indem sie die Karten vom Meeresboden der unterschiedlichen Stationen konfigurierte, die besten JAGO Abtauchpositionen ermittelte unter Berücksichtigung der Drift durch Oberflächen- sowie Bodenströmungen, Wind und Wellen und den besten Weg hangaufwärts zum Riff. Von dem stundenlangen Ausharren vor dem Navigationssystem, um JAGO durch den Ozean zu dirigieren, mal ganz abgesehen.

Das JAGO-Team. Foto: Janina Büscher / JAGO-Team.

Peter gibt kurz vor dem Abtauchen das Okay-Zeichen vor JAGOs Fenster. Foto: J.Büscher.

Sandra B. präservierte ihre letzten Korallenproben für Reproduktionsanalysen in den heimischen Laboratorien in den USA und Lina sortierte die letzten genommenen Proben in verschiedene Kisten und notierte letzte Eintragungen in die Stations- und Probennahmelisten. Narimane und Øystein beendeten ihr letztes Bord-Experiment mit Korallen der letzten Sammelstation Hola, welche Narimane Anfang Juli mit Korallen aus Sula begann mit Unterstützung von Tina in den ersten Messrunden. Magali fütterte die Korallen ihres Fütterungsexperiments ein letztes Mal auf dem Transit nach Bergen, bevor wir alle zusammen alles einpackten.

Ich hatte in den letzten Arbeitstagen noch meine ganz eigenen, speziellen Herausforderungen, da ich nicht nur mit den täglichen Aufgaben als Fahrtleiterin, wie die Koordination, das Gestalten von Zeitpläne, sowie Probleme lösen etc. betraut war bzw. zu überblicken hatte, sondern auch das JAGO-Team unterstützt habe. Zum einen habe ich anstelle von Peter den Job des „Hakenmanns“ übernommen zum Ausbringen und Wiedereinholen von JAGO, damit Peter zu Übungszwecken der Pilotausbildung einmal zusammen mit Jürgen abtauchen kann. Am gleichen Tag sollte am Nachmittag  Karen für professionelle Fotoaufnahmen der Kaltwasserkorallen zusammen mit Jürgen tauchen und um dies zu ermöglichen, habe ich die Navigation oben an Bord übernommen.

Ich als Hakenfrau beim Einholen von JAGO. Foto: Karen Hissmann, JAGO-Team.

Ohne meine wundervolle Wissenschaftlergruppe, sowie der POSEIDON-Besatzung hätten wir diese ganzen Aufgaben nicht ohne weiteres ausführen können. Es ist also nur eines noch zu sagen: Vielen Dank ihr Lieben für all eure Unterstützung, durch die die Reise so erfolgreich geworden ist!

Danke an meine stark weiblich besetzte Wissenschaftscrew, die allesamt gezeigt haben, was Frauenpower ist und das ganz ohne Zickenterror. Und danke an meine jungen Männer, Nico, Øystein und Peter, dass sie uns Mädels so geduldig ertragen und ausgeholfen haben, wann immer die starke Hand eines Mannes benötigt wurde. Besonderen Dank möchte ich auch unserem Filmteam, Daniel und Barne vom Ocean Mind Foundation in Kiel, aussprechen, die überraschend sensibel operiert und sich dezent im Hintergrund gehalten haben ohne im Weg herum zu springen. Sie werden eine zauberhafte Geschichte zusammenstellen mit prachtvollen Bildern vom Tauchen und vom Korallenriff, um jungen Kindern mit ihrem Projekt „Küstenkinder“ die fragilen Korallenökosysteme und die Wichtigkeit der Ozeane näher zu bringen.

Dank unseres Kapitäns Helge, sowie den beiden Offizieren Yves und Sebastian auf der Brücke, sind wir sicher von Hafen zu Hafen gekommen und sie haben geduldig unsere manchmal spontanen Änderungen im Fahrplan entgegengenommen und umgesetzt. Ein großes Dankeschön schulde ich dem Bootsmann Frank und seiner Decksmannschaft Roland, Kuno, Matze und Olli, die noch geduldiger sein mussten, wenn die JAGO-Tauchgänge mal wieder länger dauerten als geplant und die allzeit bereit sein mussten, wenn es hieß „JAGO taucht auf“. Auch Dirk und Julian sein gedankt für deren Einsatz im Beiboot, welches tagtäglich benötigt wurde, um JAGO auszusetzen und wieder einzuholen, und somit auch die beiden dazu verpflichtete, stets auf Abruf bereit zu sein.

Bootsmann Frank gibt Anweisungen über Funk das Schlauchboot. Foto: Karen Hissmann.

Dirk und Julian im Schlauchboot auf dem Weg zum aufgetauchten JAGO. Foto: Janina Büscher.

Die Decksmannschaft beim Einholen von JAGO. Foto: Janina Büscher.

Ein dickes Dankeschön geht auch an die Maschinisten Steffi, Micha, and Elektriker Paul (siehe Foto), nicht nur dafür, dass sie die Maschinen und Elektronik an Bord instand halten, sondern speziell auch für die dauerwährende Unterstützung, wenn unsere wissenschaftlichen Geräte einmal nicht so funktionierten, wie sie sollten oder wir zu den unmöglichsten Zeiten Seewasser aus den ider in die Schiffsaquarientanks pumpen wollten/mussten. Und zuletzt bedanken wir uns auch recht herzliche bei dem Koch Ralf und Stewardess Martina, die immerwährend für das leibliche Wohl sorgten und dass man sich heimelig wie zu Hause fühlen konnte.

Ingenieure Micha, Steffi und Elektriker Paul (v.li.). Foto: Janina Büscher.

Es war schön, so zusammen zu wachsen, dass wir nicht nur gut miteinander arbeiten konnten, sondern auch gemeinsam gefeiert haben am vorletzten Abend vor Einlaufen bei unserer Abschlussparty. Die Familiarität unter den Wissenschaftlern und der Schiffsmannschaft werden wir immer in unserer Erinnerung behalten, auch dank eines kleinen Videos, welches Magali zusammen gestellt hat, in dem wir alle bei unseren täglichen Aufgaben und dem Leben an Bord gezeigt werden, bei dem ich ein paar rührselige Tränen weg zwinkern musste.

Es war eine wunderschöne und erfolgreiche Forschungsreise dank euch allen!

Gruppenfoto gegen Ende der Reise. Foto: Janina Büscher.

DANKE! THANKS! MERCI!

Janina


 

Final tasks of the cruise

The last days of the cruise back in our first working area, the Sula reef, were challenging once more, but we got the most out of our remaining research time. We were lucky with the weather again, which was relatively rough still when we arrived in the working area, but which abated until our first dive was supposed to take place in the morning of the 16th July. Thus, we were able to accomplish all remaining tasks for our last station: We finalised the CTD casts including water sampling on top of the reefs as well as on the flanks according to the routine of the last three reef areas, which was not possible during the first days of our cruise here in Sula to this extent, as our CTD responsible Nico was not on board yet. Moreover, we sampled some more corals for last experiments on board and for our aquaria in the home laboratories for further experiments under controlled conditions. We deployed the CUBE systems of Sandra M. from the NIOZ one last time with the hope of finally having a complete 24 hours coral incubation (see details in former post by Sandra), and we brought down other, long-term in situ experiments, which are baskets equipped with pre-labelled (stained) and weighed live corals as well as weighed dead coral framework for growth and bioerosion (degradation of dead reef components) investigations.

The JAGO-Team pressed the maximum possible into our very last dive and we not only deployed the coral baskets, but brought down all the equipment needed for the CUBE recovery all in one dive. JAGO technician & co-pilot Peter suggested to construct a trailer for JAGO next time for all our stuff we want to bring down :-P. During all the dives Peter and Jürgen were particularly helpful in preparing the necessary equipment prior to each dive and inquired about the details in advance so that everything was ready before going down, and Karen continuously supported our goals in configuring the maps of the research areas and checking the best spots to deploy JAGO, accounting for surface and bottom currents, wind and waves and best approach slope-upwards to the reefs; let alone sitting hours and hours in front of the navigation system to pilot JAGO through the ocean.

The JAGO-Team. Picture: Janina Büscher.

Peter shortly before going down with JAGO. Picture: J.Büscher.

Sandra B. fixed her last samples for reproduction analyses in the home laboratory in the US and Lina sorted the last samples of the cruise in specific boxes and wrote the last notes in the cruise’s station and sampling protocol. Narimane & Øystein finished their on-board experiment with the corals from the last collection in Hola, which was started by Narimane beginning of July in Hola and supported throughout the first rounds by Tina. Magali fed the corals of her feeding experiment one last time on the transit back to Bergen before we all packed everything.

Me, I had my personal challenges during the last few working days, not only dealing with the everyday business as cruise leader in scheduling / coordinating / problem solving etc., but also supporting the JAGO Team in facilitating pilot training for Peter by playing “hook woman” and taking over the navigating part of a JAGO dive, enabling Karen to dive together with Jürgen to take professional pictures of the blooming coral reef in Sula. These two, for me new, tasks in addition to the organisational duties were once more very exciting and I can say that I entirely exhausted all possibilities of learning different tasks during the cruise from coordinating the interests of all scientists among each other and with the deck crew and the bridge to more practical skills in unhooking and hooking JAGO to the ship’s crane.

Me as “hook-woman” during recovery of JAGO. Picture: Karen Hissmann.

Without my lovely science party as well as the POSEIDON crew I would have not been able to carry out all these tasks in such a successful way. So there’s only one thing left to say: Thank you guys so much for all your support to make this a successful cruise!

Thanks to my strongly female science crew who have proven what girl power is capable of and that completely without bitch alert and thanks to my young guys Nico, Øystein and Peter to endure us patiently and helping out whenever men strength was needed. Special thanks to our film team Daniel and Barne from the Ocean Mind Foundation in Kiel, who were surprisingly sensitive with their actions and operated in the background without stepping in the way once and who will give young children an understanding of the fragility our precious coral reefs and the oceans through their project “Küstenkinder” (coast kids). Thanks to our captain Helge and the 1st and 2nd officers Yves and Sebastian on the bridge for sailing us safely from port to port and for their patience in sometimes spontaneous changes in the driving schedule. A big thank you to boson Frank and his deck crew Roland, Kuno, Matze, and Olli, who had to be even more patient when JAGO dives took longer than planned and who had to be ready on call all day. Likewise, thank you, Dirk and Julian, for driving the dinghy to bring out and get in JAGO every single dive throughout the entire cruise.

Boson Frank giving directions to the dinghy before launching JAGO. Picture: Karen Hissmann.

Dirk and Julian in the dinghy on their way to pick up JAGO. Picture: Janina Büscher.

The crew during recovery of JAGO. Picture: Janina Büscher.

We owe special thanks also to the engineers Steffi, Micha, and electrician Paul, not only for maintaining the machines and electrics on board, but especially for support in all circumstances when devices wouldn’t work as they should and when our water had to be pumped in and out of the ship’s aquaria tanks – usually to quite unusual times… And last but not least special thanks to the cook Ralf and stewardess Martina for perpetually providing sustenance and making sure that we feel cosy and comfortable.

Engineers Micha, Steffi and electrician Paul (left to right). Picture: J.Büscher.

It was great growing together like this over the three weeks of the cruise, which not only created a wonderful working atmosphere, but let us celebrate all together at our final party. The familiarity among scientists and crew members we will always remember and is cherished also through a little movie Magali created, where we were all displayed in doing our daily tasks, which was very affecting in a way I had to secretly blink away some tears.

It was a beautiful and successful cruise thanks to all of you!

Group picture at the end of the cruise. Picture: Janina Büscher.

THANKS! MERCI! DANKE!

Janina

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