{"id":3021,"date":"2015-12-13T00:01:24","date_gmt":"2015-12-12T22:01:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=3021"},"modified":"2015-12-12T12:51:07","modified_gmt":"2015-12-12T10:51:07","slug":"adventskalender-wochenturchen-ii-entwicklung-der-meeresforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2015\/12\/13\/adventskalender-wochenturchen-ii-entwicklung-der-meeresforschung\/","title":{"rendered":"Adventskalender-Wochent\u00fcrchen II: Entwicklung der Meeresforschung"},"content":{"rendered":"<p><strong>+++ Dies ist der zweite Adventskalender-Beitrag vom Ocean-Navigator. N\u00e4chsten Sonntag gibt es mehr zur Entwicklung der Ozeanforschung. Viel Spa\u00df beim Lesen! +++<\/strong><\/p>\n<p>Im letzten Beitrag ging es um die Challenger Expedition. Sie war die gr\u00f6\u00dfte und kostspieligste Expedition der viktorianischen Epoche. Auch wenn es sich \u00fcber 20 Jahre hinzog, dieses Riesenunterfangen auszuwerten, stand die Meeresforschung in der Zwischenzeit nicht still.<\/p>\n<p>1900 wurde die \u201eDeutsche Wissenschaftliche Kommission f\u00fcr die Internationale Meeresforschung\u201c (kurz: Internationale Kommission) als deutscher Partner f\u00fcr den \u201eInternational Council for the Exploration of the Sea\u201c (ICES) gegr\u00fcndet um weltweite Daten \u00fcber zum Beispiel die Bestandsdaten der Fischerei zu sammeln und zu bewerten. Dieser Kommission geh\u00f6rten die Kieler Professoren Otto Kr\u00fcmmel (1854-1912) und Karl Brandt (1854 -1931, Zoologie, Nachfolger von M\u00f6bius) an. Die Kommission besteht bis heute und sitzt in Kopenhagen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3031\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/220px-Otto_Kr\u00fcmmel_1854-1912.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3031\" class=\"wp-image-3031 size-full\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/220px-Otto_Kr\u00fcmmel_1854-1912.jpg\" alt=\"Otto Kr\u00fcmmel, Geograph und Pionier der Ozeanographie\" width=\"220\" height=\"237\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3031\" class=\"wp-caption-text\">Otto Kr\u00fcmmel, Geograph und Pionier der Ozeanographie<\/p><\/div>\n<p>1902 wurde in Kiel das \u201eLaboratorium f\u00fcr die internationale Meeresforschung\u201c unter Leitung von Otto Kr\u00fcmmel eingerichtet. Zeitgleich mit der Gr\u00fcndung des ICES sollten biologische, chemische und physikalische Beobachtungen aus Nord- und Ostsee gesammelt werden, um neueste Bestands- und Umweltkenntnisse in die Bewirtschaftung der Meere einflie\u00dfen zu lassen.<\/p>\n<p>Physiker Alexander Behm (1880-1952) verma\u00df mit dem, von ihm ab 1912 in Kiel entwickelten, Echolot die Meeresb\u00f6den pr\u00e4zise wie nie zuvor w\u00e4hrend der \u201eDeutschen Atlantischen Expedition\u201c 1925-27 auf dem Forschungsschiff \u201eMeteor\u201c und l\u00e4utete damit eine neue Phase der Tiefseeforschung ein. In insgesamt 67.000 Tiefenmessungen im S\u00fcdatlantik entstanden die ersten detaillierten Tiefenkarten der Meere.<\/p>\n<p>1936 wurde Adolf Remane Direktor des Zoologischen Instituts der Universit\u00e4t Kiel und bekam den Auftrag, in Kitzeberg am Ostufer der Kieler F\u00f6rde ein Meeresinstitut mit Abteilungen f\u00fcr Biologie, Hydrographie\/Chemie und Hydrogeologie zu gr\u00fcnden. 1937 wurde das Institut eingeweiht und der Meereschemiker Hermann Wattenberg wurde 1944 zum Direktor ernannt. Wattenberg stand f\u00fcr die Grundlagenforschung bezogen auf die Ozeanbeobachtung. Er starb am 24. Juli 1944 als das Institutsgeb\u00e4ude durch Bomben vernichtet wurde. Auch das zu der Zeit f\u00fchrende \u201eBerliner Institut f\u00fcr Meereskunde\u201c wurde bombardiert. Nach dem Krieg wurde das Institut f\u00fcr Meereskunde in Kiel neu eingerichtet und zum Nachfolger des Berliner Instituts erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Nicht nur in Kiel, sondern auch weltweit entwickelte sich die Meeresforschung und die damit verbundene Technologie zur Erforschung neuer Lebensr\u00e4ume und Tiefen der Wassers\u00e4ule rasant weiter. So stellte Jacques-Yves Cousteau (1910-1997) im Jahre 1947 einen Weltrekord im Freitauchen auf: Er war ohne Hilfsmittel bis in eine Tiefe von 91,5 Metern vorgedrungen! Und das, obwohl er ein Jahr zuvor ein Atemger\u00e4t des Meeresforschers Hans Hass zur \u201eAqualunge\u201c weiterentwickelt hat. Die Aqualunge war das erste Presslufttauchger\u00e4t, mit dessen Nachfolgern auch heute noch getaucht wird, sowohl beim Berufs-als auch beim Sporttauchen.<\/p>\n<p>Neben neuen, technischen Spielereien und Rekordversuchen versetzte Cousteau auch im filmischen Bereich Grenzen. Seine Filme &#8211; zum Teil in vierzig Meter Tiefe gedrehte Farbfilme &#8211; gaben neue Einblicke in eine faszinierende Unterwasserwelt und Ansto\u00df f\u00fcr neue Forschungsfragen. W\u00e4hrend das \u201eLaboratorium f\u00fcr die internationale Meeresforschung\u201c in Kiel vor allem chemische und physikalische Untersuchungen an dem gr\u00f6\u00dftenteils mit der \u201ePoseidon\u201c gewonnenen Material \u00fcber Jahrzehnte durchf\u00fchrte, r\u00fcstete Cousteau 1950 ein ausgemustertes englisches Minenr\u00e4umschiff zur Forschungsstation auf. Von der \u201eCalypso\u201c, der Nymphe in der \u201eOdyssee\u201c, aus starteten die Dreharbeiten f\u00fcr die Serie \u201eGeheimnisse des Meeres\u201c, die ein internationales Publikum jahrelang begeisterte. Sogar bei den ersten Tauchversuchen von Auguste Picard in der N\u00e4he der Kapverdischen Inseln war Cousteau mit der Kamera dabei. Unter seiner Leitung des Ozeanographischen Museums in Monaco betrieb er Museumsschiffe in \u00dcbersee, Vorg\u00e4nger heutiger Museumsschiffe wie die deutsche \u201eMS Wissenschaft\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_3030\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/Calypso-_-_Montreal_1980.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3030\" class=\"size-medium wp-image-3030\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/Calypso-_-_Montreal_1980-484x320.jpg\" alt=\"Das Forschungsfisch von Jacques Cousteau, die Calypso, vor Montreal, 1980. Foto: Ren\u00e9 Beauchamp - http:\/\/www.shipspotting.com\/gallery\/photo.php?lid=2208990\" width=\"484\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/Calypso-_-_Montreal_1980-484x320.jpg 484w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/Calypso-_-_Montreal_1980-1024x676.jpg 1024w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/Calypso-_-_Montreal_1980.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3030\" class=\"wp-caption-text\">Das Forschungsfisch von Jacques Cousteau, die Calypso, vor Montreal, 1980. Foto: Ren\u00e9 Beauchamp &#8211; http:\/\/www.shipspotting.com\/gallery\/photo.php?lid=2208990<\/p><\/div>\n<p>Mit dem Sinken der \u201eCalypso\u201c 1996 im Hafen von Singapur endete zwar die Cousteau-\u00c4ra, die einem gro\u00dfen Publikum weltweit tiefere Einblicke in die Meere erm\u00f6glichte, nicht aber die intensive Beforschung der Meere! Heute sind unz\u00e4hlige Forschungsschiffe und Wissenschaftler auf dem Globus im Einsatz, um Erkenntnisse \u00fcber nach wie vor gr\u00f6\u00dftenteils unbekannte Gebiete des Ozeans zu sammeln. \u00dcber die deutsche Forschungsflotte wird es n\u00e4chste Woche mehr zu lesen geben. Seien Sie gespannt!<\/p>\n<p>Einen sch\u00f6nen 2. Advent w\u00fcnscht,<\/p>\n<p>Frederike Tirre<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++ Dies ist der zweite Adventskalender-Beitrag vom Ocean-Navigator. N\u00e4chsten Sonntag gibt es mehr zur Entwicklung der Ozeanforschung. 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