{"id":423,"date":"2014-12-03T12:53:54","date_gmt":"2014-12-03T12:53:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/?p=423"},"modified":"2014-12-04T10:15:57","modified_gmt":"2014-12-04T10:15:57","slug":"da-mag-viel-aberglaube-dazwischen-sein-aber-es-ist-so","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/2014\/12\/03\/da-mag-viel-aberglaube-dazwischen-sein-aber-es-ist-so\/","title":{"rendered":"&#8220;Da mag viel Aberglaube dazwischen sein. Aber es ist so.&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><em>Mit diesem Zitat von Theodor Storm schloss Politologe Dr. Wilhelm Knelangen seine Lesung aus dem Schimmelreiter im Kieler Audimax. &#8220;Das Meer als Kulturraum&#8221;, so der Titel der gestrigen Auflage der Ringvorlesung &#8220;Ozean im Wandel &#8211; Herausforderungen f\u00fcr die Zukunft&#8221;. Doch von Anfang an:<\/em><\/p>\n<p>Anders als sonst \u00fcblich, kamen die Geistes- und Kulturwissenschaften zu Wort, um hinsichtlich der Perspektive eines nachhaltigen Umgangs mit marinen Ressourcen Ideen\u00a0und Denkanst\u00f6\u00dfe\u00a0zu formulieren.\u00a0Unter Leitung von Frau Dr. Ulrike Kronfeld-Goharani wurde den ca. 80 Zuh\u00f6rern ein\u00a0schlaglichtartiger Blick auf die Zukunft des Ozeans abseits\u00a0naturwissenschaftlicher Fragestellungen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>Der Schimmelreiter<\/strong><\/p>\n<p>Den literarischen Aufschlag lieferte wie eingangs zitiert Dr. Wilhelm Knelangen: Bei gedimmten Licht erklomm Knelangen das Podium um vor der Projektion eines vor Sturm kochenden Meeres aus Theodor Storms &#8220;Schimmelreiter&#8221; zu lesen. Knelangens Vortrag entf\u00fchrte das Plenum in\u00a0jene schicksalshafte Nacht, in der Deichgraf Hauke Haien sich den schier \u00fcbermenschlichen Kr\u00e4ften der im sturm tobenden Nordsee entgegen stellt. Theodor Storms klare und gleicherma\u00dfen bildhafte und realistische Lyrik f\u00fchrte die kulturelle Verbindung von Mensch und Ozean eindrucksvoll vor Augen. Als das Licht im Audimax wieder heller wurde schloss Knelangen seinen Vortrag mit dem Verweis, den Schimmelreiter dringend \u00f6fter zu lesen. Allen Neugierigen sei von daher mit nachfolgendem <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/der-schimmelreiter-3488\/1\" target=\"_blank\">Link<\/a> geholfen.<\/p>\n<p><b>Das Meer als kulturelle Wiege<\/b><\/p>\n<p>Moderatorin Kronfeld-Goharani \u00fcbernahm das Wort und leitet \u00fcber einen Exkurs zum kulturellen Wert der Ostsee den Vortrag des n\u00e4chsten Redners ein. &#8220;Die Ostsee&#8221;, so Kronfeld-Goharani, sei das verbindende Glied zwischen den seefahrenden Nationen der Ostsee-Anrainer gewesen. Liegen wie die Hanse, welche den kulturellen Reichtum der ganzen Region entscheiden mitgestaltet h\u00e4tten, w\u00e4ren ohne die Anbindung an das Meer nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Zerbst von der Muthesius Kunsthochschule nahm diese Einleitung dankend auf und f\u00fchrte das Plenum in\u00a0einen 15-min\u00fctige, epochen\u00fcbergreifende Tour de Force durch die\u00a0kunsthistorische Auseinandersetzung mit dem Meer als Ursprung allen seins. Es sei zudem die grundlegende Frage zu beantworten, so Zerbst, ob und wie sich Fragestellungen der Kulturgeschichte in einen Zusammenhang mit Fragen aus der Naturwissenschaft setzen lie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Thalassa! Thalassa!<\/strong><\/p>\n<p>Von der Antike \u00fcber Heinrich Heine bis hin zu Caspar David Friedrich und Ernest Hemingway beschrieb Zerbst den vielseitigen Reichtum kultureller G\u00fcter welcher direkt oder indirekt dem intrinsischen Wert der Ozeane entsprungen sei. Als Ursache hierf\u00fcr verwies Zerbst auf Immanuel\u00a0Kants III. Kritik, die in Unterscheidung zwischen mathematisch und dynamisch Erhabenem dem menschlichen Willen eine sublime Abh\u00e4ngigkeit vom Willenlosen unterstellt. Das Meer aber, so schlussfolgerte Zerbst, k\u00f6nne sowohl dem mathematischen, als auch dem dynamisch erhabenen zugeordnet werden . Aus dieser Hybris erw\u00fcchse die immer w\u00e4hrende Faszination, welche den Menschen angesichts des Ozeans ereile.<\/p>\n<p><b>Fischerei 2.0<\/b><\/p>\n<p>Im Anschluss an Prof. Zerbst pr\u00e4sentierten\u00a0Helge Haacke und Christian Galonska von der AG GeoMedien\/CAU Kiel ihr Filmprojekt \u00fcber den Kieler Seefischmarkt am Kieler Ostufer. Seit dessen Schlie\u00dfung im Jahr 2000 von Vergessenheit bedroht , demonstrierte der Film den Aufstieg und Niedergang der \u00a0Kieler Fischereiwirtschaft an Hand historischer Bilder und fundierter Narration. Eine der Kernaussagen des Films war in der Herausarbeitung der Gr\u00fcnde f\u00fcr den Zusammenbruch der Fischerei zu sehen: So h\u00e4tte auch in Kiel r\u00fccksichtslose \u00dcberfischung der Best\u00e4nde der Ostsee zum Niedergang der regionalen Fischerei gef\u00fchrt. Die sich diesbez\u00fcglich aufdr\u00e4ngende Frage nach dem Verbleib der \u00f6rtlichen Fischereiwirtschaft beantworteten\u00a0Haacke und Galonska mit einem Verweis auf die Internetseite <a href=\"http:\/\/www.fischerleben-sh.de\" target=\"_blank\">www.fischerleben-sh.de<\/a>, wo lokale Fischer per Smartphone und App den direkten Vertrieb fangfrisch vom Kutter zentral organisieren k\u00f6nnen. Ein zeitgem\u00e4\u00dfer Ansatz zur Unterst\u00fctzung regionaler Wirtschaftszweige im Geiste der Nachhaltigkeit. Nachlesen lohnt sich.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00f6nheit durch Algenkur?<\/strong><\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlichen Ansatz pr\u00e4sentierte die Biologin Frau Dr. Inez Linke. Als\u00a0gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafterin von OceanBasis f\u00fcr Entwicklung und Marketing im Bereich &#8220;Ocean Cosmetics&#8221; t\u00e4tig, pr\u00e4sentierte Frau Linke Kosmetikprodukte die aus gez\u00fcchteten Algen gewonnen werden. Durch die Kultivierung von Zuckertank in der Kieler Bucht k\u00f6nnten \u00fcber 100 N\u00e4hrstoffe gewonnen werden, um in Kosmetik und Heilkunde Anwendung zu finden. Dazu w\u00fcrde aus den ein mal j\u00e4hrlich geernteten Algen ein Extrakt per Fermentationsverfahren gewonnen, bevor die N\u00e4hrstoffe in entsprechenden Endprodukten weiter verarbeitet w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Wie in jeder Woche endete der Abend bei Geb\u00e4ck und Rotwein \/ Bier im Foyer des Audimax. Weitere Informationen zur Ringvorlesung finden Sie<a href=\"http:\/\/www.uni-kiel.de\/pressemeldungen\/?pmid=2014-315-ringvorlesung-ozean\" target=\"_blank\"> hier.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit diesem Zitat von Theodor Storm schloss Politologe Dr. Wilhelm Knelangen seine Lesung aus dem Schimmelreiter im Kieler Audimax. &#8220;Das Meer als Kulturraum&#8221;, so der Titel der gestrigen Auflage der Ringvorlesung &#8220;Ozean im Wandel &#8211; Herausforderungen f\u00fcr die Zukunft&#8221;. 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