{"id":250,"date":"2021-02-16T17:15:56","date_gmt":"2021-02-16T17:15:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/?p=250"},"modified":"2021-02-16T17:15:56","modified_gmt":"2021-02-16T17:15:56","slug":"wisskomm-waskomm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/2021\/02\/16\/wisskomm-waskomm\/","title":{"rendered":"WissKomm \u2013 WasKomm?"},"content":{"rendered":"<p><em>Seit September 2020 baue ich f\u00fcr die drei Projekte der Ozeanforschung <a href=\"https:\/\/www.ebus-climate-change.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">REEBUS, CUSCO und EVAR<\/a> die Wissenschaftskommunikation auf, unter anderem bei <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/oceanstories.ebus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Instagram<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/OceanStories_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Twitter<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/OceanStories.EBUS\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebook<\/a>. Dabei ist mir aufgefallen, dass Wissenschaftskommunikation nicht nur ein breites Feld ist, sondern anscheinend auch eins, von dem sich viele Wissenschaftler*innen scheuen, es zu betreten. Der Grund daf\u00fcr ist, neben ernsthaftem Zeitmangel, oftmals die Bef\u00fcrchtung etwas falsch zu machen. Aber geht das \u00fcberhaupt? Und was ist der Auftrag von Wissenschaftskommunikation?<\/em><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p>Es ist eine Eigenart der Wissenschaftskommunikation, immer auf einem schmalen Grat zu wandeln. Die WissKomm, wie sie gern genannt wird, soll authentisch und nahbar kommunizieren, was in der Forschung \u201egerade so los ist\u201c. Aber sie muss pr\u00e4zise bleiben.&nbsp;Die gr\u00f6\u00dfte Angst im Wissenschaftsbereich \u2013 das \u00fcber den K\u00f6pfen baumelnde Damoklesschwert \u2013 ist, falsch repr\u00e4sentiert zu werden und an wissenschaftlicher Glaubw\u00fcrdigkeit zu verlieren.<\/p>\n<p>Und gleichzeitig ist sie unerl\u00e4sslich, die WissKomm. Forschung ist inzwischen nicht mehr ausschlie\u00dflich Universit\u00e4ten vorbehalten. Au\u00dferuniversit\u00e4re Einrichtungen, Forschungsinstitute, akademische Zentren, Gemeinschaften, sogar Ministerien, sind mit Wissenschaftler*innen besetzt. Es ist Teil dieser zeitgem\u00e4\u00dfen Forschungswelt, zu kommunizieren, auf welchem Stand von Aktualit\u00e4t und Fortschritt sie ist und was sie ausmacht. Die klischeehaften Wissenschaftler*innen, die sich im Labor und hinter dem Schreibtisch verschanzen oder nur in Formeln und Fachbegriffen sprechen, sind darunter sicherlich noch existent, aber als einige von vielen.<\/p>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"900\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/02\/Ausseruniversitaere-Forschungsstaetten_c_Bjoern-Fiedler.jpg\" alt=\"\" data-id=\"253\" data-full-url=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/02\/Ausseruniversitaere-Forschungsstaetten_c_Bjoern-Fiedler.jpg\" data-link=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/ausseruniversitaere-forschungsstaetten_c_bjoern-fiedler\/\" class=\"wp-image-253\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Forschung findet heutzutage an vielen Orten statt, Wissenschaftler*innen sitzen in den verschiedensten Einrichtungen und Funktionen. Hier zum Beispiel auf einem Forschungsschiff. Diese Vielfalt f\u00fchrt dazu, dass Wissenschaft nahbarer wird und ein breiteres Publikum interessiert.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p>Das ist vor allem eine St\u00e4rke: Je vielf\u00e4ltiger Wissenschaft auftritt, je normaler und n\u00e4her wir Wissenschaft erleben, desto eher wird der Elfenbeinturm Forschung f\u00fcr alle erschlossen. Erste <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-020-00857-0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studien<\/a>&nbsp;zeigen bereits, dass Forschende als vertrauensw\u00fcrdiger erlebt werden, je pers\u00f6nlicher, authentischer und eing\u00e4ngiger sie kommunizieren. Aber hier kommt wieder die Gratwanderung ins Spiel. Pers\u00f6nlich kommunizieren, aber nicht zu viel von Pers\u00f6nlichem preisgeben. Eing\u00e4ngig kommunizieren und Menschen mitnehmen, die keinen direkten Bezug zum Forschungsfeld haben, aber dabei trotzdem korrekt bleiben, wenn es um die Inhalte geht. Sonst sind wir wieder beim Damoklesschwert und der Angst vor Missverst\u00e4ndnis und Misskommunikation.<\/p>\n<p>Hier jetzt die gute Nachricht: Dem kann man begegnen \u2013 mit verst\u00e4ndlicher Sprache, klarer Botschaft und Pr\u00e4zision. Wenn die Wissenschaft hinter der Kommunikation gut ist, wenn sauber gearbeitet wurde und die Methodik stimmt, ist es vor allem wichtig, die Inhalte eing\u00e4ngig und in Alltagsworten zu beschreiben und zu zeigen. Es ist einfacher, etwas Falsches in einen komplizierten Graphen hineinzuinterpretieren, als in ein \u00fcbersichtliches Info-Bild.<\/p>\n<p>Zeit kostet das Aufarbeiten allerdings wirklich. Ein Punkt, der viel st\u00e4rker bei den vorgegebenen Zeiteinheiten f\u00fcr wissenschaftliche Arbeit bedacht werden m\u00fcsste. Dass es sich lohnt, besagte Zeit zu investieren, zeigt das Beispiel einer Kollegin, die neben ihrer guten Wissenschaft, aufgrund ihrer Sichtbarkeit und Vielfalt im Portfolio als Leitung f\u00fcr eine Junior-Forschungsruppe ausgew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Die Benefits von WissKomm sind n\u00e4mlich hoch. Ver\u00f6ffentlichungen von Wissenschaftler*innen sind <a href=\"https:\/\/www.hindawi.com\/post\/im-scientist-and-i-want-use-social-media-now-what\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sichtbarer und werden besser verbreitet<\/a>. Die Menschen in der Forschung selbst werden nahbarer, erreichen ein breites Publikum mit ihrem Fachbereich und gestalten den gesellschaftlichen Diskurs aktiv mit. Und \u2013 aus meiner Sicht fast am wichtigsten \u2013 vor allem erhalten Nicht-Wissenschaftler*innen Zugang zu aktuellerer und vielf\u00e4ltigerer Information.<\/p>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"674\" height=\"814\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/02\/SciComm-for-scientists_c_Mar-Fernandez-Mendez-1.jpg\" alt=\"\" data-id=\"272\" data-full-url=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/02\/SciComm-for-scientists_c_Mar-Fernandez-Mendez-1.jpg\" data-link=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/scicomm-for-scientists_c_mar-fernandez-mendez-2\/\" class=\"wp-image-272\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Klassische und auch moderne Kommunikationskan\u00e4le werden inzwischen von vielen Wissenschaftler*innen genutzt. Dies ist sowohl innerhalb als auch au\u00dferhalb der wissenschaftlichen Welt von Vorteil. Zeitaufwand ist damit zwar immer verbunden, dennoch ist der Kosten-Nutzen-Faktor gut.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p>Und was die wissenschaftliche Glaubw\u00fcrdigkeit angeht: Es ist sinnvoll, sich bei der eigenen \u00d6ffentlichkeitsarbeit vorher zu \u00fcberlegen, welche Inhalte man kommuniziert, oder wie, oder an wen. Aber: Auch Forschungskolleg*innen wissen inzwischen, dass es Kommunikationskan\u00e4le gibt, und dass diese allen Menschen frei zug\u00e4nglich sind. Meine Frage an einen Professor der Ozeanografie, ob er bei seiner ganzen \u00d6ffentlichkeitsarbeit nicht bef\u00fcrchte, falsch zitiert oder missinterpretiert zu werden, zu Lasten seiner wissenschaftlichen Reputation, beantwortete er wie folgt: <em>\u201eAch, meine Kolleg*innen k\u00f6nnen das einordnen. Die wissen ja auch, wie Medien funktionieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p><em>Wie Medien f\u00fcr Wissenschaftler*innen funktionieren und was f\u00fcr Kan\u00e4le sie nutzen oder auch nicht, werden wir in der n\u00e4chsten Blogfolge im Interview mit Ozeanwissenschaftlerin Mar Fern\u00e1ndez-M\u00e9ndez aus dem Projekt CUSCO erfahren. Sie ist erfolgreich in Sozialen Medien unterwegs und hat au\u00dferdem einen eigenen <a href=\"https:\/\/marinefrontiers.org\/Sargassum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Podcast<\/a> zu ihrem Forschungsfeld, der Sargassum-Alge (eine Gattung der Braunalgen), aufgesetzt.<\/em><\/p>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:22% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"1000\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/02\/AnnKristin-Montano_sw-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-239 size-full\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><em>Autorin: Ann Kristin Montano<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p><em data-rich-text-format-boundary=\"true\">Ehemalige Wissenschaftlerin, die lange genug in anderen Bereichen gearbeitet hat, um Klischees \u00fcber Wissenschaftler*innen aufzubauen. Arbeitet jetzt gern unter Wissenschaftler*innen, um die Klischees wieder abzubauen. Ist in ihrer Freizeit gern &#8220;medienfrei&#8221; und m\u00f6glichst analog. Fragt sich schon l\u00e4nger, ob ihr etwas mehr Sichtbarkeit auch gut t\u00e4te.<\/em><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit September 2020 baue ich f\u00fcr die drei Projekte der Ozeanforschung REEBUS, CUSCO und EVAR die Wissenschaftskommunikation auf, unter anderem bei Instagram, Twitter und Facebook. Dabei ist mir aufgefallen, dass Wissenschaftskommunikation nicht nur ein breites Feld ist, sondern anscheinend auch eins, von dem sich viele Wissenschaftler*innen scheuen, es zu betreten. 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