{"id":39,"date":"2024-09-25T13:40:30","date_gmt":"2024-09-25T11:40:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/?p=39"},"modified":"2024-09-25T13:40:31","modified_gmt":"2024-09-25T11:40:31","slug":"dredging-101-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/2024\/09\/25\/dredging-101-2\/","title":{"rendered":"Dredging 101"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Geschrieben von: Jakob Lang<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was machen GeowissenschaftlerInnen auf einem Schiff und wie bekommen sie eigentlich ihre hei\u00dfgeliebten Gesteine? Was ist eigentlich eine Dredge und wie geht es mit den Steinen weiter? Eine kurze Einf\u00fchrung in die Beprobung des Ozeanbodens.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"386\" height=\"354\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/09\/image-6.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-33\" \/><figcaption>Kettensackdredge an Deck gelascht<br>Bild: Jakob Lang<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Hier an Bord der R\/V Sonne k\u00f6nnen wir schlecht mit Hammer und Kompass ins Gel\u00e4nde gehen, uns einen sch\u00f6nen Aufschluss suchen und interessante Gesteine einmessen und sammeln. Die Objekte der Begierde liegen mehrere 1000m tief unter Wasser. Dort herrschen Dr\u00fccke von 100 Bar pro 1000m Tiefe. Zum Vergleich: In einem Autoreifen herrschen zwischen 2 und 3 Bar. Wir m\u00fcssen also irgendwie anders an unsere Proben gelangen. Dabei helfen uns Echolotsysteme, Datenverarbeitungsprogramme und das Herzst\u00fcck unserer Forschung: Die Kettensackdredge. Diese wird mithilfe einer Seilwinde \u00fcber den Meeresboden geschleift. Die Z\u00e4hne der Kralle brechen anstehende Gesteine aus dem Boden, die mit dem Kettensack aufgefangen und an Deck gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wir mit der Dredge nicht sprichw\u00f6rtlich im Tr\u00fcben fischen, beobachten wir den Meeresboden zuvor mit dem F\u00e4cherecholot. Hier werden vom Schiff Schallsignale f\u00e4cherf\u00f6rmig Richtung Boden gesandt, von festen Strukturen reflektiert und vom Schiff wieder aufgefangen. Aus diesen Signalen wird ein Bild erzeugt, welches zun\u00e4chst farbcodiert die Topographie des Ozeanbodens wiedergibt und dann durch weitere Datenverarbeitungsprogramme in ein 3D-Bild umgewandelt werden kann. Dieses 3D-Bild enth\u00e4lt Informationen \u00fcber Hangneigung, Lage und Richtung von Unterwasserstrukturen, anhand derer wir an Bord geeignete Punkte und Routen zum Dredgen ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"367\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/09\/image-7.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-34\" \/><figcaption>Dredgetrack in &#8220;Fledermaus&#8221;<br>Bild: Jakob Lang<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dank der umfassenden Steuerungselemente von R\/V Sonne und dem Geschick der Nautiker an Bord ist es m\u00f6glich, das Schiff punktgenau an einen vorgegebenen Ort zu steuern, es ohne Anker an Ort und Stelle zu halten und pr\u00e4zise auch \u201equer\u201c zur Fahrtrichtung \u00fcber den gew\u00e4hlten Track zu steuern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist die gew\u00fcnschte Lokation erreicht, wird die Dredge zu Wasser gelassen. Hier helfen WissenschaftlerInnen und Besatzung einander, um das Ger\u00e4t sicher \u00fcber Bord zu bef\u00f6rdern. Das Zusammenspiel von Deckmannschaft, Nautikern, Windenfahrern und Forschenden ist hierbei essenziell und funktioniert auf unserer Reise sehr gut. Hat die Dredge den Ozeanboden erreicht, wird das Schiff entlang des ausgesuchten Tracks gefahren. Hierbei wird gleichm\u00e4\u00dfig Seil nachgegeben, damit die Dredge am Boden bleibt. Ist das Ende des Tracks erreicht, wird das Schiff aufgestoppt und die Dredge langsam \u00fcber den Boden gezogen. Dank des Zugschreibers der Winde k\u00f6nnen wir an Bord gespannt verfolgen, ob und wann die Dredge einen Gesteinsbrocken aus dem Ozeanboden rei\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"936\" height=\"325\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/09\/image-14.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-43\" \/><figcaption>Links: DSHIP Informationsbildschirm \u00fcber Seillast, Geschwindigkeit etc. Rechts: Benjamin Br\u00fcdigam und Anja Conventz setzen die Dredge aus<br>Bilder: Jakob Lang<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\"><figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"382\" height=\"279\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/09\/image-9.png\" alt=\"Dredge bag containing rock samples.\" class=\"wp-image-36\" \/><figcaption>Erfolgreiche Dredge an Deck<br>Bild: Jakob Lang<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Trotz aller Sorgfalt bei Auswahl und Durchf\u00fchrung der Dredgetracks kommt hin und wieder ein leeres Ger\u00e4t zur\u00fcck an Bord. Haben wir aber einen guten \u201eFang\u201c gemacht, kann die Erstuntersuchung der Gesteine an Bord beginnen. F\u00fcr einen ersten Einblick in das Innere der Proben werden diese zun\u00e4chst aufges\u00e4gt, anschlie\u00dfend werden die Proben begutachtet, in Gesteinsgruppen eingeteilt und sortiert. Dabei wird auch entschieden, welche Proben weiter im Labor untersucht werden sollen. Im Anschluss wird jede Probe unter dem Mikroskop begutachtet und beschrieben. Sie erh\u00e4lt eine eindeutige Probennummer und wird anschlie\u00dfend f\u00fcr den Transport verpackt. In den Heimatinstituten erfolgt dann die weitere Analyse.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"366\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so307\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2024\/09\/image-15.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-44\" \/><figcaption>Links: Chief scientist J\u00f6rg Geldmacher s\u00e4gt eine Probe. Rechts: v.l.n.r.: Cristian Timm, Pilar Madrigal und Doris Maicher diskutieren \u00fcber Einordnung der Gesteine<br>Bilder: Jakob Lang<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir hoffen, euch hiermit einen kleinen Einblick \u00fcber unser Vorgehen im \u201eGeologie Team\u201c an Bord geben zu k\u00f6nnen. Seid gespannt auf den n\u00e4chsten Blogeintrag von SO307!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschrieben von: Jakob Lang Was machen GeowissenschaftlerInnen auf einem Schiff und wie bekommen sie eigentlich ihre hei\u00dfgeliebten Gesteine? Was ist eigentlich eine Dredge und wie geht es mit den Steinen weiter? Eine kurze Einf\u00fchrung in die Beprobung des Ozeanbodens. 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