{"id":3152,"date":"2016-01-22T18:11:01","date_gmt":"2016-01-22T16:11:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=3152"},"modified":"2016-01-22T18:11:01","modified_gmt":"2016-01-22T16:11:01","slug":"schlechte-nachrichten-mit-hoffnungsschimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2016\/01\/22\/schlechte-nachrichten-mit-hoffnungsschimmer\/","title":{"rendered":"Schlechte Nachrichten mit Hoffnungsschimmer"},"content":{"rendered":"<p>Das neue Jahr ist zwar erst drei Wochen alt, aber wir konnten bereits mehrere spannende\u00a0 Publikationen aus den Meereswissenschaften verzeichnen \u2013 und sie teilweise selbst an die Medien bzw. die \u00d6ffentlichkeit weiterreichen. Dabei ging es unter anderem um Wirbel im Ozean (<a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/news\/article\/sauerstoffarme-wirbel-eroeffnen-neue-sicht-auf-den-atlantik\/\" target=\"_blank\">Meldung 1<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/news\/article\/gleiter-schwarm-auf-wirbelspur\/\" target=\"_blank\">Meldung 2<\/a>), die neben den klassischen, gro\u00dfen Meerestr\u00f6mungen immer mehr in den Fokus von Ozeanographen, Meeresbiologen, Meereschemikern und Physikern geraten. Denn auch die Wirbel transportieren\u00a0 W\u00e4rme und N\u00e4hrstoffen durch die Ozeane. Weil sie deutlich kurzlebiger als die gro\u00dfen Str\u00f6mungsb\u00e4nder sind, ist es aber schwieriger, sie zu untersuchen. Deshalb wurden sie lange vernachl\u00e4ssigt. Das \u00e4ndert sich nun und wie die neuen Studien zeigen, sind in diesem Bereich noch noch viele faszinierende Entdeckungen zu erwarten.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Reichweite au\u00dferhalb der Wissenschaftsgemeinde erzielte in dieser Woche aber ein Paper zum Thema Fischerei. Wenn es um Ern\u00e4hrung geht, reagiert der Mensch halt sensibel. In dem Journal \u201c<a href=\"http:\/\/www.nature.com\/ncomms\/2016\/160119\/ncomms10244\/full\/ncomms10244.html#affil-auth\" target=\"_blank\">Nature Communications<\/a>\u201d ver\u00f6ffentlichten Daniel Pauly und Dirk Zeller von dem Projekt \u201c<a href=\"http:\/\/www.seaaroundus.org\/\" target=\"_blank\">Sea around Us<\/a>\u201d an der University of British Colombia (Kanada) eine Studie, die den Schluss nahelegt, dass in den 1990er Jahren viel gr\u00f6\u00dfere Mengen an Fisch aus den Meeren entnommen wurden als angenommen. Demnach war auch der anschlie\u00dfende R\u00fcckgang der Fischerei gravierender als die offiziellen Zahlen es bisher aussagten.<br \/>\nDiese offiziellen Zahlen, die die Studie korrigieren m\u00f6chte, stammen von der Weltern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO, der <a href=\"http:\/\/www.fao.org\/home\/en\/\" target=\"_blank\">FAO<\/a>. Sie beruhen auf Fangmengen, die die einzelnen Mitgliedstaaten der FAO gemeldet haben. Dabei ber\u00fccksichtigen die meldenden Staaten oft weder Beifang noch Sportfischerei. All diese Zahlen sind in die jetzt ver\u00f6ffentlichte Studie von Pauly und Zeller mit eingegangen. Zahlreiche Medien haben dar\u00fcber berichtet und auch die Hintergr\u00fcnde ausf\u00fchrlich beleuchtet. Hier eine Auswahl:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/umwelt\/2016-01\/ueberfischung-bedrohung-arten-fehler-angaben\/komplettansicht\" target=\"_blank\">Die ZEIT<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/fischerei-zaehlung-mit-haken-1.2824872\" target=\"_blank\">S\u00fcddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/ndr2\/sendungen\/ndr2spezial\/NDR-2-Spezial-Sorge-um-unsere-Meere,sendung464792.html\" target=\"_blank\">NDR 2 Spezial &#8211; Sorge um unsere Meere (ab 00:05:50)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/canadajournal.net\/science\/global-fish-catches-falling-three-times-due-to-overfisihing-new-study-finds-41540-2016\/\" target=\"_blank\">SRF (Schweiz)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2016\/jan\/19\/overfishing-causing-global-catches-to-fall-three-times-faster-than-estimated\" target=\"_blank\">The Guardian<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/canadajournal.net\/science\/global-fish-catches-falling-three-times-due-to-overfisihing-new-study-finds-41540-2016\/\" target=\"_blank\">Canada Journal<\/a><\/p>\n<p>Auch wenn die Studie auf den ersten Blick eine Negativ-Nachricht zum Zustand der Meere ist, zeigt die Reaktion doch, dass Menschen in vielen L\u00e4ndern mittlerweile sensibel auf solche Nachrichten reagieren. Anders als noch vor zwanzig Jahren setzt sich offensichtlich die Erkenntniss durch, dass die Ozeane nicht unendlich viel Nahrung liefern und gleichzeitig als M\u00fcllfass ohne Boden dienen k\u00f6nnen. Je mehr wir \u00fcber die Ozeane wissen, desto deutlicher wird, dass wir Konzepte f\u00fcr einen schonenden Umgang mit ihnen entwickeln m\u00fcssen. Solche Konzepte gibt es und sie werden teilweise sogar schon umgesetzt, wie unter anderem im <a href=\"http:\/\/worldoceanreview.com\/wor-4-uebersicht\/wor-4-kompakt\/\" target=\"_blank\">World Ocean Review 4<\/a> nachzulesen ist. Es gibt also Hoffnungsschimmer. Wir d\u00fcrfen nur nicht nach den ersten Schritten stehen bleiben.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang eine weitere gute Nachricht: Vor einer Woche hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka den Titel des Wissenschaftsjahrs 2016\/2017 bekannt gegeben: <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/meere-und-ozeane-entdecken-nutzen-schuetzen-2338.html\" target=\"_blank\">\u201cMeere und Ozeane: Entdecken, Nutzen, Sch\u00fctzen\u201d<\/a>. Das Jahr mit seinen zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen wird hoffentlich dazu beitragen, die Bedeutung der Ozeane als Nahrungsquelle, Klimaregulator, Erholungsraum, Verkehrsweg, Wirtschaftsraum und \u00d6kosystem noch bekannter zu machen. Wir werden daran nat\u00fcrlich kr\u00e4ftig mitarbeiten und wollen das Wissen \u00fcber die Meere auch weit ins Binnenland tragen. Denn was sich in den Ozeanen (immerhin 70% der Erdoberfl\u00e4che) abspielt, betrifft alle Menschen.<\/p>\n<p>Sch\u00f6nes Wochenende,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jan Steffen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Jahr ist zwar erst drei Wochen alt, aber wir konnten bereits mehrere spannende\u00a0 Publikationen aus den Meereswissenschaften verzeichnen \u2013 und sie teilweise selbst an die Medien bzw. die \u00d6ffentlichkeit weiterreichen. 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