{"id":1217,"date":"2026-06-02T09:54:00","date_gmt":"2026-06-02T07:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/?p=1217"},"modified":"2026-06-02T11:43:19","modified_gmt":"2026-06-02T09:43:19","slug":"blogbeitrag-zur-ringvorlesung-governance-des-ozeanswem-gehort-der-nord-und-sudpol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanvoices\/2026\/06\/02\/blogbeitrag-zur-ringvorlesung-governance-des-ozeanswem-gehort-der-nord-und-sudpol\/","title":{"rendered":"Blogbeitrag zur Ringvorlesung \u201cGovernance des Ozeans:Wem geh\u00f6rt der Nord- und S\u00fcdpol?\u201d"},"content":{"rendered":"\n<p>Autorin: Jenny <\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Der Vortrag von Dr. Moritz von Rochow, Dozent am Walther-Sch\u00fccking-Institut f\u00fcr Internationales Recht an der CAU Kiel, handelte von den v\u00f6lkerrechtlichen<br>Herausforderungen des Arktischen- und des Antarktischen Ozeans. So stark sich diese Meere geologisch unterscheiden, die Arktis ist als zugefrorenes Meer von L\u00e4ndern wie Kanada, Alaska (Vereinigte Staaten), Gr\u00f6nland (D\u00e4nemark), Norwegen und Russland umgeben, w\u00e4hrend die Antarktis eine eigene Landmasse beherbergt, die von den Weltmeeren Atlantik, Pazifik und dem Indischen Ozean umschlossen ist, so stark verschieden sind ihre gesetzlichen Regelungen und L\u00e4nderinteressen. Die Frage um die Besitzanspr\u00fcche des Nord- und S\u00fcdpols gestaltet sich als ein stark interdisziplin\u00e4res Gebiet, das Aspekte des internationalen Rechts, der globalen Logistik und G\u00fcterversorgung, der Milit\u00e4rpolitik, Rohstoffvorkommen sowie des Naturschutzes und der Geologie zu vereinen versucht. Das Thema wurde von Dr. Rochow in die Themenbl\u00f6cke Arktis, Gr\u00f6nland und Antarktis gegliedert. <br><br>Eines meiner gr\u00f6\u00dften learnings aus dem Vortrag war ebendieser gro\u00dfe Unterschied zwischen den Regelungen der Arktis und der Antarktis. In der Arktis lassen sich die Interessen in den Handelsrouten der Nordwestpassage und der Nordostpassage zusammenfassen sowie die Frage, wem die Meeresb\u00f6den und die damit enthaltenen Bodensch\u00e4tze geh\u00f6ren. Diese Handelsrouten sind zurzeit meist zugefroren und das Ringen um den Zugang zu diesen ist insbesondere zuk\u00fcnftige Interessen, falls diese kommend durch l\u00e4ngere eisfreie Perioden zug\u00e4nglicher werden. In diesem Fall ist der Vorteil der beiden Passagen eine deutliche Verk\u00fcrzung der Fahrtstrecken im Vergleich zu den Bestehenden. Die zwei Kontrahenten im Ringen um die Nordwestpassage sind die Landesbesitzanspr\u00fcche von Kanada an den arktischen Archipel und das internationale Recht auf Transitdurchfahrt (Art. 38, SR\u00dc), das das Recht<br>auf Durchfahrt f\u00fcr beschriebene Meerengen beinhaltet. In der Debatte um die Nordostpassage besteht die \u00e4hnliche Situation der Sicht Russlands der Nordseeroute als inneres Gew\u00e4sser und des globalen Interesses der Transitdurchfahrt. Runtergebrochen geht es in der Frage um den arktischen Meeresboden um die geologischen Definitionen des Submarinen Ridges und der Submarinen Elevation, f\u00fcr dessen Beurteilungen es geologischer Expertise bedarf, und die beschlie\u00dfen, welche Meeresboden-Gebiete welchem Land zugewiesen werden. Im Kontrast zur aktiven Debatte um die Arktis besteht seit Langem der Antarktisvertrag, der eine ausschlie\u00dfliche Nutzung der Gebiete f\u00fcr<br>friedliche Zwecke regelt und milit\u00e4rische Ma\u00dfnahmen untersagt. Aus meiner Perspektive als Biologin betrachte ich \u00d6kosysteme automatisch aus der Sicht des Naturschutzes, und das ist auch mein direkter Bezug zu dem Thema. Zudem betrachte ich die schiere Hoffnung auf das Auftauen der Handelsrouten und die weitreichenden Auswirkungen auf die gesamte Natur und das globale Klima sowie die begrenzten Ressourcen dieses Planeten, die mit fortlaufend drastischeren Eingriffen in entlegende \u00d6kosysteme angegangen werden, mit Sorge. Mich hat es insbesondere gefreut, meinen biologisch gepr\u00e4gten Horizont durch die Einblicke in die internationalen Interessen, die der Vortrag mir erm\u00f6glicht hat, zu erweitern. Meiner Meinung nach braucht es fundiertes Wissen, z.B.<br>von ausgebildeten Dozenten, \u00fcber m\u00f6glichst viele Bereiche eines solch komplexen Themas, die eben au\u00dferhalb der eigenen Expertise liegen, damit die einzelnen Interessen verstanden werden k\u00f6nnen und um dann zusammenkommen zu k\u00f6nnen. Dabei sehe ich die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung in dieser Frage, so viele Interessen und Disziplinen miteinander zu vereinen. Dazu geh\u00f6rt f\u00fcr mich die Neigung von Experten, Themen kompliziert zu definieren, sodass der allgemeine Zugang erschwert wird, wie es z.B. in Gesetzen mit Grauzonen oder auch geologischen Definitionen passiert. Als besonders schwieriges Unterfangen gestaltet es sich nun, wenn das bestehende V\u00f6lkerrecht von L\u00e4ndern gar nicht erst akzeptiert und gebrochen wird. Berechtigterweise kam die Diskussionsfrage aus dem Publikum, wie gut Meeresschutzgebiete funktionieren, wenn sich in bestimmten Kriegsgebieten nicht einmal an das V\u00f6lkerrecht gehalten wird. Eine weitere Frage aus dem Publikum, ob es auch andere Interessen f\u00fcr Gebietsanspr\u00fcche gibt, z.B. zum Schutz von indigenen V\u00f6lkern, r\u00fcckte sehr sch\u00f6n ins Licht, dass neben all den lauten Rufen nach Besitzanspr\u00fcchen von L\u00e4ndern, Schiffsrouten und weiten wirtschaftlichen Interessen leisere Anliegen v\u00f6llig untergehen k\u00f6nnen. Als Verantwortung f\u00fcr das Erbe der zuk\u00fcnftigen Generationen sehe ich die Pflicht, zusammenzuarbeiten, um den Druck f\u00fcr das Einhalten bestehender Gesetze zu erh\u00f6hen und somit Menschenrechte zu wahren, Klimaziele einzuhalten, Naturschutzgesetze zu erlassen und zu befolgen, unabh\u00e4ngige Forschung zu erm\u00f6glichen.<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autorin: Jenny Der Vortrag von Dr. Moritz von Rochow, Dozent am Walther-Sch\u00fccking-Institut f\u00fcr Internationales Recht an der CAU Kiel, handelte von den v\u00f6lkerrechtlichenHerausforderungen des Arktischen- und des Antarktischen Ozeans. 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