{"id":1272,"date":"2026-06-16T08:26:32","date_gmt":"2026-06-16T06:26:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/?p=1272"},"modified":"2026-06-16T08:26:32","modified_gmt":"2026-06-16T06:26:32","slug":"ein-umrusten-der-schifffahrt-ist-der-klimawandel-noch-zu-bremsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/2026\/06\/16\/ein-umrusten-der-schifffahrt-ist-der-klimawandel-noch-zu-bremsen\/","title":{"rendered":"Ein Umr\u00fcsten der Schifffahrt? &#8211; Ist der Klimawandel noch zu bremsen?"},"content":{"rendered":"\n<p>Autorin: Amelie Hellmich<\/p>\n\n\n\n<p>In der Automobilindustrie geht es mittlerweile immer weiter voran mit der Nutzung von erneuerbaren Energien zur Versorgung von Transportmitteln, aber auch in der Schifffahrt wird dar\u00fcber schon l\u00e4nger diskutiert. Die Schifffahrt bezieht einen sehr hohen Anteil in der CO<sub>2<\/sub>-Bilanz der Bev\u00f6lkerung und es w\u00e4re weitaus wichtiger dort verst\u00e4rkt nach vern\u00fcnftigen Methoden zu suchen, um den Verbrauch von Kraftstoffen zu reduzieren oder zu erneuerbaren Energien umzulenken. Doch irgendwie geht es dort nur sp\u00e4rlich voran.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich werden Containerschiffe mit fossilen Brennstoffen angetrieben, global gehen dabei etwa 1 Milliarde Tonnen CO<sub>2<\/sub> aus der Schifffahrt pro Jahr in die Umwelt. Selbst ein einzelnes mittelgro\u00dfes Containerschiff verbraucht etwa 100-200 Tonnen Treibstoff und setzt somit 300-450 Tonnen CO<sub>2<\/sub> frei. Damit einher gehen auch andere toxische Stoffe wie Schwefeloxide, welche f\u00fcr sauren Regen sorgen k\u00f6nnen, Ru\u00df und mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Daran will unter anderem die IMO etwas \u00e4ndern, bis sp\u00e4testens 2050 soll die Schifffahrt klimaneutral sein. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man bedenkt, dass so ein Schiff sehr langlebig ist und ein Umr\u00fcsten auf andere Treibstoffe sehr teuer sein w\u00fcrde. Auch in der EU-Regelung \u201eFit-for-55\u201c wird von einer 80% Senkung der Treibhausemissionen und von Emission-Control-Areas gesprochen. In diesen Gebieten, welche nur an einigen K\u00fcstenzonen vorherrschen, ist allerdings nur von einem Limit der Schwefeloxidemissionen die Rede, was die Problematik des CO<sub>2<\/sub> Aussto\u00dfes nicht senken w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was f\u00fcr L\u00f6sungsans\u00e4tze gibt es nun konkret f\u00fcr Schiffe? Ein langsameres Fahren der Schiffe w\u00fcrde schon einen erheblichen Beitrag leisten, um den Treibstoffverbrauch zu senken. Jedoch steht das im Konflikt zu den engen Zeitpl\u00e4nen, die eingehalten werden m\u00fcssen. Fl\u00fcssigerdgas wird aktuell schon bei manchen Schiffen eingesetzt, es ist zwar auch ein fossiler Brennstoff, aber mit einer etwas besseren CO<sub>2<\/sub>-Bilanz und weniger Schwefel. Das ist auf Dauer also definitiv auch keine L\u00f6sung. Besser k\u00f6nnte es bei sogenannten E-Fuels aussehen, diese sind synthetisch hergestellte Kraftstoffe durch erneuerbare Energien. Kleinere Schiffe, wie F\u00e4hren oder Schiffe mit kurzen Fahrwegen k\u00f6nnen zum Beispiel durch Strom betrieben werden oder zumindest mit Hybridtechnologie genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr etwas weitere regionale Strecken ist Wasserstoff ein guter L\u00f6sungsansatz, aber auch nur wenn dieser nachhaltig produziert wurde und als gr\u00fcner Wasserstoff eingestuft werden kann. Wasserstoff besitzt zwar sehr viel mehr Energie als normaler Treibstoff, ben\u00f6tigt daf\u00fcr aber auch mehr Volumen im Tank, sodass am Ende mehr Platz des Schiffes f\u00fcr Treibstoff bereitstehen muss. Deshalb wird Wasserstoff oft in Ammoniak oder Methanol umgewandelt, um das Volumen zumindest etwas verringern zu k\u00f6nnen, dabei geht allerdings auch viel der Energie bei den Umwandlungsprozessen verloren. Hier muss also entschieden werden, ob mehr Platz f\u00fcr die Treibstofflagerung hergegeben werden kann oder \u00f6fter getankt werden muss. Daf\u00fcr w\u00e4re es aber wichtig die Infrastruktur an Land weiter auszubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt noch viele andere Varianten von Technologien, die diskutiert werden. So stehen zum Beispiel auch Flettner Rotoren, Sky-Sails oder Atomkraft mit im Raum, aber auch all diese Vorschl\u00e4ge sind nicht komplett ausgereift. Eine optimale L\u00f6sung gibt es zwar noch nicht, es sollte aber m\u00f6glichst intensiv weiter daran geforscht werden, um die Treibhausgasemissionen zu bremsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Exportnation sind wir ein Land mit Wohlstand. Auch, wenn es Vieles gibt, wor\u00fcber sich beschwert wird und Vieles nicht funktioniert, so geht es uns vergleichsweise doch ziemlich gut. Wir sind eine treibende Kraft f\u00fcr die Schifffahrt, also k\u00f6nnen wir auch daf\u00fcr sorgen, dass die Schifffahrt reduziert wird. Wenn also jeder Einzelne auf seinen Kosum besser achten w\u00fcrde, schaut woher etwas kommt oder zwei Mal \u00fcberlegt, wie sehr wirklich etwas bestellt werden muss, dann w\u00e4re damit schon viel geholfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr die Meereswelt w\u00e4re das sehr gut, wenn weniger Schiffe fahren m\u00fcssten. Schiffsl\u00e4rm ist f\u00fcr viele Meeress\u00e4uger ein Problem f\u00fcr deren Navigationssystem. Andere Probleme wie Tankreinigung, Verklappung und die Abfallwirtschaft k\u00f6nnten minimiert werden. Das \u00fcbersch\u00fcssige CO<sub>2<\/sub>, welches zum gro\u00dfen Teil im Meer gebunden wird, sch\u00e4digt alle Meerestiere mit Kalkschale. Die Grenzen sind an vielen Punkten \u00fcberschritten. Doch am Ende ist es wichtig, dass an allen Ecken etwas getan wird, denn weder die Schifffahrt allein, noch eine einzelne Person kann den Klimawandel aufhalten, aber vielleicht schaffen wir es, es zumindest besser zu machen als es jetzt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autorin: Amelie Hellmich In der Automobilindustrie geht es mittlerweile immer weiter voran mit der Nutzung von erneuerbaren Energien zur Versorgung von Transportmitteln, aber auch in der Schifffahrt wird dar\u00fcber schon l\u00e4nger diskutiert. 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