{"id":33,"date":"2019-05-09T15:41:23","date_gmt":"2019-05-09T14:41:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/?p=33"},"modified":"2019-05-10T09:33:42","modified_gmt":"2019-05-10T08:33:42","slug":"hallo-ihr-landratten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/2019\/05\/09\/hallo-ihr-landratten\/","title":{"rendered":"Hallo ihr Landratten!"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich habe mich gut auf See eingelebt und an die Besonderheiten eines  Schiffes gew\u00f6hnt. Das Schaukeln als st\u00e4ndiger Begleiter ist mir nun auch&nbsp; vertraut. Ich genie\u00dfe es, meinen Blick \u00fcbers Wasser schweifen zu lassen und die Wellen beim Brechen zu beobachten. Auf dem unteren Au\u00dfendeck ist man kaum h\u00f6her als die Wasserlinie, was eine faszinierende Atmosph\u00e4re erzeugt. Um uns herum nur Wasser und weit entfernt der  Horizont. Einige Vogelarten wie Sturmv\u00f6gel und T\u00f6lpel begleiten uns mit  der Hoffnung auf etwas Futter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/V\u00f6gelSome2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-41\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/V\u00f6gelSome2.jpg 800w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/V\u00f6gelSome2-480x360.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/V\u00f6gelSome2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Sturmv\u00f6gel und T\u00f6lpel begleiten das Schiff.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Um mich auf die erste richtige Messung vorzubereiten, nutzte ich die Zeit beim Abwettern zum \u00dcben. Das f\u00e4ngt schon beim Abf\u00fcllen des zu untersuchenden Meerwassers an. Wir haben unterschiedliche Gef\u00e4\u00dfe mit unterschiedlichen Eigenschaften, je nach Parameter, der bestimmt werden soll. Ein paar Parameter wie z. B. Sauerstoff werden direkt vor Ort auf dem Schiff gemessen und ausgewertet, andere hingegen im Labor im GEOMAR, wenn wir wieder zur\u00fcck sind von unserer Seereise.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Proben, die wir mit zur\u00fcck nehmen, muss auch auf die richtige Lagerung und Behandlung geachtet werden, sodass sich der zu messende Parameter nicht mit der Zeit ver\u00e4ndert. Durch Hinzuf\u00fcgen von Quecksilber-II-Chlorid z. B. werden biologische Prozesse in der Probe gestoppt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Abf\u00fcllen des Meerwassers ist es wichtig, dass blasenfrei bef\u00fcllt wird und beim Schlie\u00dfen des Gef\u00e4\u00dfes keine Luft mit eingeschlossen wird, da sonst die Probe verf\u00e4lscht werden k\u00f6nnte. Es ist immer noch st\u00fcrmisch und fast erwischt mich eine hohe Welle, die \u00fcber Deck schl\u00e4gt. Trotz des  ungem\u00fctlichen Wetters macht es Spa\u00df, drau\u00dfen zu stehen und dort zu  arbeiten, den Wellen und Wasserspritzern auszuweichen und dabei die  Gef\u00e4\u00dfe zu bef\u00fcllen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"498\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ProbenentnahmeSome-1-498x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ProbenentnahmeSome-1-498x1024.jpg 498w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ProbenentnahmeSome-1-350x720.jpg 350w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ProbenentnahmeSome-1-768x1580.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ProbenentnahmeSome-1.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><figcaption>Auch die Probenentnahme will gelernt sein.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch die anderen Wissenschaftler sind mit Testmessungen, Kalibrierungen der Ger\u00e4te und Vorbereitungen besch\u00e4ftigt. Ein Ger\u00e4t fasziniert mich, es wurde extra im Rahmen des Projekts STEMM-CCS gebaut und bisher erst einmal 2017 auf dem Forschungsschiff POLARSTERN verwendet. Danach wurde es weiter verbessert und soll auf dieser Fahrt wieder zum Einsatz kommen. Das besondere an dem Ger\u00e4t ist, dass es die Messungen direkt unter Wasser an dem Ort durchf\u00fchrt, der untersucht werden soll (In-situ-Messung). So sind die Ergebnisse noch genauer, da beim Sch\u00f6pfen und Heraufholen der Probe die Umgebungsparameter ver\u00e4ndert werden. Man kann mit einem Massenspektrometer die Konzentrationen unterschiedlicher Spurenstoffe detektieren, also die Zusammensetzung des Meerwassers bestimmen, z. B. wie viel CO<sub>2<\/sub> oder Methan gel\u00f6st ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem sind noch eine Videokamera und zwei Lampen installiert, sodass  man sogar Echtzeitbilder aus der Tiefe erh\u00e4lt. Falls es am Meeresboden  Bereiche mit ausstr\u00f6menden Gasen gibt, k\u00f6nnen diese anhand der  aufsteigenden Blasen direkt erkannt werden. Gerne m\u00f6chte ich dieses  Ger\u00e4t im Einsatz erleben und einen Blick in das Meer erhaschen. Doch  noch gibt es ein Problem. Der Ingenieur, der das Ger\u00e4t gebaut hat, ist mit  an Bord und kreist das Problem immer weiter ein, bis er es schlie\u00dflich auf einen Kabelbruch im Glasfaser der Winde zur\u00fcck f\u00fchren kann, die das  Ger\u00e4t versorgt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ReperaturSome2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-42\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ReperaturSome2.jpg 800w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ReperaturSome2-480x360.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/pos534\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2019\/05\/ReperaturSome2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Der Entwickler Sergiy arbeitet an der Reparatur dieses besonderen Ger\u00e4ts.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p> Um dieses zu beheben, ist jedoch spezielles Material erforderlich. Das  Team wei\u00df schnell zu reagieren und es werden Kollegen an Land im GEOMAR  kontaktiert. Diese organisieren das Material und einen Transport zu uns  aufs Schiff. Nachdem der Zoll den Transport abgesegnet hat, geht es  schon los und auch wir fahren zu dem n\u00e4chstgelegenen Hafen Hirtshals, wo  uns einige Stunden sp\u00e4ter die gepackte Seekiste per Speedboot  \u00fcberreicht wird. Dr\u00fcckt uns die Daumen, dass die Bruchstelle bald  identifiziert ist und repariert werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>For an English version of this blog go to the <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/stemmccs.blog\/\" target=\"_blank\">STEMM-CCS website<\/a><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich gut auf See eingelebt und an die Besonderheiten eines Schiffes gew\u00f6hnt. Das Schaukeln als st\u00e4ndiger Begleiter ist mir nun auch&nbsp; vertraut. 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