{"id":3833,"date":"2017-08-21T19:38:52","date_gmt":"2017-08-21T17:38:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=3833"},"modified":"2017-08-22T13:24:28","modified_gmt":"2017-08-22T11:24:28","slug":"al499-von-gdynia-nach-finnland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2017\/08\/21\/al499-von-gdynia-nach-finnland\/","title":{"rendered":"AL499 &#8211; Von Gdynia nach Finnland"},"content":{"rendered":"<p>Nur wenige Menschen ohne wissenschaftlichen Hintergrund bekommen die Gelegenheit eine Expedition auf einem Forschungsschiff zu begleiten. W\u00e4hrend meines Praktikums am GEOMAR hatte ich nun unerwartet das Gl\u00fcck, an einer Forschungsfahrt teilnehmen zu k\u00f6nnen. Am 14.08. verlie\u00df die ALKOR ihren Heimathafen Kiel und brach mit 8 Studierenden des Master Programms \u201eBiologische Ozeanographie\u201c des GEOMAR zu einer zweiw\u00f6chigen Lehrfahrt durch die Ostsee auf.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Fahrt nehmen die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler an festgelegten Stationen Wasserproben, fischen Quallen, Fischlarven, Bakterien und Plankton und analysieren die Ergebnisse direkt an Bord. Die eingeschleppte Rippenqualle haben sie bis jetzt gl\u00fccklicherweise nur an einer Station gefunden, daf\u00fcr unerwartet viele Dorschlarven. Damit lernen sie auf der ALKOR die Grundhandgriffe f\u00fcr die Forschung auf See und tragen Daten f\u00fcr eine Langzeiterhebung zusammen, die bereits seit 1986 regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_3837\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3837\" class=\"wp-image-3837 size-medium\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7648-484x323.jpg\" alt=\"\" width=\"484\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7648-484x323.jpg 484w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7648-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7648-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7648.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-3837\" class=\"wp-caption-text\"><em>Aurelia aurita<\/em> an Deck der ALKOR. Foto: Sirin Schulz\/GEOMAR<\/p><\/div>\n<p>Nach mehreren Tagen an \u00fcber 60 Stationen um die Insel Bornholm, an denen sie \u00fcber 200 Proben konserviert und analysiert haben, liefen sie am 19.08. nach der H\u00e4lfte der Fahrt gut gelaunt in den Hafen von Gdynia ein. Da einer der Mitfahrer die ALKOR in Gydnia verlassen hat, wurde eine Kabine auf dem Schiff frei. So bin ich am 20.08. nachmittags in Gdynia an Bord der ALKOR gegangen, gestern Abend auf See eingeschlafen und heute Morgen vor Lettland aufgewacht.<\/p>\n<div id=\"attachment_3836\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3836\" class=\"wp-image-3836 size-medium\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7639-484x323.jpg\" alt=\"\" width=\"484\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7639-484x323.jpg 484w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7639-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7639-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/08\/DSCF7639.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-3836\" class=\"wp-caption-text\">Die ALKOR l\u00e4ft aus dem Hafen von Gdynia aus. Foto: Sirin Schulz\/GEOMAR<\/p><\/div>\n<p>Heute war f\u00fcr mich also der erste richtige Tag auf einem Forschungsschiff und beim Aufstehen aus meiner kleinen Koje, wusste ich nicht was mich erwartet. Deshalb habe ich die Studierenden bei Ihrer Arbeit begleitet und verfolgt, wie sie hier im Gotland Becken eine CTD-Rosette\u00a0 aussetzen, mit der die Leitf\u00e4higkeit (<strong>C<\/strong>onductivity), die Temperatur (<strong>T<\/strong>emperature) und die Tiefe (<strong>D<\/strong>ensity)\u00a0 der jeweiligen Wasserschicht bestimmt werden kann. \u00a0Au\u00dferdem habe ich zugesehen wie \u00a0sie mit einem Multinetz Quallen und ihr Futter aus unterschiedlichen Wassertiefen sammeln.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte genauer wissen, was die Studierenden an den Quallen erforschen. Im Nasslabor auf dem Schiff treffe ich Rebecca Piontek, eine der Studentinnen am GEOMAR, die an einem metallenen Tisch steht. Sie tr\u00e4gt gelbe Gummistiefel, blaue Plastikhandschuhe und eine weite, wasserfeste Hose, um m\u00f6glichst trocken zu bleiben. Vor ihr steht eine quadratische Glasschale, in der kleine Quallen schwimmen. Die Tiere kommen aus den verschiedenen Netzten des Multinetzes, das vor wenigen Minuten aus dem Wasser geholt wurde. Nun nimmt sie die einzelnen Quallen vorsichtig aus der Schale, um sie zu messen und zu wiegen. Besonders gut erhaltene Exemplare f\u00fcllt sie f\u00fcr sp\u00e4tere DNA-Analysen und die Bestimmung ihrer bakteriellen Fauna in kleine Plastikr\u00f6hrchen. An der Arbeit mit Quallen findet sie besonders faszinierend, dass die gallertartigen Tiere trotz ihres primitiven Bauplans bereits seit 550 Millionen Jahren auf der Erde leben. \u201eIch m\u00f6chte herausfinden, welche Merkmale die Quallen so \u00fcberlebensf\u00e4hig und robust machen\u201c, sagt Rebecca w\u00e4hrend sie eine weitere Qualle aus einem roten Eimer nimmt, um sie zu vermessen.<\/p>\n<p>Ich finde es beeindruckend wie ausdauernd und engagiert Rebecca und die anderen Studierenden auch nach einer Woche auf See an den Forschungsergebnissen arbeiten. Selbst die Nachtschicht, die heute ansteht, bringt niemanden aus der Ruhe. Gegen Morgen wird die ALKOR dann weiter Richtung Norden entlang der K\u00fcste Lettlands und Estlands bis hoch nach Finnland fahren. Da von Westen ein Sturm aufzieht, m\u00fcssen wir zwei geplante Stationen voraussichtlich auslassen. Auf die Frage, ob Rebecca eine Nachtschicht bei Sturm nicht abschreckt antwortet sie:\u00a0 \u201eDann kann ich f\u00fcr mich testen, ob ich bei der Forschung auf See in allen Situationen und Wetterlagen voll einsatzf\u00e4hig bin\u201c, und f\u00fcgt lachend hinzu: \u201eIch habe mir den Sturm sogar ein bisschen gew\u00fcnscht.\u201c<\/p>\n<p>Sirin Schulz<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur wenige Menschen ohne wissenschaftlichen Hintergrund bekommen die Gelegenheit eine Expedition auf einem Forschungsschiff zu begleiten. W\u00e4hrend meines Praktikums am GEOMAR hatte ich nun unerwartet das Gl\u00fcck, an einer Forschungsfahrt teilnehmen zu k\u00f6nnen. 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