{"id":3841,"date":"2017-08-22T17:00:55","date_gmt":"2017-08-22T15:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=3841"},"modified":"2017-08-22T17:00:55","modified_gmt":"2017-08-22T15:00:55","slug":"al499-kurswechsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2017\/08\/22\/al499-kurswechsel\/","title":{"rendered":"AL499 &#8211; Kurswechsel"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Nachtschicht auf dem beleuchteten Deck noch die Netzte aussp\u00fclte, musste die ALKOR wegen eines heranziehenden Sturms ihren Kurs \u00e4ndern. Der gelb eingef\u00e4rbte Fleck auf dem Wetterradar, der vor erh\u00f6hter Windgeschwindigkeit warnt, kriecht wie eine Schnecke langsam von Norden auf uns zu. Damit wir nicht in diesen Sturm geraten, fahren wir statt der drei geplanten Stationen vor der K\u00fcste Finnlands nun mehrere Stationen westlich von Gotland an.<\/p>\n<p>Nach einem leckeren Fr\u00fchst\u00fcck mit ofenwarmen Br\u00f6tchen, Pfannkuchen und hei\u00dfem Kaffee, erreichen wir die erste dieser Stationen. Die Studierenden setzen bei Sonne und strahlend blauem Himmel ein Bongo-Netz aus, das wegen seiner zwei nebeneinanderliegenden kreisrunden \u00d6ffnungen seinen Namen der Bongo-Trommel verdankt. Am Ende jeden Netzes befindet sich ein Beh\u00e4lter, in dem die Meeresorganismen und das Wasser aus bestimmten Wasserschichten aufgefangen werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_3842\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3842\" class=\"size-medium wp-image-3842\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Bongo-484x323.jpg\" alt=\"\" width=\"484\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Bongo-484x323.jpg 484w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Bongo-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Bongo-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Bongo.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-3842\" class=\"wp-caption-text\">Das Bongo-Netz an Bord der ALKOR: Foto: Sirin Schulz\/GEOMAR<\/p><\/div>\n<p>Ich sehe mir an wie zwei der Studierenden, mit \u00d6lzeug und Gummistiefeln bekleidet, das Netz ins Wasser lassen. Nach 10 Minuten Fahrt holen sie das Bongo-Netz mit dem Schiffskran wieder aus dem Wasser.\u00a0 Moritz Baumann, Master-Student am GEOMAR, stellt unter jeden Probenbeh\u00e4lter einen farbigen Plastikeimer, auf dem die Wassertiefe der jeweiligen Probe vermerkt ist. Er dr\u00fcckt mir einen Wasserschlauch in die Hand, mit dem ich die Partikel, die im Netz h\u00e4ngen geblieben sind, in die Beh\u00e4lter am Ende des Netzes sp\u00fcle. So entgehen uns keine wichtigen Fragmente. \u201eAlle Organismen im Netz sind wichtig f\u00fcr die sp\u00e4teren Ergebnisse\u201c, erkl\u00e4rt Moritz. Sobald das Netz gr\u00fcndlich ausgesp\u00fclt ist, kippt er den Inhalt des Auffangbeh\u00e4lters in den dazugeh\u00f6rigen Eimer und tr\u00e4gt die Probe ins Labor. Darin tummeln sich neben Quallen und Fischlarven auch kleine Krebstiere, die von den Quallen gefressen werden. Die durchsichtigen Tiere sollen zuk\u00fcnftig in dem neuen Quallenkreisel des Aquarium GEOMAR leben.<\/p>\n<div id=\"attachment_3843\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3843\" class=\"size-medium wp-image-3843\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Moritz-484x323.jpg\" alt=\"\" width=\"484\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Moritz-484x323.jpg 484w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Moritz-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Moritz-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Moritz.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-3843\" class=\"wp-caption-text\">Moritz sucht die passenden Eimer f\u00fcr die Proben. Foto: Sirin Schulz\/GEOMAR<\/p><\/div>\n<p>Ich bringe den Eimer mit den winzigen Krebstierchen in den K\u00fchlraum, wo sie bis zur F\u00fctterung lagern. Als ich das Nasslabor wieder betrete, steht Moritz vor einer Waage und wiegt die Quallen aus der ersten Probe. Ich gehe zu einem blauen Pult und trage die Zahl, die er mir zuruft, in ein \u201eQuallenprotokoll\u201c ein. Diese Protokolle werden sp\u00e4ter digitalisiert und verglichen. \u201eDamit k\u00f6nnen wir herausfinden wo die Quallen leben und wie stark sie sich vermehren\u201c, sagt Moritz und f\u00fcgt hinzu: \u201eGut erhaltene Exemplare nehmen wir f\u00fcr DNA-Proben mit.\u201c Die DNA der unterschiedlichen Quallen wird dann im Labor verglichen. So k\u00f6nnen die Studierenden klar erkennen aus welcher Region der Ostsee die Quallen stammen und welcher Population sie angeh\u00f6ren. \u201eAuch wenn die Quallen derselben Art angeh\u00f6ren, bedeutet das nicht, dass sie sich au\u00dferhalb ihrer Population vermehren k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt mir Moritz.<\/p>\n<p>Auf die Frage warum er sich f\u00fcr die Fahrt auf der ALKOR entschieden hat, antwortet er: \u201eSeereisen geh\u00f6ren einfach zum Leben eines Meereswissenschaftlers dazu. F\u00fcr mich ist diese Fahrt die perfekte Gelegenheit auf entspannte Art und Weise das Forscherleben kennenzulernen. Hier ist es nicht schlimm wenn mal etwas daneben geht und wir haben die M\u00f6glichkeit aus unseren Fehlern zu lernen.\u201c<\/p>\n<p>Sirin Schulz<\/p>\n<div id=\"attachment_3844\" style=\"width: 243px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3844\" class=\"size-medium wp-image-3844\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Alkor-233x350.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Alkor-233x350.jpg 233w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Alkor-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Alkor-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/Alkor.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><p id=\"caption-attachment-3844\" class=\"wp-caption-text\">Die ALKOR auf dem Weg zu ihrer n\u00e4chsten Station. Foto: Sirin Schulz\/GEOMAR<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Nachtschicht auf dem beleuchteten Deck noch die Netzte aussp\u00fclte, musste die ALKOR wegen eines heranziehenden Sturms ihren Kurs \u00e4ndern. Der gelb eingef\u00e4rbte Fleck auf dem Wetterradar, der vor erh\u00f6hter Windgeschwindigkeit warnt, kriecht wie eine Schnecke langsam von Norden auf uns zu. Damit wir nicht in diesen Sturm geraten, fahren wir statt der drei [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":184,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-3841","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kommunikation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/users\/184"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3841"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3841\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3845,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3841\/revisions\/3845"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}