{"id":153,"date":"2021-01-19T12:39:45","date_gmt":"2021-01-19T12:39:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/?p=153"},"modified":"2021-01-19T12:39:46","modified_gmt":"2021-01-19T12:39:46","slug":"projektwirren-projektchancen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/2021\/01\/19\/projektwirren-projektchancen\/","title":{"rendered":"Projektwirren \u2013 Projektchancen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Seit September 2020 baue ich die \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr die drei ozeanischen Projekte REEBUS, CUSCO und EVAR auf. Interessierte finden die Projekte bereits auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/OceanStories_\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/oceanstories.ebus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Instagram<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/OceanStories.EBUS\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Facebook<\/a>. Auch dieser Blog soll ein Weg f\u00fcr Menschen sein, tiefer in den wissenschaftlichen Alltag einzutauchen und hinter die Kulissen von Wissenschaft zu blicken. Doch wie kommt es dazu, dass \u00fcberhaupt drei Projekte eine eigene Wissenschaftskommunikation erhalten? Und wieso sind zwei davon (REEBUS und CUSCO) haupts\u00e4chlich am <a href=\"https:\/\/www.geomar.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GEOMAR<\/a> in Kiel angesiedelt und eins davon (EVAR) am <a href=\"https:\/\/www.io-warnemuende.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IOW<\/a> &#8211; Institut f\u00fcr Ostseeforschung in Warnem\u00fcnde?<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p><strong>Das kleine Einmaleins der Projektf\u00f6rderung<\/strong><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p>Wenn ein Institut ein wissenschaftliches Projekt gef\u00f6rdert bekommen m\u00f6chte, muss es einen F\u00f6rderantrag bei einer offiziellen F\u00f6rderstelle einreichen. Dort wird das Vorhaben gepr\u00fcft. Zum Beispiel, ob die veranschlagten Kosten gut abgesch\u00e4tzt und belegbar sind. Ob das beantragte Projekt erfolgsversprechend ist; also, ob daraus neue wissenschaftliche Erkenntnisse erwachsen, die ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen. Ob diese Erkenntnisse anwendbar sein werden und wie die ethischen Rahmenbedingungen sind.<\/p>\n<p>Wer eine F\u00f6rderung in der Ozeanforschung beantragt, muss viel nachweisen, denn es geht um viel. Oftmals um F\u00f6rderperioden von mehreren Jahren, die Bezahlung von Stellen, um Forschungsexpeditionen per Schiff, um Laborausr\u00fcstung und die Untersuchung von Proben. Und um \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Die r\u00fcckt manchmal etwas in den Hintergrund, weil sie nicht per se in der klassischen Wissenschaft angesiedelt ist. Aber mehr und mehr geht es auch um sie. Da kommt schon einiges an Finanzen zusammen, die gef\u00f6rdert werden m\u00fcssen, damit wissenschaftliche Einrichtungen \u00fcberhaupt im heutigen Umfang arbeiten und forschen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1799\" height=\"2000\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/01\/projectreebus_research-expediton.jpg\" alt=\"Show research expedition with lots of technical equipment\" data-id=\"157\" data-full-url=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/01\/projectreebus_research-expediton.jpg\" data-link=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/?attachment_id=157#main\" class=\"wp-image-157\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Viele Expeditionen in der Ozeanforschung ben\u00f6tigen speziell ausger\u00fcstete Forschungsschiffe, Laborequipment und technische Ausstattung. All das muss in einem F\u00f6rderantrag ber\u00fccksichtigt werden.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p>Nur einige wenige F\u00f6rderstellen k\u00f6nnen diese gro\u00dfen F\u00f6rdersummen zur Verf\u00fcgung stellen, die mehrj\u00e4hrige Projekte in der ozeanischen Wissenschaft ben\u00f6tigen. Das <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung<\/a> \u2013 bekannt unter dem K\u00fcrzel BMBF \u2013 ist so eine Stelle. Verwaltet werden die Ausschreibungen des BMBF, und auch die Bewerbungen darauf, zum Beispiel durch den <a href=\"https:\/\/www.ptj.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Projekttr\u00e4ger J\u00fclich<\/a>. Sozusagen die Schnittstelle zwischen Auftraggeber und den Zuwendungsempf\u00e4nger*innen. Und sowohl die Leitung von Projekt EVAR als auch die von CUSCO und REEBUS haben im selben F\u00f6rderzeitraum ihr Projekt bei einer F\u00f6rderausschreibung des Projekttr\u00e4gers J\u00fclich eingereicht.<\/p>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p><strong>Was drei Projekte trennt \u2013 und vereint<\/strong><\/p>\n<p>Antr\u00e4ge f\u00fcr drei Projekte, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnten. REEBUS untersucht die Funktion ozeanischer Wirbel (Str\u00f6mungen) bei Cap Verde. CUSCO schaut sich mit speziellen ozeanischen Forschungsstrukturen \u2013 so genannten Mesokosmen \u2013 eines der produktivsten Fischereigebiete der Welt vor der K\u00fcste Perus genauer an. Und EVAR erforscht sowohl Wasser- als auch Sedimentproben des Benguela Systems in der K\u00fcstenregion vor S\u00fcdwestafrika.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1796\" height=\"2000\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/01\/projectevar_research-expedition.jpg\" alt=\"\" data-id=\"159\" data-link=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/?attachment_id=159#main\" class=\"wp-image-159\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Sedimentproben f\u00fcr das Projekt EVAR. Was erst einmal aussieht wie herk\u00f6mmlicher Schlamm birgt eine F\u00fclle an Informationen \u00fcber das Leben unter Wasser und dessen Einfluss auf das Artenvorkommen.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p>Doch eins eint alle drei Projekte: Sie alle wollen herausfinden, wie der Klimawandel auf diese verschiedenen, doch jeweils f\u00fcr die Fischerei hochwichtigen Meeressysteme einwirkt. Ob er sie ver\u00e4ndert. Und wenn ja, zu unseren Gunsten oder zu unseren Ungunsten.<\/p>\n<p>Dieses Potential hat auch der Geldgeber, das BMBF, erkannt \u2013 und die Projekte schlicht zusammengepackt. Zumindest, was die F\u00f6rderung betrifft. Und kommuniziert werden, sollen die drei Projekte auch. Das war Bestandteil der Bewilligung. Es sind schlie\u00dflich ziemlich aktuelle Themen, um die es da geht. Klimawandel. Nahrungsmittelversorgung.<\/p>\n<p>Eine unerwartete Situation f\u00fcr die drei projektleitenden Professor*innen, die erst einmal nur ihr eigenes Projekt bei der Beantragung im Kopf hatten. Das Umdenken waren sie dank jahrelanger Erfahrung in ihren wissenschaftlichen Positionen zum Gl\u00fcck gewohnt. Das Umgehen mit Herausforderungen auch. Nach einer kurzen Phase der Neuorganisation wurde die Situation als Vorteil begriffen, regelm\u00e4\u00dfiger Austausch vereinbart und eine Person f\u00fcr die Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit gefunden (hier komme ich ins Spiel).<\/p>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<p>Inzwischen haben auch die Wissenschaftler*innen in den drei Projekten ihre Gemeinsamkeiten entdeckt. So wurden auf einem k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrten Projekte-Meeting die ersten Ergebnisse vorgestellt und die Schwierigkeiten besprochen, die durch Corona entstanden sind (alle drei Projekte mussten und m\u00fcssen tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen begegnen). Aber vor allem \u2013 und hier zeigt sich, wie sehr Wissenschaft Menschen verbindet \u2013 wurden freim\u00fctig Daten zwischen den Wissenschaftler*innen der so verschiedenen scheinenden Projekte ausgetauscht. Das ist ungew\u00f6hnlich. Oftmals stehen Daten erst nach einer offiziellen Ver\u00f6ffentlichung zur Verf\u00fcgung. Eine Riesenchance, denn dies brachte die Zielsetzungen mehrerer Teilprojekte unerwartet ein gutes St\u00fcck nach vorn.<\/p>\n<p>Letztlich entpuppt sich die ungeplante, anf\u00e4nglich verworrene Entwicklung also als Vorteil f\u00fcr drei Projekte (und nat\u00fcrlich f\u00fcr mich). Aber vor allem entpuppt sie sich als eine sch\u00f6ne Metapher daf\u00fcr, wie Wissenschaft das Potential bietet, die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Vielfalt von Menschen nahe zusammenzubringen. Sogar online.<\/p>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:22% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceanstories-ebus\/wp-content\/uploads\/sites\/74\/2021\/01\/AnnKristin-Montano_sw.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164 size-full\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-text-align-left\"><em>Autorin: Ann Kristin Montano<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Ehemalige Wissenschaftlerin, die lange genug in anderen Bereichen gearbeitet hat, um Klischees \u00fcber Wissenschaftler*innen aufzubauen. Arbeitet jetzt gern unter Wissenschaftler*innen, um die Klischees wieder abzubauen. Hat sich beim Schreiben dieses Artikels gefragt, wo man als Professor*in die Motivation hernimmt, immer wieder neue Gro\u00dfprojekte zu beantragen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit September 2020 baue ich die \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr die drei ozeanischen Projekte REEBUS, CUSCO und EVAR auf. Interessierte finden die Projekte bereits auf Twitter, Instagram und Facebook. Auch dieser Blog soll ein Weg f\u00fcr Menschen sein, tiefer in den wissenschaftlichen Alltag einzutauchen und hinter die Kulissen von Wissenschaft zu blicken. 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