{"id":380,"date":"2014-11-20T17:17:40","date_gmt":"2014-11-20T17:17:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/?p=380"},"modified":"2014-11-21T18:02:44","modified_gmt":"2014-11-21T18:02:44","slug":"ein-abend-im-geiste-der-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/2014\/11\/20\/ein-abend-im-geiste-der-nachhaltigkeit\/","title":{"rendered":"Ein Abend im Geiste der Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Ringvorlesung des Exzellenzclusters Future Ocean fand am Dienstagabend die vierte Veranstaltung unter dem Titel \u201eOzean der Zukunft \u2013 Nachhaltigkeit als Kompass\u201c statt. Ungef\u00e4hr 150 G\u00e4ste hatten den Weg ins Audimax der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel gefunden, um unter der Moderation von Frau Dr. Barbara Neumann einer vierk\u00f6pfigen Expertenrunde zum Thema Nachhaltigkeit beizuwohnen. Das Konzept der Ringvorlesung sieht vor, dass jedem der vier Gastredner ein Zeitfenster von zehn Minuten zugeschrieben wird, innerhalb dessen ein kurzes Pl\u00e4doyer zum jeweiligen Thema formuliert wird. Im Anschluss an die Pl\u00e4doyers erfolgt dann eine offen gef\u00fchrte Diskussion zwischen Plenum und Vortragenden.<\/p>\n<p><strong>\u201eInflation\u00e4re Verwendung.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Den verbalen Aufschlag in die Diskussion lieferte Prof. Dr. Konrad Ott, seines Zeichens Philosoph und Ethiker an der CAU. \u201eNachhaltigkeit\u201c, so Ott, sei zun\u00e4chst ein Ausdruck, der \u201einflation\u00e4r verwendet\u201c werden w\u00fcrde; sie sei praktisch eine ungesch\u00fctzte Markenbezeichnung die sich ein Jeder nach gut d\u00fcnken auf die Fahne schreiben k\u00f6nne. Doch: \u201eMit inflation\u00e4rer Verwendung w\u00e4chst der Umfang eines Begriffs wodurch seine Bedeutung sinkt.\u201c Was also tun, um sich dem Ph\u00e4nomen zu n\u00e4hern? Ott f\u00fchrte das Plenum an Hand von vier B\u00fcchern durch einen philosophischen Begriffsbildungsprozess und bildete damit das theoretischen Fundament f\u00fcr die weiteren Wortbeitr\u00e4ge.<\/p>\n<p><strong>\u201eDas interessiert hier keine Sau.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Norman Laws von der Leuphana Universit\u00e4t in L\u00fcneburg griff diesen Gedanken auf, und transformierte die abstrakte Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit auf die praktische Ebene der nachhaltigen Entwicklung. Im Rahmen einer f\u00fcr den WWF angefertigten Studie hatte Laws den normativen Wert nachhaltiger Entwicklung im politischen Berlin untersucht. \u201eNachhaltigkeit sollte einen strategischen Stellenwert haben\u201c, so die Grundannahme der Forscher. Das Ergebnis der Studie, welche unter nachfolgendem <a href=\"http:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/WWF_Politikbarometer.PDF\">Link<\/a> eingesehen werden kann, fiel deutlich ern\u00fcchternder aus. \u201eDas interessiert hier keine Sau\u201c, so das w\u00f6rtliche Zitat eines Referenten auf Ministerialebene. Laws schlussfolgert: Da der politische Stellenwert von Nachhaltigkeit kaum existent sei, w\u00e4ren politische Implikationen nachhaltiger Entwicklung grunds\u00e4tzlich schwierig umzusetzen.<\/p>\n<p><strong>\u201eNachhaltigkeit lernen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Dass nachhaltiges Handeln auch umgekehrt funktionieren kann demonstrierte Prof. Dr. Christoph Corves von der Kiel School of Sustainability. Unter der Frage \u201eKann man Nachhaltigkeit lernen?\u201c begegnet Corves dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung auf gesellschaftlicher Ebene im Sinne des \u201eGrassroot\u201c-Gedankens. So ginge es bei tragf\u00e4higen Nachhaltigkeitsprojekte weniger um einzelne (politische) Individuen sondern viel mehr darum, Strukturen zu ver\u00e4ndern. An exemplarischen Gr\u00fcndungsprojekten entsprungen aus dem \u201eYOOWEEDOO\u201c-Gr\u00fcndungskonzept f\u00fcr nachhaltige Entwicklung demonstrierte Corves eindrucksvoll, was damit gemeint war. Von alten Plastikt\u00fcten, die in modische Taschen verwandelt werden, \u00fcber Honig aus dem Kieler Stadtgebiet bis zum fair gehandelten Bambus-Fahrrad entwickeln in Kiel Studenten unter der Anleitung von Corves tragf\u00e4hige Modelle f\u00fcr nachhaltiges Leben.<\/p>\n<p><strong>\u201eNachhaltigkeit als Prozess.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Als letzter Redner griff Jens Amsdorf den Corves\u2019 Gedanken auf, und schlussfolgerte in einer retrospektiven Betrachtung von \u201eGrenzen des Wachstuns\u201c (1972) und \u201eOur Common Future\u201c (1982), dass Nachhaltigkeit als Prozess betrachtet werden m\u00fcsse, der im Bezug auf den Ozean auch systemische Zusammenh\u00e4nge an Land mit ber\u00fccksichtigen m\u00fcsse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Ringvorlesung des Exzellenzclusters Future Ocean fand am Dienstagabend die vierte Veranstaltung unter dem Titel \u201eOzean der Zukunft \u2013 Nachhaltigkeit als Kompass\u201c statt. Ungef\u00e4hr 150 G\u00e4ste hatten den Weg ins Audimax der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel gefunden, um unter der Moderation von Frau Dr. Barbara Neumann einer vierk\u00f6pfigen Expertenrunde zum Thema Nachhaltigkeit beizuwohnen. Das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":391,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-380","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/380","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=380"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/380\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":389,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/380\/revisions\/389"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/media\/391"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=380"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceansustainability\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}