{"id":2895,"date":"2015-12-06T10:49:24","date_gmt":"2015-12-06T08:49:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=2895"},"modified":"2015-12-08T13:12:55","modified_gmt":"2015-12-08T11:12:55","slug":"adventskalender-wochenturchen-i-die-challenger-expedition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2015\/12\/06\/adventskalender-wochenturchen-i-die-challenger-expedition\/","title":{"rendered":"Adventskalender-Wochent\u00fcrchen I: Die Challenger Expedition"},"content":{"rendered":"<p>+++ Dies ist der erste Adventskalender-Beitrag vom Ocean-Navigator. Bis Weihnachten findet Ihr hier regelm\u00e4\u00dfig Beitr\u00e4ge zur Entwicklung der Ozeanforschung. Viel Spa\u00df beim Lesen! +++<\/p>\n<p>Es war im Dezember 1872, als die HMS Challenger das erste Mal nach ihrem Umbau zum Forschungsschiff in See stach. Dreieinhalb Jahre voller neuer Entdeckungen, Abenteuer und Gefahren lagen vor ihr. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Schiff nur zu Kriegszwecken eingesetzt. Nachdem der britische Forscher Dr. C. Wyville Thomson jedoch vorschlug, eine wissenschaftliche Expedition zu starten, wurden Kanonen durch Labore, Arbeitspl\u00e4tze und Lagerr\u00e4ume ersetzt. Sein Interesse war es nicht, die Kontinente zu erforschen, sondern das, was sie umgibt: das Meer. \u201eOzeanographie\u201c nennt er diese Wissenschaft.<\/p>\n<p>Der Plan lautete \u00fcber 68.000 Seemeilen zur\u00fcckzulegen und dabei so viele Daten und Informationen zu sammeln wie nur m\u00f6glich. Fast 250 M\u00e4nner waren an Bord der HMS Challenger, als die gro\u00dfe Reise begann. Die meisten z\u00e4hlten zur technischen und nautischen Besatzung, nur sechs Forscher waren darunter. Einer davon war der deutsche Zoologe Rudolf von Wilemoes-Suhm.<\/p>\n<p>Die Aufgaben an Bord waren vielf\u00e4ltig. Mit Hilfe von Dredgen und Netzen wurden Organismen gesammelt, die fein s\u00e4uberlich sortiert und benannt werden mussten. Jeden zweiten Tag haben die Matrosen Lotleinen \u00fcber Bord geworfen, um die Wassertiefe zu messen. Bereits damals schon wurde in diesem Zuge regelm\u00e4\u00dfig die Temperatur gemessen, mit kleinen Spezialthermometern, die an der Leine befestigt wurden. Und auch Sedimentproben wurden schon genommen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie der Meeresboden aussieht. Ihre Fahrt f\u00fchrte die HMS Challenger von England \u00fcber den Atlantik nach Kanada und Brasilien, \u00fcber S\u00fcdafrika an die Eisbarriere, nach Australien, Japan und die pazifischen Inseln und zur\u00fcck nach Hause. Doch obwohl sich die Forscher der Ozeanographie verschrieben hatten, f\u00fchrten sie auch Buch \u00fcber all ihre Entdeckungen an Land. Denn die Besatzung traf auf viele verschiedene V\u00f6lker und St\u00e4mme, weshalb sie sogar ethnologische Forschung betreiben konnten.<\/p>\n<p>Insgesamt dauerte es fast 20 Jahre, bis die Wissenschaft die Ergebnisse der Expedition auf 29.552 Seiten publizieren konnte. Diese Arbeit war nicht nur die derjenigen Wissenschaftler, die mit an Bord der HMS Challenger waren, sondern unz\u00e4hliger Fachkollegen, die ihnen dabei halfen, alles auszuwerten. Alleine schon die 4.500 unbekannten Organsimen, konserviert in Gl\u00e4sern voll Spiritus oder Salzlake, zu bestimmen, h\u00e4tten die sechs Expeditionsforscher nur schwer bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Wilemoes-Suhm, der deutsche Biologe, starb 1875 auf Thaiti an den Folgen einer Infektionskrankheit und war der einzige unter den Forschern, der seinen Erfolg nicht miterleben konnte.<\/p>\n<p>Die Challenger-Expedition gilt heute als die gr\u00f6\u00dfte und kostspieligste der viktorianischen Epoche.<\/p>\n<p>Wir vom GEOMAR und Future Ocean w\u00fcnschen Euch allen eine sch\u00f6ne Adventszeit!<\/p>\n<p>Gesa Seidel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++ Dies ist der erste Adventskalender-Beitrag vom Ocean-Navigator. Bis Weihnachten findet Ihr hier regelm\u00e4\u00dfig Beitr\u00e4ge zur Entwicklung der Ozeanforschung. Viel Spa\u00df beim Lesen! +++ Es war im Dezember 1872, als die HMS Challenger das erste Mal nach ihrem Umbau zum Forschungsschiff in See stach. Dreieinhalb Jahre voller neuer Entdeckungen, Abenteuer und Gefahren lagen vor ihr. 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