{"id":3023,"date":"2015-12-20T00:01:46","date_gmt":"2015-12-19T22:01:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=3023"},"modified":"2015-12-14T16:49:11","modified_gmt":"2015-12-14T14:49:11","slug":"adventskalender-wochenturchen-iii-von-den-anfangen-der-deutschen-forschungsflotte-bis-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2015\/12\/20\/adventskalender-wochenturchen-iii-von-den-anfangen-der-deutschen-forschungsflotte-bis-heute\/","title":{"rendered":"Adventskalender-Wochent\u00fcrchen III: Von den Anf\u00e4ngen der Deutschen Forschungsflotte bis heute"},"content":{"rendered":"<p>Deutsche Meeresforscherinnen und -forscher sind zu jeder Jahreszeit auf Forschungsschiffen unterwegs, in Nord- und Ostsee ebenso wie im Atlantik, dem Pazifik oder den Polarmeeren. Die deutsche Forschungsflotte besteht heute aus den acht Forschungsschiffen <em>Polarstern<\/em>, <em>Meteor<\/em>, <em>Maria S. Merian<\/em>, <em>Poseidon<\/em>, <em>Alkor<\/em>, <em>Heincke<\/em>, <em>Elisabeth Mann Borgese <\/em>und <em>Sonne<\/em>. Sie wurden speziell f\u00fcr die Belange der Meeresforschung konstruiert und sind f\u00fcr Arbeiten in den Bereichen Biologie, Geologie, Geophysik, Glaziologie, Geochemie, Ozeanographie und Meteorologie ausger\u00fcstet. Ihre Einsatzgebiete sind dabei so vielf\u00e4ltig wie die Meeresforschung.<\/p>\n<p>Ein Urgestein unter den deutschen Forschungsschiffen ist die alte <em>Sonne<\/em>: 1969 als Fischereischiff gebaut und 1977 zum Forschungsschiff umfunktioniert, diente sie 36 Jahre lang der deutschen Meeresforschung. In diesem Jahr stellte sie ihren Dienst ein.<\/p>\n<p>Die <em>Poseidon<\/em> \u2013 ihr Namensgeber ist der griechische Gott des Meeres \u2013 ist seit 1976 fester Bestandteil der deutschen Forschungsflotte. Sie ist das zweite deutsche Forschungsschiff mit diesem Namen: Bereits von 1902 bis 1938 gab es einen Reichsforschungsdampfer <em>Poseidon<\/em>, der haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Fischereiforschung in den europ\u00e4ischen Schelfmeeren eingesetzt wurde. Am 29. M\u00e4rz 1999 \u00fcberquerte die <em>Poseidon<\/em> im Rahmen eines l\u00e4ngeren Einsatzes vor Namibia erstmals den \u00c4quator.<\/p>\n<p>1982 kam der <em>Polarstern<\/em> dazu. Das Schiff wurde eigens f\u00fcr die Polarforschung konzipiert und ist im Nord- und S\u00fcdpolarmeer zuhause. Es z\u00e4hlt zu den leistungsf\u00e4higsten Forschungsschiffen der Welt und ist Eigentum der deutschen Bundesregierung.<\/p>\n<p>Die <em>Meteor<\/em> ist seit 1986 als interdisziplin\u00e4re Forschungsplattform f\u00fcr Wissenschaftler im Atlantik, Ost-Pazifik, Mittelmeer oder der Ostsee unterwegs. Sie ist das zweitgr\u00f6\u00dfte Forschungsschiff Deutschlands.<\/p>\n<p>Das mittelgro\u00dfe Forschungsschiff <em>Alkor<\/em> wurde 1990 in Dienst gestellt. Es ist als Mehrzweckforschungsschiff f\u00fcr alle Disziplinen der Meeresforschung geeignet und kommt vor allem in der Nord- und Ostsee zum Einsatz. Das Schwesterschiff <em>Heincke<\/em> erm\u00f6glicht Forschungsvorhaben in den Bereichen Biologie und Hydrographie und wird in der Nordsee und im Nordatlantik eingesetzt.<\/p>\n<p>Von 1992 bis 2010 war die <em>Professor Albrecht Penck <\/em>Teil der deutschen Forschungsflotte. Das 1951 erbaute Schiff war zuvor als erstes Forschungsschiff der DDR im Einsatz. 2010 wurde es von der <em>Elisabeth Mann Borgese <\/em>abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Die <em>Maria S. Merian<\/em> ist seit 2006 dabei. Sie zeichnet sich gegen\u00fcber anderen Forschungsschiffen vor allem durch ihre Eisrandf\u00e4higkeit aus, mit der sie den Forscherinnen und Forschern nicht nur Fahrten auf dem Mittelmeer und dem Nordatlantik, sondern auch auf dem subpolaren Nordmeer erm\u00f6glicht. Benannt wurde das Forschungsschiff nach Maria Sibylla Merian, der Begr\u00fcnderin der deutschen Entomologie, die Ende des 17. Jahrhunderts als erste Frau Forschungsreisen gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00dfes mit dem Schiff unternahm.<\/p>\n<p>J\u00fcngstes Mitglied ist seit 17. November 2014 die neue <em>Sonne<\/em> \u2013 ein echtes Hightech-Schiff, das den h\u00f6chsten Anspr\u00fcchen moderner Meeresforschung gerecht wird. Sie l\u00f6ste die in diesem Jahr aus der Fahrt gehende alte <em>Sonne<\/em> ab. Die neue <em>Sonne<\/em> ist nun nicht nur das modernste, sondern mit ihren 116 Metern L\u00e4nge auch das gr\u00f6\u00dfte deutsche Forschungsschiff. Ihre Haupteinsatzgebiete liegen im Indischen und Pazifischen Ozean, denn beide Weltmeere haben einen gro\u00dfen Einfluss auf das Weltklima, den es in Zukunft weiter zu erforschen gilt. Sie soll aber auch dazu beitragen, andere wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragen zu beantworten, vor allem hinsichtlich der Versorgung mit marinen Rohstoffen und des Eingreifens des Menschen in die \u00d6kosysteme.<\/p>\n<p>Die <em>Sonne<\/em> war gerade auf einer Expedition im Pazifik (<a href=\"https:\/\/www.ldf.uni-hamburg.de\/sonne\/wochenberichte.html\">die Wochenberichte gibt es hier<\/a>): 24 Wissenschaftler aus Chile, Deutschland und Gro\u00dfbritannien haben vom 27. November bis 13. Dezember das geod\u00e4tische Meeresbodennetzwerk GeoSEA in Wassertiefen zwischen 2000 Metern und 6000 Metern auf dem chilenischen Kontinentalhang und auf der ozeanischen Platte installiert. GeoSEA steht f\u00fcr \u201eGeodetic Earthquake Observatory on the Seafloor\u201d und kann Deformationen des Meeresbodens im Sub-Zentimeterbereich messen. Damit k\u00f6nnen hoffentlich neue Erkenntnisse in der Erdbebenphysik gewonnen werden, um die m\u00f6gliche Erdbebengef\u00e4hrdung Chiles besser beurteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer mehr \u00fcber die Deutsche Forschungsflotte wissen m\u00f6chte, der kann auf folgenden Webseiten informieren:<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmbf.de\/de\/die-deutsche-forschungsflotte-340.html<\/p>\n<p>http:\/\/www.deutsche-meeresforschung.de\/de\/forschungsschiffe<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir von Ozean der Zukunft w\u00fcnschen allen Lesern von oceanblogs ein besinnliches Weihnachtsfest!<\/p>\n<p>Julia Janssen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Meeresforscherinnen und -forscher sind zu jeder Jahreszeit auf Forschungsschiffen unterwegs, in Nord- und Ostsee ebenso wie im Atlantik, dem Pazifik oder den Polarmeeren. 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