{"id":3345,"date":"2016-08-26T09:16:02","date_gmt":"2016-08-26T07:16:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=3345"},"modified":"2016-08-26T15:23:03","modified_gmt":"2016-08-26T13:23:03","slug":"gluckwunsch-poseidon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2016\/08\/26\/gluckwunsch-poseidon\/","title":{"rendered":"Gl\u00fcckwunsch POSEIDON!"},"content":{"rendered":"<p>40 Jahre und noch immer kein Alt-Eisen &#8211; bei Schiffen ist das nicht selbstverst\u00e4ndlich. Das Durchschnittsalter der deutschen Handelsflotte betr\u00e4gt nach Angaben des <a href=\"http:\/\/www.reederverband.de\/daten-und-fakten\/infopool.html\" target=\"_blank\">Verbands Deutscher Reeder<\/a> gerade einmal zehn Jahre. Doch es gibt nat\u00fcrlich auch Wasserfahrzeuge, die l\u00e4nger zuverl\u00e4ssig ihren Dienst tun. Eins davon ist das <a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/zentrum\/einrichtungen\/wasser\/f-s-poseidon\/\" target=\"_blank\">Forschungsschiff POSEIDON<\/a>. Es wurde 1974 bis 1976 von der Schichau Unterweser AG in Bremerhaven gebaut. Damit ist es jetzt &#8211; ja, genau &#8211; 40 Jahre alt. Wie es sich bei einem runden Geburtstag geh\u00f6rt, kamen gestern zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Schiffsmanager, Crewmitglieder und andere dem Schiff verbundene Menschen zusammen, um der POSEIDON zu gratulieren.<\/p>\n<p>Auch ich verbinde einige Erinnerungen mit der POSEIDON. Erstens kommt meine Familie aus Kiel und so weit ich zur\u00fcckdenken kann, geh\u00f6rt die POSEIDON zur Stadt &#8211; auch wenn sie die meiste Zeit gar nicht in ihrem Heimathafen ist. Dass ich einmal selbst auf ihr mitfahren w\u00fcrde, kam mir aber lange nicht in den Sinn. Mein Studium (Geschichte) zielte nicht unbedingt auf die Meereswissenschaften.<\/p>\n<p>2008 wechselte ich jedoch aus dem Tageszeitungsjournalismus in die Pressestelle des (damals noch IFM-)GEOMAR. Und die erste, mehrt\u00e4gige Expediton, die ich begleiten konnte, war mit der POSEIDON. Expedition POS 439-1 f\u00fchrte in die Flensburger F\u00f6rde und in die d\u00e4nische Ostsee. Dort nahmen wir Sedimentkerne, die Details der Klimageschichte seit der j\u00fcngsten Eiszeit kl\u00e4ren sollten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_3346\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3346\" class=\"size-medium wp-image-3346\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/08\/2012-09-30_040_POS439-1_JSteffen-GEOMAR_medium-484x321.jpg\" alt=\"Expedition POS439-1: Ausbbringen eines Schwerelots, um einen Sedimentkern aus dem Boden der Ostsee zu nehmen. Foto: Jan Steffen\" width=\"484\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/08\/2012-09-30_040_POS439-1_JSteffen-GEOMAR_medium-484x321.jpg 484w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/08\/2012-09-30_040_POS439-1_JSteffen-GEOMAR_medium-768x509.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/08\/2012-09-30_040_POS439-1_JSteffen-GEOMAR_medium.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-3346\" class=\"wp-caption-text\">Expedition POS439-1: Ausbringen eines Schwerelots, um einen Sedimentkern aus dem Boden der Ostsee zu nehmen. Foto: Jan Steffen<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_3347\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3347\" class=\"size-medium wp-image-3347\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/08\/2012-10-01_102_POS439-1_JSteffen-GEOMAR-medium-484x321.jpg\" alt=\"Auch der Typ aus der Pressestelle fasst mit an: Ich mit einem bereits bearbeiteten und verpackten Kern-Segment im Nasslabor der POSEIDON. 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Foto: Robert Spielhagen<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Vergleich mit dem neuesten deutschen Forschungsschiff, der SONNE, die ich <a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2015\/11\/21\/wiedersehen-in-chile-mit-fs-sonne-auf-expedition-so244-geosea\/\">mittlerweile auch auf See erleben durfte<\/a>, f\u00e4llt das Alter der POSEIDON schon auf. Vieles wirkt enger, das Arbeitsdeck zugebauter. Auch technisch herrscht auf den ersten Blick ein gewisser Retro-Charme. Dass nach und nach immer mehr moderne Navigationsger\u00e4te, Kommunikationsanlagen, neue Winden und wissenschaftliche Apparaturen nachger\u00fcstet wurden, bringt das Schiff zwar technisch auf einen aktuellen Stand, aufger\u00e4umter wirkt es dadurch aber nicht.<\/p>\n<p>Trotzdem (oder gerade deshalb?): Die POSEIDON ist ein beliebtes Schiff. Ich pers\u00f6nlich mag ihre klassichen Formen. Wissenschaftler sch\u00e4tzen ihre stabile Lage im Wasser und die gute Man\u00f6vrierbarkeit. Ein Pluspunkt, den viele Kolleginnen und Kollegen auch immer wieder nennen, ist die famili\u00e4re Atmosph\u00e4re an Bord. \u00dcberhaupt steht die POSEIDON f\u00fcr eine ganze \u00c4ra der Meeresforschung. Als sie in Dienst ging, hatte sich die Theorie der Plattentektonik noch nicht einmal richtig etabliert. Und welcher Schiffsneubau hat noch ein richtiges Steuerrad auf der Br\u00fccke? \ud83d\ude42<\/p>\n<p>So mischte sich zwischen die Freude \u00fcber den runden Geburtstag bei den Gratulanten auch etwas Wehmut. Denn das Ende der Dienstzeit der POSEIDON ist absehbar. Bis 2019 hat sie noch &#8220;Klasse&#8221;, also ein T\u00dcV-Siegel f\u00fcr Schiffe. Weitere Grund\u00fcberholungen und Nachr\u00fcstungen sind voraussichtlich zu teuer. Deshalb <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/neues-forschungsschiff-in-kiel-beheimatet-1702.html\" target=\"_blank\">soll ein gr\u00f6\u00dferer Neubau die POSEIDON &#8211; und die auch schon 30 Jahre alte METEOR &#8211; ersetzen<\/a>. Dieser Neubau wird nat\u00fcrlich neue wissenschaftliche M\u00f6glichkeiten bieten, bequemere Unterbringung f\u00fcr lange Reisen, mehr Einsatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Gro\u00dfger\u00e4te. Doch die &#8220;alte&#8221; POSEIDON ist halt die &#8220;alte&#8221; POSEIDON&#8230;<\/p>\n<p>In diesem Sinn w\u00fcnsche auch ich ihr weiterhin gute Fahrt und immer mindestens eine Handbreit Wasser unterm Kiel!<\/p>\n<p>Jan Steffen<\/p>\n<p>P.S.: \u00dcbrigens ist die &#8220;gute alte&#8221; POSEIDON nicht die erste POSEIDON. Doch dazu in den n\u00e4chsten Tagen mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>NACHTRAG 26.08.2016: Hier noch ein Video meiner Kolleginnen Amelie und Gesa \u00fcber die POSEIDON:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/vGZDwoR5TGI\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>40 Jahre und noch immer kein Alt-Eisen &#8211; bei Schiffen ist das nicht selbstverst\u00e4ndlich. Das Durchschnittsalter der deutschen Handelsflotte betr\u00e4gt nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder gerade einmal zehn Jahre. Doch es gibt nat\u00fcrlich auch Wasserfahrzeuge, die l\u00e4nger zuverl\u00e4ssig ihren Dienst tun. Eins davon ist das Forschungsschiff POSEIDON. 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