{"id":396,"date":"2013-12-27T17:26:53","date_gmt":"2013-12-27T15:26:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=396"},"modified":"2014-05-07T15:02:35","modified_gmt":"2014-05-07T13:02:35","slug":"was-kommt-noch-mit-auf-expedition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2013\/12\/27\/was-kommt-noch-mit-auf-expedition\/","title":{"rendered":"Was kommt noch mit auf Expedition?"},"content":{"rendered":"<p>Neben den <a title=\"Die Unter-Wasser-Fahrzeugflotte\" href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2013\/12\/18\/die-unter-wasser-fahrzeugflotte\/\">Gro\u00dfger\u00e4ten <\/a>gibt es nat\u00fcrlich auch noch kleinere Ger\u00e4te, die mit aufs Schiff genommen werden. Egal ob auf gro\u00dfen Expeditionen oder Tagesfahrten, ein paar der Messger\u00e4te, wie zum Beispiel ein Kranzwassersch\u00f6pfer mit CTD-Sonde, sind fast immer mit an Bord. Au\u00dferdem gibt es noch Ger\u00e4te in der Ozeanforschung wie die Lander, die an interessanten Pl\u00e4tzen f\u00fcr Beobachtungen am Meeresboden abgesetzt werden.<br \/>\nWelche Ger\u00e4te das im Einzelnen sind, das k\u00f6nnt ihr hier lesen:<\/p>\n<p><strong>Gleiter<\/strong><br \/>\nGleiter oder \u201eGlider\u201c sind autonome Messsonden, die oft in der physikalischen Ozeanographie eingesetzt werden, um Meeresstr\u00f6mungen, Str\u00f6mungsgeschwindigkeiten, Wassertemperatur und Salzgehalt zu messen. Sie geh\u00f6ren zu den sogenannten Beobachtungssystemen. Gleiter sind etwa zwei Meter lang und 50 Kilogramm schwer. Das liegt vor allem an den Messinstrumenten, die sich im Inneren des gelben Geh\u00e4uses befinden. Glider gleiten selbstst\u00e4ndig durch das Wasser, indem sie sich mit einer speziellen Tauchzelle schwerer und leichter machen k\u00f6nnen. Dadurch pendeln sie von der Wasseroberfl\u00e4che bis in circa 1000 Meter Tiefe. Mithilfe kleiner Fl\u00fcgel setzen sie dieses Auf und Ab in eine Vorw\u00e4rtsbewegung um. Sie gleiten also durchs Wasser wie Segelflugzeuge durch die Luft. Dabei k\u00f6nnen sie \u00fcber 2000 Kilometer zur\u00fccklegen und mehrere Monate im Ozean unterwegs sein. Bei jedem Auftauchen geben sie ihre Messdaten \u00fcber Satellit an die Wissenschaftler(innen) weiter.<\/p>\n<p><strong>Kranzwassersch\u00f6pfer<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/Aussetzen-Pump-CTD_900px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-395\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/Aussetzen-Pump-CTD_900px-173x260.jpg\" alt=\"Kranzwassersch\u00f6pfer\" width=\"173\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/Aussetzen-Pump-CTD_900px-173x260.jpg 173w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/Aussetzen-Pump-CTD_900px.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wenn man das Wort auseinandernimmt, dann hat man eigentlich schon die Aufgabe eines solchen Instrumentes verstanden. Es handelt sich beim Kranzwassersch\u00f6pfer um ein Ger\u00e4t, das von oben aussieht wie ein Kranz, und das Wasserproben sch\u00f6pft. Okay, ganz so trivial ist es dann auch wieder nicht. Der Kranzwassersch\u00f6pfer wird mithilfe von Kabeln und Winden ins Wasser gelassen. Die Wissenschaftler an Bord k\u00f6nnen das Ger\u00e4t so einstellen, dass es in verschiedenen Wassertiefen jeweils eine Probe nimmt, insgesamt also je nach Gr\u00f6\u00dfe des Ger\u00e4ts 8, 12 oder auch 24 unterschiedliche. So kann man direkt vergleichen, wie sich das Wasser im Tiefenverlauf ver\u00e4ndert.<br \/>\nDirekt unter den Probenflaschen befindet sich noch eine CTD. Das steht f\u00fcr Conductivity, Temperature, Depth, also Leitf\u00e4higkeit, Temperatur, Tiefe. Diese Sonde berechnet mit Hilfe des Drucksensors die Wassertiefe. Mit einem zus\u00e4tzlich angebauten Modul ist es auch m\u00f6glich die durch Plankton und Schwebeteilchen entstehende Tr\u00fcbung des Wassers zu messen. Die Salinit\u00e4t, also der Salzgehalt, ergibt sich aus der Leitf\u00e4higkeit des Wassers (je leitf\u00e4higer, desto mehr Salz im Wasser). Au\u00dferdem kann man unten an den Kranzwassersch\u00f6pfer noch eine Kamera und Lampen anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Lander<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_394\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/2008-07-30_BIGO-Lander_OlafPfannkuche-GEOMAR900px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-394\" class=\"size-medium wp-image-394\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/2008-07-30_BIGO-Lander_OlafPfannkuche-GEOMAR900px-390x260.jpg\" alt=\"Hier wird ein BIGO-Lander aus 120 Metern Wassertiefe im Gotlandbecken, Ostsee, geborgen (BIGO: Biogeochemisches Observatorium). (Foto: Olaf Pfannkuche, GEOMAR)\" width=\"390\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/2008-07-30_BIGO-Lander_OlafPfannkuche-GEOMAR900px-390x260.jpg 390w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/2008-07-30_BIGO-Lander_OlafPfannkuche-GEOMAR900px.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-394\" class=\"wp-caption-text\">Hier wird ein BIGO-Lander aus 120 Metern Wassertiefe im Gotlandbecken, Ostsee, geborgen (BIGO: Biogeochemisches Observatorium). (Foto: Olaf Pfannkuche, GEOMAR)<\/p><\/div>\n<p>Wer das Wort Lander im Zusammenhang mit einer Messsonde h\u00f6rt, denkt vermutlich sofort an die Raumfahrt. Oft genug werden das Universum und die Tiefsee miteinander verglichen, weil wir \u00fcber beide so wenig wissen. Damit dieses Nicht-Wissen allm\u00e4hlich verschwindet, werden eben auch im Ozean Lander eingesetzt. Diese Ger\u00e4te wurden vor \u00fcber 17 Jahren unter der Leitung von Dr. Olaf Pfannkuche am GEOMAR entwickelt. Auch sie werden auf Expeditionen mitgenommen und dort vom Forschungsschiff in die Tiefsee gelassen.<br \/>\nAber nicht von den bunten Plastikkugeln ablenken lassen: Die eigentlichen Messinstrumente befinden sich unterhalb dieser gelben Auftriebsk\u00f6rper, von denen jeder eine stabile Glashohlkugel enth\u00e4lt. In diesem unteren Gestell befinden sich zum Beispiel sogenannte benthische Kammern. Diese werden nach Abstellen des Landers \u00fcber einen mechanischen Kettentrieb in den Meeresboden gedr\u00fcckt. So bekommt man ein abgeschlossenes Habitat mit einem ausgestochenen St\u00fcck Meeresboden und dar\u00fcberliegender Wassers\u00e4ule.<br \/>\nDie so direkt vor Ort gesammelten Daten (insitu-Forschung) sind rein und unverf\u00e4lscht im Gegensatz zu den Proben, die aus der Tiefe heraus an Bord der Forschungsschiffe geholt werden. Denn die enthalten durch den starken Druckabfall beim Auftauchen nicht mehr alle im Wasser gel\u00f6sten Gase. Je nach Bedarf kann man statt der benthischen Kammern aber auch individuell jedes gew\u00fcnschte Ger\u00e4t absetzen. Nach ein paar Stunden, Tagen oder auch Monaten werden die Fu\u00df-Gewichte unten an den Landern abgeworfen und sie treiben mithilfe der Glaskugeln in den Plastikgeh\u00e4usen wieder nach oben. Diese sind bis 6000 Meter druckfest.<\/p>\n<p><strong>MoLab<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_392\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/2012-06-02_MOLAB1_PeterLinke_900px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-392\" class=\"size-medium wp-image-392\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/2012-06-02_MOLAB1_PeterLinke_900px-390x260.jpg\" alt=\"Herablassen eines MoLab-Satellitenlanders w\u00e4hrend der POSEIDON-Fahrt P434 bei Stjernsund, Norwegen. (Foto: Peter Linke, GEOMAR)\" width=\"390\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/2012-06-02_MOLAB1_PeterLinke_900px-390x260.jpg 390w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/12\/2012-06-02_MOLAB1_PeterLinke_900px.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-392\" class=\"wp-caption-text\">Herablassen eines MoLab-Satellitenlanders w\u00e4hrend der POSEIDON-Fahrt P434 bei Stjernsund, Norwegen. (Foto: Peter Linke, GEOMAR)<\/p><\/div>\n<p>MoLab &#8211; Diese Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr \u201eModulares multidisziplin\u00e4res Meeresboden-Observatorium\u201c. Zu deutsch: Ein System, das aus verschiedenen Modulen, also Teilen, besteht, die miteinander vernetzt sind und mit Hilfe derer man den Meeresboden beobachten kann. Kernst\u00fcck der ganzen Anlage ist ein Lander neuster Generation, der auch als Master-Lander bezeichnet wird. Dieser weiterentwickelte Lander kommuniziert mit kleineren Satellitenlandern um ihn herum. Diese werden vom ROV PHOCA vorher strategisch platziert und am Meeresgrund abgesetzt. Damit Wissenschaftler die Daten sofort abrufen k\u00f6nnen, gibt es ein Kabel, das in eine Boje f\u00fchrt, welche ihrerseits alle gesammelten Daten \u00fcber Satellit direkt an den Arbeitsplatz der Wissenschaftler sendet.<br \/>\nDer Vorteil durch die Satellitenlander ist, dass ein viel gr\u00f6\u00dferer Bereich abgedeckt werden kann, als mit einem einzelnen, nicht vernetzten Lander.<\/p>\n<p>Zusammen bilden diese Anlagen und Ger\u00e4tschaften mit den anderen Gro\u00dfger\u00e4ten aus dem <a title=\"Von Feinmechanik bis Gro\u00dfger\u00e4t\" href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2013\/12\/04\/von-feinmechanik-bis-grosgerat\/\">TLZ <\/a>die Technische \u201eFlotte\u201c des GEOMAR.<\/p>\n<p>In der <a title=\"Von Seesternen, Schlamm und Seemannssonntagen \u2013 ein Tag an Bord der ALKOR\" href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2014\/01\/07\/von-seesternen-schlamm-und-seemannssonntagen-ein-tag-an-bord-der-alkor\/\">n\u00e4chsten Folge<\/a> nehme ich euch dann mit auf\u2019s Schiff und berichte von meiner Tagesfahrt mit den <a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/game\/\">GAME<\/a>-Studenten auf der ALKOR!<\/p>\n<p>Bis dahin viele Gr\u00fc\u00dfe und einen guten Start in&#8217;s neue Jahr \ud83d\ude42<br \/>\nGesa<\/p>\n<p>&#8211; \u00dcbersicht: <a title=\"Hinter den Kulissen des GEOMAR\" href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2013\/11\/22\/hinter-den-kulissen-des-geomar\/\">Hinter den Kulissen des GEOMAR<\/a> &#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neben den Gro\u00dfger\u00e4ten gibt es nat\u00fcrlich auch noch kleinere Ger\u00e4te, die mit aufs Schiff genommen werden. 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