{"id":173,"date":"2014-12-26T23:12:10","date_gmt":"2014-12-26T23:12:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/?p=173"},"modified":"2014-12-30T19:43:55","modified_gmt":"2014-12-30T19:43:55","slug":"fs-sonne-25-dezember-2014-10-28-76-n-29-34-15-w","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/2014\/12\/26\/fs-sonne-25-dezember-2014-10-28-76-n-29-34-15-w\/","title":{"rendered":"FS Sonne, 25. Dezember 2014,  10\u00b0 28.76&#8242; N  29\u00b0 34.15&#8242; W"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frohe Weihnachten w\u00fcnscht Expedition SO237<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDiese Weihnachten haben wir damit verbracht, einige der Gesteinsproben, die wir auf der ersten wissenschaftlichen Station gesammelt haben, zu katalogisieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr Geologen ist das Beproben von Gesteinen der ozeanischen Kruste eine fantastische Weise, um die Entwicklung der ozeanischen Kruste unseres Planeten,\u00a0 die hydrothermalen Systeme und den W\u00e4rmehaushalt der Erde und zu studieren.<br \/>\nUm Proben zu bekommen verwenden wir eine Gesteinsdredge (ein geschleppter Metalrahmen mit Kettennetz). Es gibt zwei Arten von geologischen Dredgen und die, die wir hier verwenden, wird als Kettensack-Dredge bezeichnet. Eine weitere ist die Tonnendredge.<br \/>\nDie Dredge wird an einem Drahtseil auf den Meeresboden herabgelassen und dann vom Schiff \u00fcber den Grund gezogen. Befinden sich Steine oder hydrothermale Ablagerungen am Grund, wird die Dredge Proben davon beim Schleppen im Kettensack sammeln. Wenn die Dredge wieder zur\u00fcck an Deck ist, nehmen Wissenschaftler wie Dominik und ich den \u201cFang\u201d entgegen. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Arbeit richtig beginnt!<br \/>\nAls erstes geben wir den Biologen an Bord die M\u00f6glichkeit alles biologisches Material von der Oberfl\u00e4che abzusuchen.<br \/>\nDanach waschen wir das Material der Probe (Steine und Sedimente), erfassen es und beschreiben das Aussehen und die Zusammensetzung. Oft kommt es vor, dass wir die Steine durchschneiden m\u00fcssen, denn der Kontakt mit dem Seewasser kann mit zunehmenden Alter die Oberfl\u00e4che ver\u00e4ndern und dazu f\u00fchren, das sich neue Mineralien auf den Steinen ablagern. F\u00fcr diesen Zweck haben wir eine Gesteinss\u00e4ge mit an Bord gebracht.<br \/>\nW\u00e4hrend dieser Expedition versuchen wir die Zusammensetzung der ozeanische Kruste und ihre Ver\u00e4nderungen im Laufe der Zeit zu untersuchen.<br \/>\nDie VEMA Bruchzone ist der perfekte Ort hierf\u00fcr, denn es gibt es eine Art Bruchkannte, ein Fenster in die Kruste, (Was die Beprobung leichter macht) und w\u00e4hrend wir in Richtung des mittelatlantischen R\u00fcckens\u00a0 fahren (wo die tektonischen Platten, die die Ozeankruste bilden, sich auseinander bewegen und neuer Meeresboden entsteht) wissen wir, dass die Erdkruste immer j\u00fcnger wird.<br \/>\nWir haben die Dredge jetzt einmal an einer Stelle eingesetzt von der wir vermuten, dass die Erdkruste ungef\u00e4hr 160 Millionen Jahre alt ist, und viel interessantes Material an Bord geholt. Weil die Kruste hier sehr alt ist, gab es \u00fcber Millionen von Jahren die M\u00f6glichkeit, dass sich herabsinkendes Sediment wie Schlamm auf der Kruste aufgelagert hat. Darum waren wir besonders froh, dass die Probennahme erfolgreich war. Das meiste Material in der Probe besteht aus Mangankrusten und Manganknollen. Mangan wird nicht wie die meisten Gesteine, die wir untersuchen, am Mittelatlantischen R\u00fccken durch Eruptionen hervorgebracht, sondern lagert sich aus dem Seewasser auf festen Oberfl\u00e4chen oder in der Form von Knollen im Sediment ab. Diese Knollen\u00a0 nehmen wir mit zur\u00fcck nach Deutschland, damit sie dort von Spezialisten untersucht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dfer f\u00fcr die Gesteinsprobennahme ist unser Team auch f\u00fcr die sogenannten MAPR (Miniature Autonomous Plume Recorders) zust\u00e4ndig. Die VEMA-Bruchzone ist eine alte Verwerfung. Das bedeutet, sie ist ein gro\u00dfer Bruch in der ozeanischen Kruste, der die Bewegungen der tektonischen Platten aufnimmt, die hier aneinander vorbei gleiten. Fluide (Fl\u00fcssigkeiten in der Erdkruste), erw\u00e4rmt vom hei\u00dfen Magma tief unter Kruste, nutzen diese Bruchstellen und Auffaltungen als Austrittswege. Je n\u00e4her man dem Mittelatlantischen R\u00fccken kommt, desto d\u00fcnner wird die Kruste, desto n\u00e4her ist das Magma und die Fluide k\u00f6nnen h\u00f6here Temperaturen annehmen. Deshalb k\u00f6nnte sich hier ein Gebiet mit hydrothermaler Aktivit\u00e4t befinden.<br \/>\nHydrothermal aktive Gebiete befinden sich dort, wo hei\u00dfe Fluide (von zehn bis einige hundert Grad Celsius) aus dem Meeresboden austreten und mineralische Ablagerungen bilden. Die bekanntesten dieser Ablagerungen sind die \u201cBlack Smoker\u201d \u2013\u201cSchwarze Raucher\u201d, bei denen das hei\u00dfe Wasser viele gel\u00f6ste Metalle enth\u00e4lt, die ausfallen, wenn die hei\u00dfe Fl\u00fcssigkeit mit dem kalten Seewasser in Ber\u00fchrung kommt. Es bildet sich eine Rauchfahne (die eigentlich kein Rauch sondern eine feine Partikelwolke ist) und diese Schwaden erzeugen physikalische und chemische Anomalien in der Wassers\u00e4ule. Die Temperatur, Tr\u00fcbung und chemische Reduktionsf\u00e4higheit des Seewassers k\u00f6nnen von der Gegenwart der hydrothermalen Rauchfahnen beeinflusst werden. Diese Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen wir mit dem MAPR messen. Dieses Ger\u00e4t wird an einem Kabel befestigt und bis auf wenige Meter \u00fcber den Meeresgrund herabgelassen, wo es alle paar Sekunden eine Messung durchf\u00fchrt. Wenn der MARP wieder zur\u00fcck an Bord ist, werden die gesammelten Daten ausgewertet, um Hinweise auf m\u00f6gliche hydrothermale Quellen am Grunde des Ozeans zu finden.<br \/>\nDominik Palgan und Khalhela Zoeller<br \/>\nDredging und MAPR Team<br \/>\nPhD Candidates, GEOMAR<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><small><br \/>\n[<em>English<\/em>]<\/small><\/p>\n<p><strong>Merry Christmas from SO237<\/strong><\/p>\n<p>This Christmas we have been busy cataloguing some of the rock samples we collected at the first science station. For geologists, sampling the ocean crust is a fantastic way to study the world\u2019s thermal budget, hydrothermal systems, and the evolution of our planet. In order to retrieve samples, we use a piece of equipment called a dredge. There are two types of dredge and the one we are using is called a chain bag dredge. The dredge is lowered to the seafloor and then dragged along the bottom of the ocean. If there are rocks exposed on the seafloor, or hydrothermal deposits, the dredge will travel over them and pick up samples that are collected in the dredge bag. When the dredge is brought back on deck the scientists, like Dominik and I, collect them. That\u2019s when the real work begins! First we give them over to the biologists to remove any biological material living on them. Then we wash them, label them and describe their appearance and composition. Often we need to cut the rocks in half because the seawater has altered the surface or deposited new minerals on it. To do this we use our onboard rock saw.<\/p>\n<p>During this cruise we are attempting to sample the composition of the crust and observe the alteration through time. The VEMA transform is the perfect place to do this because it is a cliff (which makes it easier to sample) and as we travel towards the Mid-Atlantic Ridge (where the tectonic plates are moving apart and new seafloor is being constructed) we know the crust is getting younger. We have already conducted one dredge on crust we expect to be around 160 million years old and brought back lots of interesting samples. Because the crust is very old it has had lots of time for sediments, like mud, to accumulate on top of it, so we were lucky to get any samples at all. Most of the samples we collected were of manganese crusts and nodules. Manganese does not erupt along Mid-Ocean Ridges, like most of the rocks we are interested in, but is instead deposited from the seawater onto surfaces and in nodules. These nodules will be taken back to Germany where they will be analysed by specialists in the field.<\/p>\n<p>In addition to dredge work, our team is also responsible for the MAPR (Miniature Autonomous Plume Recorders). The VEMA-Transform is an old fault; this means it is a big crack in the oceanic crust that used to accommodate the motion of plates slipping past each other. Fluids use this fracture and associated faults as pathways and, as where get closer to the Mid-Atlantic Ridge, the crust is thinner and therefore there are higher temperatures at shallower depths. Therefore, it might be a location in which hydrothermal activity can be detected. Hydrothermal fields are where hot fluids (from tens to hundreds of degrees Celsius) exit the seafloor and form mineral deposits. The best known of these are black-smokers, where the hot water is carrying lots of dissolved metals that precipitate when the hot fluid interacts with the cold seawater. When the hot fluid interacts with cold seawater a plume (smoke cloud) can form. These plumes tend to cause anomalies in the water column; temperature, turbidity (how light propagates through the seawater) and the reducing potential of the seawater may all be affected by the presence of a hydrothermal plume. We can test for all these things using the MAPR. These pieces of equipment are attached to cable and lowered down to within a few metres of the seafloor and record measurements every second. This dataset is analysed when the MAPR\u2019s are brought back onto the ship and the data can be used to pinpoint the likely position of hydrothermal venting on the seafloor.<\/p>\n<p>Dominik Palgan and Khalhela Zoeller<br \/>\nDredging and MAPR Team<br \/>\nPhD Candidates, GEOMAR<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_171\" style=\"width: 478px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-171\" class=\"size-medium wp-image-171\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__02-468x443.jpg\" alt=\"Manganknolle von Station 1. 21\/12\/2014 \/ Mn-Nodule from science station 1. 21\/12\/2014. \u00a9Khalhela Zoeller\" width=\"468\" height=\"443\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__02-468x443.jpg 468w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__02.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-171\" class=\"wp-caption-text\">Manganknolle von Station 1. 21\/12\/2014 \/ Mn-Nodule from science station 1. 21\/12\/2014. \u00a9Khalhela Zoeller<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_172\" style=\"width: 478px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-172\" class=\"size-medium wp-image-172\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__03-468x309.jpg\" alt=\"Fahrtleiter Colin Devey und Khalhela Zoeller bei der Erstbegutachtung \/ Chief Scientist Colin Devey and Khalhela Zoeller doing initial examination of the samples. \u00a9Thomas Walter\" width=\"468\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__03-468x309.jpg 468w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__03.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-172\" class=\"wp-caption-text\">Fahrtleiter Colin Devey und Khalhela Zoeller bei der Erstbegutachtung \/ Chief Scientist Colin Devey and Khalhela Zoeller doing initial examination of the samples. \u00a9Thomas Walter<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_169\" style=\"width: 478px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-169\" class=\"size-medium wp-image-169\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__04-468x351.jpg\" alt=\"Der Wissenschaftler Dominik Palgan programmiert das MAR vor dem Einsatz \/ Scientist Dominik Palgan programming the MAPR before deployment. \u00a9Khalhela Zoeller\" width=\"468\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__04-468x351.jpg 468w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/so237\/wp-content\/uploads\/sites\/31\/2014\/12\/SO-237__2014-12-25__04.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-169\" class=\"wp-caption-text\">Der Wissenschaftler Dominik Palgan programmiert das MAR vor dem Einsatz \/ Scientist Dominik Palgan programming the MAPR before deployment. \u00a9Khalhela Zoeller<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frohe Weihnachten w\u00fcnscht Expedition SO237 Diese Weihnachten haben wir damit verbracht, einige der Gesteinsproben, die wir auf der ersten wissenschaftlichen Station gesammelt haben, zu katalogisieren. 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