{"id":1274,"date":"2026-06-16T20:31:00","date_gmt":"2026-06-16T18:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/?p=1274"},"modified":"2026-06-16T08:31:49","modified_gmt":"2026-06-16T06:31:49","slug":"schiffe-aber-mit-erneuerbaren-energien-geht-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/2026\/06\/16\/schiffe-aber-mit-erneuerbaren-energien-geht-das\/","title":{"rendered":"Schiffe \u2013 aber mit erneuerbaren Energien: Geht das?"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor*in: benthos531<\/p>\n\n\n\n<p>Schiffe \u2013 aber mit erneuerbaren Energien: Geht das?<\/p>\n\n\n\n<p>Durch den Klimawandel wird unsere Erde immer st\u00e4rker gesch\u00e4digt. Da diese Erw\u00e4rmung des Klimas haupts\u00e4chlich anthropogen ist, ist es die Verantwortung der Menschheit, sich um dieses Problem zu k\u00fcmmern. Doch wo setzt man an?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein guter Anfang w\u00e4re es, erneuerbare Energien auszubauen und diese vor allem in der an Stelle von fossilen Rohstoffen zu verwenden. Hier stellt sich jedoch die Frage, in welchen Teilen der Wirtschaft und der Industrie die gr\u00f6\u00dfte Dringlichkeit zu diesem Wechsel besteht, da es unm\u00f6glich ist, alle m\u00f6glichen Einsatzbereiche gleichzeitig abzudecken. Und nat\u00fcrlich: welche erneuerbaren Energien kommen \u00fcberhaupt in Frage?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der dr\u00e4ngendsten Ansatzstellen stellt in die Schifffahrt dar. T\u00e4glich verbraucht ein mittelgro\u00dfes Containerschiff in etwa 100-150 Tonnen an fossilem Brennstoff und bringt dabei 300-450 Tonnen CO2 in die Luft. Dass der globale Schiffsverkehr dementsprechend pro Jahr ca. 1 Milliarde Tonnen CO2 verursacht, ist seit vielen Jahren bekannt. Trotzdem ist in diesem Bereich bisher nicht allzu viel passiert, da jeder auf den anderen wartet und deswegen niemand den Anfang macht. Denn sowohl das Umbauen der Schiffe, als auch das der H\u00e4fen, ist teuer. Und wenn Angebot und Nachfrage nicht gro\u00df genug sind, lohnt sich das Handeln wirtschaftlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Alternativen haben sich zun\u00e4chst Fl\u00fcssigerdgas (LNG) oder unterst\u00fctzende Antriebsformen angeboten. LNG wird jedoch ebenfalls fossil bezogen (also nicht viel besser als Schwer\u00f6l) und ist somit ein begrenztes Gut, w\u00e4hrend unterst\u00fctzende Antriebsformen wie Flettner Rotoren oder Sky Sails keinen wirklichen Vorteil haben und daher nicht mehr genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielversprechendere Alternativen sind synthetische Kraftstoffe, also die Erzeugung tankbarer Energie aus erneuerbaren Energien wie Wind-, Solar- oder Wasserkraft. Eine Herausforderung hierbei ist, dass etwa die H\u00e4lfte des Containerschiffes mit Batterien beladen werden m\u00fcsste, was die Transportkapazit\u00e4t enorm sinken l\u00e4sst. Auch bei der Verwendung von Wasserstoff als Energietr\u00e4ger w\u00fcrde dieses Problem weiter bestehen, da es sich um ein sehr fl\u00fcchtiges Gas handelt, dass in Ammoniak oder Methanol gespeichert werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prozess, in dem der Wasserstoff gewonnen und fixiert wird, ist zus\u00e4tzlich sehr energieaufw\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die gravimetrische Energiedichte von reinem Wasserstoff sehr viel h\u00f6her ist als die von Steinkohle oder Diesel ist die volumetrische Energiedichte viel zu gering.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine L\u00f6sung w\u00e4re es, dass wenn der Wasserstoff in Methanol oder Ammoniak gespeichert wird (was ein geringeres Volumen in Anspruch nimmt), mehr Tankvolumen einzuplanen oder h\u00e4ufiger Tankstopps zu machen. Obwohl dies die Fahrpl\u00e4ne einschr\u00e4nken k\u00f6nnte, lohnt sich dieser Ansatz vor<\/p>\n\n\n\n<p>allem bei Routen, die Nahe des Festlands verlaufen und bei denen die Tankstopps somit kein gro\u00dfer Umweg w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Herausforderungen bei dieser Alternative w\u00e4re nat\u00fcrlich auch die Speicherung des E-Fuels am Hafen, da die Infrastruktur dort aktuell noch nicht ausgebaut ist und der H-Treibstoff teurer ist als Schwer\u00f6l.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Endeffekt werden hier in Zukunft vermutlich mehrere L\u00f6sungsans\u00e4tze verfolgt, sodass man am Ende einen Mix aus erneuerbaren Energiealternativen anstatt der fossilen Treibstoffe nutzt. Denkbar w\u00e4re hier, je nach Bedarf des Schiffes die Antriebsart anzupassen, um so den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Nutzen f\u00fcr die Wirtschaft aber auch die Umwelt zu ziehen. Davon w\u00fcrden beide auf langfristige Sicht hin profitieren, da der Bedarf an erneuerbaren Treibstoffen in der maritimen Branche in den n\u00e4chsten Jahren vermutlich steigen wird und Schwer\u00f6l in Hinsicht auf den Klimawandel nicht wirklich ein weiter verfolgbarer Weg ist. Au\u00dfer den genannten Alternativen gibt es zudem noch viele weitere Ans\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Schifffahrt ein gro\u00dfer Teil unserer heutigen globalen Wirtschaft ist, finde ich dieses Thema besonders wichtig, da es viel zu wenig thematisiert wird und zudem auch das Forschen an erneuerbaren Energien spezifisch f\u00fcr die Schifffahrt unfassbar spannend ist. Auch im Bezug auf andere Aspekte der Schifffahrt (wie z.B. der durch die Motoren verursachte L\u00e4rm und seine Auswirkungen auf die Lebewesen im Meer) gibt es noch sehr viel zu lernen und zu forschen, um die Meere besser zu sch\u00fctzen und sie wenn \u00fcberhaupt nachhaltig zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor*in: benthos531 Schiffe \u2013 aber mit erneuerbaren Energien: Geht das? Durch den Klimawandel wird unsere Erde immer st\u00e4rker gesch\u00e4digt. Da diese Erw\u00e4rmung des Klimas haupts\u00e4chlich anthropogen ist, ist es die Verantwortung der Menschheit, sich um dieses Problem zu k\u00fcmmern. Doch wo setzt man an? Ein guter Anfang w\u00e4re es, erneuerbare Energien auszubauen und diese vor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":271,"featured_media":1170,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1274","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-the-view-of-a-scientist"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/users\/271"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1274"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1276,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1274\/revisions\/1276"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1170"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}