{"id":95,"date":"2024-10-20T14:06:59","date_gmt":"2024-10-20T12:06:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/?p=95"},"modified":"2024-10-20T14:07:01","modified_gmt":"2024-10-20T12:07:01","slug":"wildtierbeobachtungen-auf-so307","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/2024\/10\/20\/wildtierbeobachtungen-auf-so307\/","title":{"rendered":"Wildtierbeobachtungen auf SO307"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Geschrieben von Clara Winguth, Masterstudentin am GEOMAR, \u00dcbersetzung von Josefine Karnartz, Doktorandin am GEOMAR<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es dauerte nicht lange nach Verlassen des Hafens, da entdeckten wir schon in der Ferne die ersten Walblase! Sofort holten alle ihre l\u00e4ngsten Kameraobjektive raus und fingen an zu knipsen. Doch da wussten wir noch nicht, dass das noch lange nicht alles war!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Walsichtungen in den letzten Wochen waren einfach gro\u00dfartig. Bis jetzt entdeckten wir nur Buckelwale &#8211; aber davon eine Menge! Mittlerweile habe ich den \u00dcberblick verloren, wie viele Wale wir gesehen haben, aber es gibt einige Erlebnisse, die mir besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben sind. Eines Tages beim Arbeiten im Labor schauten meine Kolleg*innen und ich nach drau\u00dfen und entdeckten gleich mehrere Wale durch die Bullaugen. Sie klatschten mit ihren Flossen auf das Wasser und das sah so aus, als w\u00fcrden sie uns zuwinken \u2013 und das \u00fcber Stunden. Dann kamen noch mehr Wale zum Spektakel dazu. Ein f\u00fcr mich besonderer Wal schwamm etwa 10 Meter von unserem Schiff entfernt, steckte seine Schnauze aus dem Wasser uns entgegen und belohnte uns danach mit einem atemberaubenden Sprung zur\u00fcck ins Wasser. Dieser Moment wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Der Wal war so nah, dass ich die kleinen Seepocken auf seiner Schnauze deutlich sehen konnte. Es f\u00fchlte sich an, als w\u00e4re dieses majest\u00e4tische Tier genauso neugierig auf uns wie, wir auf es.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"568\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/10\/image-16.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-96\" \/><figcaption>Buckelwal \u201cwinkt\u201d mit seinen Flossen. Foto von Niklas M\u00f6nnich.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"975\" height=\"609\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/10\/image-17.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-97\" \/><figcaption>Scchnauze eines Buckelwals. Foto von Niklas M\u00f6nnich.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwei weitere Wal-Erlebnisse m\u00f6chte ich unbedingt mit der Welt teilen. Nach dem bereits erw\u00e4hnten Wal-Tag war ich schon extrem dankbar f\u00fcr die vielen Walbegegnungen. Ein paar Tage sp\u00e4ter wachte ich auf und erhielt eine Nachricht, dass springende Wale in der N\u00e4he des Schiffes gesichtet wurden. W\u00e4hrend einer Dredge-Station, bei der das Schiff langsam f\u00e4hrt, umkreisten vier Wale mehrmals die FS Sonne und sprangen dabei immer wieder aus dem Wasser. Die Wal-Gruppe war so aktiv, dass ich sogar die tiefen Wale-Laute in meiner Kammer h\u00f6ren konnte. Danach hatten wir ein paar ruhige Tage, aber das war sicher nicht das letzte Mal. Heute beim Mittagessen, auf dem Weg zu einer neuen Station, schauten wir aus dem Fenster und ein Wal tauchte direkt neben uns auf und begleitete uns ein kleines St\u00fcck. Durch diese unglaublichen Walbegegnungen k\u00f6nnte man glatt das Gef\u00fchl bekommen, man lebe in einem M\u00e4rchen, in dem eine Freundschaft mit solchen Wildtieren m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"975\" height=\"609\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/10\/image-18.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-98\" \/><figcaption>Ein Buckelwal zeigt seine wei\u00dfe Unterseite und Seepocken. Foto von Niklas M\u00f6nnich.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"975\" height=\"643\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/10\/image-19.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-99\" \/><figcaption>Ein springender Buckelwal. Foto von Levi Dethlefs<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wale sind zwar die gr\u00f6\u00dften Tiere, die wir bisher gesehen haben, aber auch andere Lebewesen haben unser Herz erobert. Albatrosse haben besonders in den s\u00fcdlicheren Breiten unserer Forschungsreise die L\u00fcfte mit ihrer Anwesenheit geschm\u00fcckt. Diese riesigen V\u00f6gel gleiten so anmutig nah \u00fcber der Wasseroberfl\u00e4che, und nur ein kleiner Fl\u00fcgelschlag reicht schon, um wieder gekonnt hoch in den Himmel zu steigen ohne die Wellen zu ber\u00fchren. Wenn sie auf dem Wasser landen wollen, muss ich immer etwas schmunzeln, denn sie strecken ihre Beine aus, als w\u00fcrden sie die Bremsen ziehen, um dann elegant ins Wasser zu krachen. Fr\u00fcher h\u00e4tte ich mich nie als Vogelbeobachter bezeichnet, aber ich k\u00f6nnte diesen Sch\u00f6nheiten stundenlang zusehen \u2013 und ich habe es auch! Besonders angesichts ihres gef\u00e4hrdeten Status f\u00fchle ich mich geehrt, sie in gro\u00dfer Zahl um unser Schiff herum zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"806\" height=\"466\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/10\/image-20.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-100\" \/><figcaption>Zwei Albatrosse fliegen \u00fcber den Indischen Ozean. Foto von Birger Neuhaus.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"711\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/10\/image-21.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-101\" \/><figcaption>Ein Albatros fliegt in der N\u00e4he des Schiffs. Foto von Niklas M\u00f6nnich.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nennenswerte Erw\u00e4hnungen gehen an die wenigen Meeresschildkr\u00f6ten und die fliegenden Fische, die andere Wissenschaftler und Crewmitglieder gesehen haben. Ich selbst hatte noch nicht das Vergn\u00fcgen, sie zu entdecken, also halte ich f\u00fcr die restliche Zeit meine Augen offen. Auch wenn ich nicht jedes Tier gesehen habe, das uns besucht hat, kann ich als selbsternannter Tierliebhaber und Freund der kleinen (oder massiven, wenn wir von Walen sprechen) Dinge im Leben nicht genug Dankbarkeit f\u00fcr all die Wildtiere empfinden, die ich bisher im Indischen Ozean gesehen habe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"621\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/10\/image-22.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-102\" \/><figcaption>Schildkr\u00f6te in der N\u00e4he gesichtet. Foto von Niklas M\u00f6nnich.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschrieben von Clara Winguth, Masterstudentin am GEOMAR, \u00dcbersetzung von Josefine Karnartz, Doktorandin am GEOMAR Es dauerte nicht lange nach Verlassen des Hafens, da entdeckten wir schon in der Ferne die ersten Walblase! Sofort holten alle ihre l\u00e4ngsten Kameraobjektive raus und fingen an zu knipsen. 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