{"id":52,"date":"2024-04-23T05:38:07","date_gmt":"2024-04-23T03:38:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so305-biocat-iioe2\/?p=52"},"modified":"2024-04-25T11:27:03","modified_gmt":"2024-04-25T09:27:03","slug":"die-erste-forschungfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so305-biocat-iioe2\/2024\/04\/23\/die-erste-forschungfahrt\/","title":{"rendered":"Die Erste Forschungfahrt"},"content":{"rendered":"\n<p>von Albert Firus und Laurenz van Bonn (GEOMAR)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so305-biocat-iioe2\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2024\/04\/IMG_2055.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53\" width=\"888\" height=\"591\"\/><figcaption><strong>Albert und Laurenz an&nbsp;bord&nbsp;des&nbsp;F\/S Sonne&nbsp;<\/strong>(Foto: Tjark Andersch)<strong>.<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die F\/S SONNE die ersten Messstationen rund um den \u00c4quator hinter sich l\u00e4sst und weiter hineinf\u00e4hrt in den Golf der Bengalen, haben Techniker*innen, Wissenschaftler*innen und Crew an Bord alle H\u00e4nde voll zu tun. W\u00e4hrend das f\u00fcr die einen schon fast Alltag ist, wie zum Beispiel f\u00fcr unseren Techniker Mario, der bereits zum 36. Mal bei einer Forschungsfahrt dabei ist, sammeln andere in diesen Tagen ihre allerersten Erfahrungen an Bord eines Forschungsschiffs. Dazu geh\u00f6ren auch die beiden Studenten Albert (26, Geowissenschaften) und Laurenz (21, Umweltwissenschaften). Albert untersucht f\u00fcr das GEOMAR in der Arbeitsgruppe der marinen Biogeochemie oberfl\u00e4chennahe Spurenmetalle und Laurenz, ebenfalls f\u00fcr das Geomar an Bord, besch\u00e4ftigt sich in der Arbeitsgruppe der chemischen Ozeanographie mit den Spurengasen in der Wassers\u00e4ule, insbesondere mit den Treibhausgasen N<sub>2<\/sub>O und CH<sub>4<\/sub>. Die beiden haben nun bald bereits die ersten zwei Wochen&nbsp;an der Bord&nbsp;der SONNE hinter sich und schildern die unterschiedlichen Eindr\u00fccke ihrer ersten gro\u00dfen Forschungsfahrt.&nbsp;<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so305-biocat-iioe2\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2024\/04\/DSCF8896.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-55\" width=\"849\" height=\"566\"\/><figcaption><strong>Albert&nbsp;mit&nbsp;der&nbsp;GEOMAR&nbsp;Spurenmetallforschungsgrupe beim Einsatz des Go-Flo&nbsp;<\/strong>(Foto: Riel Ingeniero)<strong>.<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Albert: \u201eAls ich an einem normalen Arbeitstag aus heiterem Himmel gefragt wurde, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, bei der n\u00e4chsten Ausfahrt in den indischen Ozean dabei zu sein, fiel mir die Kinnlade herunter. Seit ich angefangen habe zu studieren, war ein st\u00e4ndiger Gedanke und Traum bei einer Forschungsfahrt dabei zu sein. Bei Beginn meines&nbsp;HiWi-Jobs am GEOMAR schien dieser lang gehegte Traum n\u00e4her zu r\u00fccken, doch es sollte noch ein Jahr dauern, bis&nbsp;es letztendlichso weit war. Ich dachte sofort \u201eJa!\u201c und so begannen die Vorbereitungen bis zum April 2024.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund verschiedener Verz\u00f6gerungen hatten die 39 Wissenschaftler*innen Zeit, sich in Colombo kennenzulernen. Schon dort wirkten die Teilnehmenden sehr motiviert und hilfsbereit. Dieser Eindruck verfestigte sich auch nach Abfahrt der SONNE Richtung S\u00fcdosten bis \u00fcber den \u00c4quator hinaus. In den ersten Tagen gew\u00e4hnte ich mich noch an das st\u00e4ndig schaukelnde Schiff. Es ist viel gr\u00f6\u00dfer, als ich erwartet habe. Mehr als einmal kam es vor, dass ich mich verlaufen habe, doch zum Gl\u00fcck ist auch die Crew des Schiffes sehr hilfsbereit und steht mit Rat und Tat zur Seite. Den Weg, den wohl jeder als erstes auswendig wei\u00df, ist der Weg zur Messe. Das muss man aber auch, denn die Zeiten f\u00fcr die Mahlzeiten sind zeitlich festgelegt. Die Gerichte sind k\u00f6stlich, variantenreich und kraftspendend f\u00fcr die auch mal k\u00f6rperlich anstrengende Arbeit. Diese steht an, wenn wir an der n\u00e4chsten Station ankommen. Diese k\u00f6nnen wir auch mal nachts erreichen, was bedeutet, dass Nachtschichten anstehen. Zum Gl\u00fcck sind unsere Kammern gem\u00fctlich und der Schlaf erholsam. Inzwischen schaukelt das Schiff mich in den Schlaf.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Falls einem doch mal schwindelig wird, sucht man sich einen sch\u00f6nen Platz am Fenster oder besser noch an der Reling in die Wellen des Ozeans. Das Blau des Wassers ist jeden Tag aufs Neue atemberaubend sch\u00f6n. Auch die Sonnenunterg\u00e4nge sorgen f\u00fcr einen immer knapper werdenden Speicher auf dem Handy. Wer lebendigeres sehen will, kann nach Einbruch der Dunkelheit versuchen einen Blick auf pinke und orangene Tintenfische, fliegende Fische oder Quallen zu erhaschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Wochentrage wegen Nachtschichten und keinem Wochenende verschwimmen, vergisst man oft welcher Wochentag es gerade ist. Einzig der Fisch am Freitag und das Speiseeis am Donnerstag und Sonntag erinnern ein dann daran, welcher Tag es ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so305-biocat-iioe2\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2024\/04\/IMG_2020.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56\" width=\"850\" height=\"566\"\/><figcaption><strong>Laurenz nimmt Spurengasproben aus den Niskin-Flaschen&nbsp;<\/strong>(Foto: Tjark Andersch).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Laurenz: \u201eForschungsschiffe wie die SONNE kannte ich bisher eigentlich nur aus Vorlesungen im H\u00f6rsaal. Ich dachte immer, wie gro\u00dfartig es w\u00e4re, mal selbst bei einer Forschungsfahrt dabei&nbsp;zu sein und als ich dann die M\u00f6glichkeit bekommen habe, mit auf die SO305 zu kommen, war meine Vorfreude nat\u00fcrlich riesig. Als wir dann in Colombo den ersten Schritt auf das Schiff gesetzt haben, war das ein toller Moment, gleichzeitig aber auch sehr aufregend \u2013 man wei\u00df ja schlie\u00dflich nicht, was einen erwartet in den n\u00e4chsten 6 Wochen. Die Aufregung verflog allerdings fast schneller, als sie kommen konnte, und das liegt vor allem an den gro\u00dfartigen Menschen, die an dieser Fahrt beteiligt sind, an den&nbsp;tollen&nbsp;Kolleginnen und Kollegen und der Crew, die alle unglaublich hilfsbereit sind und super zusammenarbeiten. Die ersten Tage waren gef\u00fcllt mit neuen Eindr\u00fccken, ich habe bereits sehr viel gelernt und das nicht nur wissenschaftlich, sondern auch \u00fcber die Wichtigkeit von Organisation und Kommunikation an Bord, dar\u00fcber gemeinschaftlich L\u00f6sungen f\u00fcr jedes Problem finden zu k\u00f6nnen. Ich freue mich sehr darauf, in den n\u00e4chsten Wochen noch mehr zu lernen und tiefer in die Welt der Meeresforschung eintauchen zu k\u00f6nnen.&nbsp;Wann immer die viele Arbeit und der wenige Schlaf mal eine kleine Auszeit verlangen, setze ich mich auf das oberste Deck lasse meinen Blick am Tag \u00fcber das unglaublich blaue Wasser schweifen oder in der Nacht in den Sternenhimmel, an welchem man in klaren N\u00e4chten sogar die Milchstra\u00dfe sehen kann.&nbsp;Es ist ein sehr besonderes Gef\u00fchl, an Deck zu stehen und um sich herum \u00fcberall nur Wasser zu sehen, nur ahnen zu k\u00f6nnen, was in den mehr als 4000 Meter unter uns alles passiert. An der Erforschung dieses Wunders beteiligt zu sein, ist ein&nbsp;tolles&nbsp;Gef\u00fchl und ich hoffe, dass das nur der Anfang ist und ich irgendwann mal auf eine \u00e4hnliche Zahl an Forschungsfahrten komme, wie Mario, im Laufe der Zeit. Der einzige Wunsch, den f\u00fcr die restliche Fahrt jetzt noch habe, ist, dass uns ein paar Wale einen Besuch abstatten \u2013 die halten sich bisher n\u00e4mlich noch ziemlich verdeckt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albert Firus und Laurenz van Bonn (GEOMAR) W\u00e4hrend die F\/S SONNE die ersten Messstationen rund um den \u00c4quator hinter sich l\u00e4sst und weiter hineinf\u00e4hrt in den Golf der Bengalen, haben Techniker*innen, Wissenschaftler*innen und Crew an Bord alle H\u00e4nde voll zu tun. 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