{"id":1265,"date":"2026-06-10T12:08:23","date_gmt":"2026-06-10T10:08:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/?p=1265"},"modified":"2026-06-10T12:08:24","modified_gmt":"2026-06-10T10:08:24","slug":"diesel-dimensionen-deluxe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/2026\/06\/10\/diesel-dimensionen-deluxe\/","title":{"rendered":"Diesel-Dimensionen Deluxe"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor:in: anonym<\/p>\n\n\n\n<p>Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind in allen Branchen ein Thema, das vornean stehen sollte. Das ist in der Schifffahrt nicht anders als in der Landwirtschaft. Den Umstand, dass Landwirtschaft wie nahezu alles andere von der Schifffahrt oder zumindest dem Transportwesen abh\u00e4ngig sind, \u00fcbersieht man schnell.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vortrag \u00fcber die Versorgung der Schifffahrt mit erneuerbaren Energien hat mir pers\u00f6nlich zum wiederholten Mal und sehr eindr\u00fccklich vor Augen gef\u00fchrt, in was f\u00fcr einer kurzweiligen, vernetzten und un\u00fcbersichtlichen Welt wir leben. Dar\u00fcber, dass grunds\u00e4tzlich alles, was das Herz begehrt, zu jeder Zeit zur freien Verf\u00fcgung in den Regalen im Laden steht, ist zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden. Wie es da hin kommt, ist f\u00fcr uns als Autonormalverbraucher im besten Fall ein Kompromiss, in der Regel ein Mysterium und im schlechtesten Fall egal.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Landwirtin wei\u00df ich nat\u00fcrlich, wie viel Arbeit dahintersteckt, hochwertige und gesunde Lebensmittel in den Einzelhandel zu bringen, aber dass alle anderen Gewerbe ebenfalls viel Aufwand betreiben, um Waren zu produzieren und zu transportieren, \u00fcbersieht man h\u00e4ufig, wenn man sich nicht explizit damit besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ich gelernt habe, braucht ein mittelgro\u00dfes Containerschiff 100-150 Tonnen Treibstoff am Tag und dabei sprechen wir nicht von Biodiesel, sondern Schwer\u00f6l und Diesel. Wenn ich mir da den 40-Liter-Tank meines Kleinwagens ansehe, habe ich schon kein ganz so schlechtes Gewissen mehr, gelegentlich das Auto zu bem\u00fchen. F\u00e4llt mir dann ein, dass das aber ja jeder so macht, sind wir vermutlich auch bei den Autos ganz schnell wieder bei t\u00e4glich verbrauchten Kraftstoffmengen, die mein Vorstellungsverm\u00f6gen f\u00fcr Zahlen \u00fcbersteigen, und der kurze Moment der Erleichterung ist vorbei. Dass ein Schlepper oder eine Erntemaschine wie M\u00e4hdrescher oder H\u00e4cksler<\/p>\n\n\n\n<p>einen gro\u00dfen Tank brauchen und bei der Arbeit t\u00e4gliche Mengen an Diesel durchlassen, die andere mit dem PKW im Monat verfahren, ist auch kein Geheimnis \u2013 die produzieren dabei aber Lebensmittel und Rohstoffe f\u00fcr uns alle. Denn essen m\u00fcssen wir alle jeden Tag. Und auch in der Landwirtschaft wird an Alternativen f\u00fcr Kraftstoffe geforscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Genauso verh\u00e4lt es sich mit der Schifffahrt. Diese Schiffe sind in der Regel nicht aus Spa\u00df an der Freude, sondern mit Waren f\u00fcr uns als Endverbraucher in unserer gem\u00fctlichen Wohlstandsgesellschaft unterwegs. Dass dabei im globalen Schiffverkehr eine Milliarde Tonnen CO2 j\u00e4hrlich entstehen, ist der Kompromiss, den wir bisweilen eingehen, um G\u00fcter zu transportieren, die anderswo g\u00fcnstiger produziert oder \u00fcberhaupt unter klimatischen Bedingungen angebaut werden k\u00f6nnen, die wir hier nicht haben. Bananen und Soja wachsen nicht hier im Vorgarten, schon gar nicht in den Mengen, die wir verbrauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nur, weil etwas bisher so gewesen ist, hei\u00dft das ja nicht, dass es f\u00fcr immer so bleiben muss. Umso spannender war es, zu sehen, wo es auf dem Wasser mit der Kraftstoffversorgung hingehen kann. Fl\u00fcssigerdgas und Flettner Rotoren sind nur \u00dcbergangsl\u00f6sungen oder unterst\u00fctzende Antriebsformen. Mein heimlicher Favorit, dass Containerschiffe wieder unter Segeln fahren k\u00f6nnten, ist utopisch und g\u00e4nzlich praxisuntauglich. Containerschiffe haben Fahrpl\u00e4ne einzuhalten, an die sich Wind und Wetter nicht halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Synthetische Kraftstoffe, auch E-Fuels genannt, wie Strom, Wasserstoff, Methanol und Ammoniak sind da schon eher praktikabel, aber auch diese haben ihre ganz eigenen Herausforderungen wie mangelnde Infrastruktur und gr\u00f6\u00dferes Ladevolumen. Au\u00dferdem sind Erzeugung und Bereitstellung, der rechtliche Rahmen und die Konkurrenz mit anderen Verbrauchern nicht immer ganz einfach. Dar\u00fcber hinaus haben die Verfahren zur Herstellung Umwandlungsverluste, die mehr werden, je mehr Schritten das jeweilige Verfahren bedarf. Des Weiteren sind alle neuen Technologien am Anfang teuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Land ist uns E-Mobilit\u00e4t mit Gr\u00fcnstrom inzwischen gel\u00e4ufig \u2013 auch f\u00fcr Schlepper und vor allem hofnahe Maschinen wie Futtermischw\u00e4gen wird an Elektromotoren und Energiespeichern f\u00fcr Strom aus den hauseigenen PV-Anlagen get\u00fcftelt und die Infrastruktur aufgebaut. Dann k\u00f6nnte der Futtermischwagen mit dem Strom vom Dach dar\u00fcber geladen werden. Viele Betriebe arbeiten daran, ihre eigene Energie zu produzieren und weitgehend autark zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Schiffe, die den Atlantik \u00fcberqueren sollen, stellt es wiederum eine Herausforderung dar, wenn auf der anderen Seite im Hafen nicht der erneuerbare Kraftstoff angeboten wird, der f\u00fcr die Heimreise gebraucht wird. Es m\u00fcssen jetzt parallel die Infrastrukturen in den H\u00e4fen und die neuen Motoren f\u00fcr die jeweiligen Kraftstoffe gebaut werden. Es wird also zun\u00e4chst mit Dual-Fuel-Motorentechnik gearbeitet, die je nach Tankm\u00f6glichkeit den einen oder den anderen Kraftstoff nutzen und auf den dementsprechenden Motor umschalten k\u00f6nnen, und auch danach wird es vermutlich eine bunte Mischung verschiedener L\u00f6sungen. W\u00e4hrend die Ausgangssituation der Schifffahrt auf den Laien sehr \u00fcberw\u00e4ltigend gewirkt hat, sind die Aussichten nicht ganz hoffnungslos. Dass die Umgestaltung der Schifffahrt nicht von heute auf morgen stattfindet, schon weil Schiffe in der Regel eine Lebenszeit von 40 Jahren haben und bisweilen noch vorrangig Schiffe mit Dieselmotoren gebaut werden, sollte jedem klar sein, aber es ist nichtsdestotrotz spannend zu sehen, was f\u00fcr Ideen im Umlauf sind!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor:in: anonym Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind in allen Branchen ein Thema, das vornean stehen sollte. Das ist in der Schifffahrt nicht anders als in der Landwirtschaft. 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