{"id":529,"date":"2015-03-05T09:46:39","date_gmt":"2015-03-05T09:46:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/?p=529"},"modified":"2015-03-06T09:47:17","modified_gmt":"2015-03-06T09:47:17","slug":"vortrag-welterbe-ozean-problematiken-und-losungsansatze-fur-unsere-meere-von-prof-dr-reinhold-leinfelder-am-3-marz-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/2015\/03\/05\/vortrag-welterbe-ozean-problematiken-und-losungsansatze-fur-unsere-meere-von-prof-dr-reinhold-leinfelder-am-3-marz-2015\/","title":{"rendered":"Vortrag \u201eWelterbe Ozean \u2013 Problematiken und L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr unsere Meere\u201c von Prof. Dr. Reinhold Leinfelder am 3. M\u00e4rz 2015"},"content":{"rendered":"<p>Auf die wachsenden Probleme in unseren Meeren aufmerksam machen und m\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze aufzeigen \u2013 darum ging es in dem Abendvortrag von Prof. Dr. Reinhold Leinfelder am vergangenen Dienstag im Kieler KulturForum. Sein Vortrag \u201e<a title=\"Veranstaltungsank\u00fcndigung auf FutureOcean.org\" href=\"http:\/\/www.futureocean.org\/de\/cluster\/events\/event.php?id=2147\" target=\"_blank\">Welterbe Ozean \u2013 Problematiken und L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr unsere Meere<\/a>\u201c bildete den Auftakt zum internationalen \u201eOcean Sustainability Science Symposium\u201c. Als neue wissenschaftliche Hilfskraft des Exzellenzclusters habe ich mir diesen nat\u00fcrlich nicht entgehen lassen.<\/p>\n<p>Vor rund 70 Zuh\u00f6rern sprach der an der Freien Universit\u00e4t Berlin lehrende Pal\u00e4ontologe und Geologe \u00fcber die Nutzung der Meere heute und morgen und die daraus resultierenden Problematiken der Ozeansch\u00e4digung. Die Meere fungieren f\u00fcr den Menschen n\u00e4mlich nicht nur als lebenswichtige Quelle und Infrastruktur, sondern leider auch als Senke, in dem in gro\u00dfen Mengen Abfall wie Schwermetalle, D\u00fcngemittel, Pestizide und Plastik entsorgt wird. Besonders schockierend: Allein an Plastikm\u00fcll gelangen weltweit jedes Jahr rund f\u00fcnf Millionen Tonnen (<a title=\"Jambeck et.al. 2015 in Science\" href=\"http:\/\/www.sciencemag.org\/content\/347\/6223\/768\" target=\"_blank\">die Zahlen schwanken<\/a>) in die Meere. Ein weiteres Problem, das Prof. Dr. Leinfelder an diesem Abend ansprach, ist die \u00dcberfischung, f\u00fcr die er den Begriff \u201eneoimperialer Fischfang\u201c verwendet. In gro\u00dfen Flotten mit gigantischen Fangnetzen, die oftmals eine Gr\u00f6\u00dfe von mehreren Fu\u00dfballfeldern haben, wird gefischt was das Zeug h\u00e4lt. Dazu steigen die Aquakulturproduktionen rasant, allen voran die Lachsproduktion in China \u2013 die Nachfrage ist schlie\u00dflich gro\u00df.<\/p>\n<p>Hinzu kommt noch eine weitere Herausforderung: Kohlendioxid. Weil die Ozeane eine erhebliche Kohlendioxidmenge aufnehmen, schlucken sie einen gro\u00dfen Teil des vom Menschen freigesetzten Treibhausgases. Wie stark der Lebensraum Meer auf diese zus\u00e4tzliche CO2-Aufnahme reagiert, ist kaum absehbar. Die Auswirkungen des Menschen auf die Ozeane haben langfristige Folgen, deren Ausma\u00dfe schwer zu messen sind. Hier wird das sogenannte Kipppunkt-Problem deutlich: \u00c4hnlich wie bei der Vorhersage eines Erdbebens wissen Forscher zwar, dass sich etwas zusammenbraut, doch k\u00f6nnen sie nicht sagen, wann genau der Ist-Zustand kippt und wir vor einer unumkehrbaren Katastrophe stehen.<\/p>\n<p>Dass aus diesem Grund das Thema Ozeansch\u00e4digung in der Politik gerne in den Hintergrund r\u00fcckt, kann Prof. Dr. Leinfelder best\u00e4tigen. Dennoch habe er in j\u00fcngster Zeit eine zunehmende Sensibilisierung festgestellt. Von 2008 bis 2013 war er Mitglied des <a title=\"Webseite des WBGU\" href=\"http:\/\/www.wbgu.de\/\" target=\"_blank\">wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung<\/a> Globale Umweltver\u00e4nderungen (WBGU) und ist Co-Autor des 2013 erschienenen Gutachtens \u201e<a title=\"Gutachten &quot;Menscheitserbe Meer&quot; des WBGU\" href=\"http:\/\/www.wbgu.de\/hauptgutachten\/hg-2013-meere\/\" target=\"_blank\">Welt im Wandel \u2013 Menschheitserbe Meer<\/a>\u201c. Um endlich vom Wissen zum Handeln zu gelangen, spricht er sich darin unter anderem f\u00fcr ein ganzheitliches Ozeanmanagement mit einem umfassenden Ma\u00dfnahmenkatalog in Form eines Top-Down-Modells (Vereinte Nationen, G20, EU, multinationale Allianzen) aus. Das Seerechts\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Insbesondere das Problem Kohlendioxid d\u00fcrfe jedoch keineswegs vernachl\u00e4ssigt werden: Wenn der weltweite CO2-Aussto\u00df nicht langfristig sinke, stehe auch das beste Management der Zerst\u00f6rung der Lebenswelt Ozean machtlos gegen\u00fcber. Zur Veranschaulichung des Gutachtens hat der WBGU sogar<a title=\"Comic Transformation des WBGU\" href=\"http:\/\/www.wbgu.de\/comic-transformation\/\" target=\"_blank\"> einen Comic<\/a> entworfen, der erkl\u00e4rt, wie Regierungen, Wissenschaft und B\u00fcrger etwas zu einer klimavertr\u00e4glichen, nachhaltigen Gesellschaft beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch auch abseits der gro\u00dfen politischen B\u00fchne kann jeder etwas tun, es f\u00e4ngt beim Essen an. Ein gewisser Druck muss schlie\u00dflich von der Gesellschaft ausgehen, damit sich oben etwas bewegt. Der gro\u00dfe politische Durchbruch ist n\u00e4mlich bisher ausgeblieben. Ein Perspektivenwechsel ist n\u00f6tig: Das Meer geh\u00f6rt uns allen \u2013 und Eigentum verpflichtet ja bekanntlich.<\/p>\n<p>Julia Janssen (The Future Ocean)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die wachsenden Probleme in unseren Meeren aufmerksam machen und m\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze aufzeigen \u2013 darum ging es in dem Abendvortrag von Prof. Dr. Reinhold Leinfelder am vergangenen Dienstag im Kieler KulturForum. Sein Vortrag \u201eWelterbe Ozean \u2013 Problematiken und L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr unsere Meere\u201c bildete den Auftakt zum internationalen \u201eOcean Sustainability Science Symposium\u201c. 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