{"id":415,"date":"2014-11-27T13:46:31","date_gmt":"2014-11-27T13:46:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/?p=415"},"modified":"2014-11-27T14:05:04","modified_gmt":"2014-11-27T14:05:04","slug":"die-zukunft-des-ozeans-chancen-fur-die-nachhaltige-entwicklung-der-menschheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/2014\/11\/27\/die-zukunft-des-ozeans-chancen-fur-die-nachhaltige-entwicklung-der-menschheit\/","title":{"rendered":"Die Zukunft des Ozeans \u2013 Chancen f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung der Menschheit"},"content":{"rendered":"<p><em>Nachhaltiges Leben an und mit der K\u00fcste. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe \u201eWissenschafftzukunft\u201c hatte das Kieler Rathaus seine Pforten ge\u00f6ffnet, um interessierten Kielerinnen und Kielern die M\u00f6glichkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema maritimer Nachhaltigkeit zu erm\u00f6glichen.<\/em><\/p>\n<p>Als Redner konnte mit Prof. Dr. Martin Visbeck einer der f\u00fchrenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Physikalischen Ozeanographie und der Nachhaltigkeitsforschung gewonnen werden. Visbeck, selbst Alumni der CAU, hat unter anderem am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge und an der Columbia University in New York gelehrt, bevor er 2004 einem Ruf zur\u00fcck nach Kiel folgte. Seitdem in f\u00fchrender Position sowohl am Geomar Helmholtz Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel als auch am Exzellenzcluster \u201eFuture Ocean\u201c t\u00e4tig, bot Visbeck den ungef\u00e4hr 90 Zuh\u00f6rern einen Umfangreichen Einblick in die Zukunft des Ozeans.<\/p>\n<p><strong>Es wird eng.<\/strong><\/p>\n<p>Mit einem kometenhaften Anstieg der Weltbev\u00f6lkerung von 1,7 auf 8 Milliarden Menschen innerhalb von 350 Jahren zwischen 1700 und 2050, so Visbeck, dr\u00e4nge sich zun\u00e4chst die Frage auf, was eigentlich passiert, wenn der Punkt erreicht ist, an dem die Erde den Bed\u00fcrfnissen ihrer Bewohner nicht mehr gerecht werden kann. So befremdlich sich die Frage f\u00fcr manchen Zuh\u00f6rer zun\u00e4chst angeh\u00f6rt haben mag; die Beantwortung der Frage \u201eHaben wir genug Platz?\u201c tr\u00e4gt den geneigten Zuh\u00f6rer unmittelbar ins Zentrum des wissenschaftlichen Diskurses nachhaltigen Lebens. So destillierte Visbeck an Hand eines kurzen Filmbeitrages der amerikanischen Ozeanographin Sylvia Earl das an die Rezipienten gerichtete Credo des Abends heraus: \u201eWe are running out of time.\u201c Es ist h\u00f6chste Zeit, etwas zu tun.<\/p>\n<p><strong>Eine Erde. Ein Ozean. Eine Chance.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Visbeck demonstrierte den anwesenden Zuh\u00f6rern eindrucksvoll, wie gro\u00df der Handlungsbedarf hinsichtlich gesunder Weltmeere tats\u00e4chlich ist. Zwar bed\u00fcrfe es bez\u00fcglich der Betrachtung und Bewertung von Klimaver\u00e4nderungen eines langfristigen Blickwinkels, um das Gesamtbild erfassen zu k\u00f6nnen. Dass die Weltmeere, insbesondere im Hinblick auf Fischbest\u00e4nde, signifikant durch menschliche Einfl\u00fcssen in Mitleidenschaft gezogen sein, daran best\u00fcnde jedoch auch dank Kieler Forschung kein Zweifel mehr.<\/p>\n<p>Umso beachtlicher das Gef\u00e4lle, welches sich zwischen Relevanz der Thematik und dem politischen Handlungswillen hinsichtlich nachhaltiger Nutzung mariner Ressourcen er\u00f6ffne. Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Menschen lebe in K\u00fcstennahen Regionen bis zu 150 KM entfernt vom Ozean. Das Interesse an gesunden Meeren sollte folglich im Interesse eines jeden Einzelnen liegen. Dies sei \u2013 auch im Hinblick auf politische Entscheidungsprozesse \u2013 jedoch nicht oder nur sehr begrenz der Fall. Von den 72% der mit Wasserbedeckten Erdoberfl\u00e4che seien nur 2% \u00fcberhaupt gesch\u00fctzt. \u201e20% w\u00e4ren sch\u00f6n, daf\u00fcr m\u00fcssten sich die Staaten aber erst mal einig werden, wie man so eine Ma\u00dfnahme durchf\u00fchren und vor allem kontrollieren k\u00f6nnte\u201c, so Visbeck.<\/p>\n<p><strong>Fragw\u00fcrdige Priorit\u00e4ten <\/strong><\/p>\n<p>Doch um Ziele dieser Natur zu verwirklichen mangelt es vor allem an politischen Willen. Die vor kurzem ver\u00f6ffentliche, \u201eZukunftscharta\u201c getaufte Studie der Bundesregierung verweise zwar im Untertitel \u2013 \u201eDen Ozean verstehen hei\u00dft die Zukunft gestalten\u201c \u2013 unmittelbar auf die Relevanz nachhaltiger Marinewirtschaft; innerhalb der 10.000 W\u00f6rter starken Schrift k\u00e4men die W\u00f6rter \u201eOzean\u201c und \u201eMeer\u201c jedoch nur ein bzw. zwei mal vor, wie Visbeck ausf\u00fchrt. Ein Schelm wer dabei b\u00f6ses denkt.Um tats\u00e4chlich nachhaltigen Umgang mit den Ozeanen zu erreichen bed\u00fcrfe es eines gemeinsam artikulierten Willens im Rahmen der Internationalen Gemeinschaft. Leider, wie Visbeck weiter ausf\u00fchrt, h\u00e4tte es in der Vergangenheit wiederholt Bem\u00fchungen und Konferenzen gegeben, deren Beschl\u00fcsse bis Heute wirkungslos gewesen w\u00e4ren. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Ver\u00e4nderung zu fordern ist immer gut, da politisch preiswert. Ver\u00e4nderungen umsetzen hingegen nicht.<\/p>\n<p><strong>Politischer Wille durch politischen Druck<\/strong><\/p>\n<p>So unterstrich Martin Visbeck denn zum Ende seines Vortrages die Relevanz politischen Drucks, ausge\u00fcbt durch W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler aus Landes- und Bundesebene. Ohne machterhaltenden Anreiz w\u00e4re es schwer, politischen Willen zu generieren. Ein gro\u00dfer Schritt sei im Hinblick auf die derzeit in Ausarbeitung befindlichen \u201eSustainable Development Goals\u201c (SDG) jedoch k\u00fcrzlich erfolgt: Die Erw\u00e4hnung der Ozeane als separate, sch\u00fctzenswerte Entit\u00e4t. \u201eSDG-Ziel 14 ist das Produkt langer Verhandlungen auf der Basis intensiver Forschung\u201c, wie Martin Visbeck die j\u00fcngsten Entwicklungen beschreibt.<\/p>\n<p>Im Anschluss an den Vortrag hatten alle Anwesenden die M\u00f6glichkeit, Fragen zu stellen und sich weiter mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Eine Lebhafte Diskussion folgte. \u201eDas war eine gelungene Veranstaltung\u201c, befand dann auch Martin Visbeck. \u201eIch freue mich sehr, dass die Kielerinnen und Kieler so zahlreich heute Abend erschienen sind, um sich mit diesem wichtigen Thema auseinander zu setzen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Besuchern der gestrigen Veranstaltung, sowie jedem, der sich gern intensiver mit Zustand und Zukunft des Ozeans auseinandersetzen m\u00f6chte, sei die Lekt\u00fcre des \u201eWorld Ocean Reviews\u201c ans Herz gelegt. Unter nachfolgendem <a href=\"http:\/\/worldoceanreview.com\/en\/\" target=\"_blank\">Link<\/a> erhalten Sie alle weiteren Informationen.<\/em><\/p>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltiges Leben an und mit der K\u00fcste. 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