{"id":2857,"date":"2015-12-01T18:54:51","date_gmt":"2015-12-01T16:54:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=2857"},"modified":"2015-12-02T02:10:26","modified_gmt":"2015-12-02T00:10:26","slug":"so244-geosea-i-dont-like-mondays","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2015\/12\/01\/so244-geosea-i-dont-like-mondays\/","title":{"rendered":"SO244 GeoSEA &#8211; I don&#8217;t like Mondays"},"content":{"rendered":"<p>Ich kenne zwar den Musikgeschmack unserer Fahrtleiterin Heidrun nicht, aber heute k\u00f6nnte sie ein Lied zur pers\u00f6nlichen Hymne erkl\u00e4ren: \u201eI don\u2019t like Mondays\u201c. Der gestrige Montag verlief n\u00e4mlich eher s\u2026uboptimal.<\/p>\n<p>Nachdem wir im ersten Einsatzgebiet bis Sonntagabend f\u00fcnf Tripoden erfolgreich in etwas mehr als 2100 Metern Wassertiefe abgesetzt haben, sind wir in der Nacht von Sonntag auf Montag ca. 50 Seemeilen Richtung Wests\u00fcdwest zum zweiten Einsatzgebiet gefahren.<\/p>\n<p>Bei 21\u00b003&#8242; S und 71\u00b044&#8242; W begannen gestern Morgen (Montag) um 06:00 Uhr die Vorbereitungen zum Absetzen des insgesamt sechsten Tripoden, gleichzeitig der erste im zweiten Untersuchungsgebiet. Alles lief glatt, die Decksmannschaft der SONNE und die Techniker des GEOMAR beherrschen den komplizierten Ausbringevorgang mittlerweile aus dem Effeff. Der Tripode erreichte seine vorgesehene Position in \u00fcber 4000 Metern Tiefe, stand richtig, funktionierte. Mittels eines Hydrophons teilten wir dem \u201eReleaser\u201c am unteren Ende des Absetzkabels mit, dass er den Tripoden freigeben solle. Das Hydrophon fiepte wie geplant seine Botschaft in die dunkle Tiefsee hinab. Und dann\u2026 tat sich nichts. Die Striche auf einem Bildschirm in der Datenzentrale der SONNE, die die Tiefe des Absetzkabels anzeigen, bewegten sich nicht, der Ausl\u00f6ser gab keine R\u00fcckmeldung. Ein st\u00e4rkerer Sender, Spitzname \u201eWumme\u201c, kam zum Einsatz, wieder ohne erkennbares Ergebnis auf den entsprechenden \u00dcberwachungsmonitoren. Irgendwann stellt sich gl\u00fccklicherweise heraus: Der Releaser hatte funktioniert, nur die Positions-Transponder am Tiefseekabel hatten zeitweise den Dienst eingestellt.<\/p>\n<div id=\"attachment_2859\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2859\" class=\"size-medium wp-image-2859\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/151130_1416_0503_SO244_JSteffen-GEOMAR_Medium-484x323.jpg\" alt=\"Hydrophon, um mit dem Releaser in der Tiefsee zu kommmunizieren. Da es das st\u00e4rkkere von zwei Hydrophonen ist,, tr\u00e4gt es den Spitznamenn &quot;Wumme&quot;. \/ Hydrophone nicknamed &quot;Wumme&quot; Photo: Jan Steffen, GEOMAR\" width=\"484\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/151130_1416_0503_SO244_JSteffen-GEOMAR_Medium-484x323.jpg 484w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/151130_1416_0503_SO244_JSteffen-GEOMAR_Medium.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-2859\" class=\"wp-caption-text\">Hydrophon, um mit dem Releaser in der Tiefsee zu kommmunizieren. Da es das st\u00e4rkere von zwei Hydrophonen ist, tr\u00e4gt es den Spitznamen &#8220;Wumme&#8221;. \/ Hydrophone nicknamed &#8220;Wumme&#8221; Photo: Jan Steffen, GEOMAR<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2860\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2860\" class=\"size-medium wp-image-2860\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/151130_1420_0504_SO244_JSteffen-GEOMAR_Medium-484x323.jpg\" alt=\"Anne gibt \u00fcber das Hydrophon das Signal f\u00fcr denn Releaser \/ Anne gives via the hydrophone the signal for the releaser. Photo: Jan Steffen,, GEOMAR\" width=\"484\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/151130_1420_0504_SO244_JSteffen-GEOMAR_Medium-484x323.jpg 484w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/151130_1420_0504_SO244_JSteffen-GEOMAR_Medium.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-2860\" class=\"wp-caption-text\">Anne gibt \u00fcber das Hydrophon das Signal f\u00fcr den Releaser \/ Anne gives via the hydrophone the signal for the releaser. Photo: Jan Steffen, GEOMAR<\/p><\/div>\n<p>Ende gut, alles gut. Vorsichtshalber wurde der Releaser gegen einen mit frischen Batterien ausgetauscht. Dann folgte \u00fcber Mittag Tripode sieben. Wieder das gleiche Spiel: Aussetzen und Aufkommen am Meeresboden problemlos, aber der Releaser reagiert nicht. Wieder sind beide Hydrophone im Einsatz, immer wieder schicken wir die Signale in die Tiefe \u2013 nichts. Langsam macht sich Frustration breit. Die Releaser und die dazugeh\u00f6rigen Hydrophone sind eigentlich sehr zuverl\u00e4ssige Ger\u00e4te, die sich auf Dutzenden Expeditionen bew\u00e4hrt haben. Warum funktionieren sie ausgerechnet jetzt nicht? Dann pl\u00f6tzlich bewegt sich die Tiefenanzeige f\u00fcr das Absetzkabel doch noch. Der Schwimmk\u00f6rper zieht den unteren Teil wieder Richtung Wasseroberfl\u00e4che. Der Tripode bleibt am Meeresboden und arbeitet. Wieder alles gut.<\/p>\n<p>Am Nachmittag bis Abend dann der n\u00e4chste Versuch mit Tripode Nr 8. Leider bessert sich die Situation nicht . Wieder geht alles gut \u2013 bis der Releaser zum Einsatz kommen soll. Wieder trennt er nicht die Verbindung zwischen Absetzkabel und Tripode. Und dieses Mal bleibt er stur. Gef\u00fchlt stundenlang schicken wir Signale in die Tiefe, die Frustration ist auf allen Gesichtern zu sehen.\u00a0 Kurz vor Mitternacht entscheidet Heidrun das Kabel samt Tripoden wieder an Deck zu hieven. Gegen 4 Uhr morgen kommt er dort an.<\/p>\n<p>Heute Vormittag wurde der Tripode erneut zum Meeresboden abgefiert, jetzt mit einem dritten Releaser als Verbindung zwischen Kabel und Gestell. Im Gegensatz zu den vergangenen Versuchen antwortete der Releaser klar auf die Signale von oben. Trotzdem dauert es eine halbe Stunde, bis gegen 10:45 klar ist: Wir k\u00f6nnen das Kabel wieder einholen, der Tripode bleibt am Meeresboden.<\/p>\n<p>Die Ereignisse zeigen, wie anspruchsvoll Tiefseeforschung auch im 21. Jahrhundert noch ist. Die Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft stellen hier \u00fcber Distanzen von mehreren Kilometern metergenau Messger\u00e4te in einem Terrain ab, das nie ein Mensch gesehen geschweige denn betreten hat. Gut, es gibt Karten, doch wie genau die sind, kann man nur nach dem Prinzip \u201eVersuch und hoffentlich kein Fehlschlag\u201c herausfinden. Wenn tats\u00e4chlich ein Ger\u00e4t in der Tiefe kaputt geht oder es einfach nicht kommuniziert, kann niemand hingehen, um es zu reparieren oder neu zu starten. Zahlenreihen, bunte Tiefenkarten und Leuchtpunkte auf Bildschirmen sind unser einziger Kontakt zu dem Geschehen da unten. Ausgekl\u00fcgelte Verfahren, Erfahrung und bew\u00e4hrte Technik helfen nat\u00fcrlich. Im Zweifelsfall ist ein Eingreifen aber kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Jetzt hoffen wir, dass wir nach dem Erfolg heute morgen endlich planm\u00e4\u00dfig weiter machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Although I don not know the musical taste of our chief scientist Heidrun, I assume her favorite song now is: &#8220;I do not like Mondays&#8221;. This Monday was very s &#8230; uboptimal.<\/em><\/p>\n<p><em>After we had successfully deployed five tripods in the first work area in a little more than 2100 meters depths, we sailed about 50 miles towards WSW to the second area in the night from Sunday to Monday<\/em><\/p>\n<p><em>At 21 \u00b0 03 &#8216;S and 71 \u00b0 44&#8217; W we yesterday morning (Monday!) at 06:00 clock began preparations for the deployment od the\u00a0 sixth tripod (the first in area 2). Everything went well, the deck crew of the SONNE and the technicians of the GEOMAR easily tackle the complicated deployment process by now. The tripod reached its intended position in more than 4,000 meters depth and worked properly. By means of a hydrophone we ordered the &#8220;releasers&#8221; to release the tripod. The hydrophone squeaked his message into the dark deep down. And then &#8230; nothing happened. The lines on a screen in the data center of the SONNE, indicating the depth of the deep sea cable with the releaser, did not move. A stronger transmitter, nicknamed &#8220;Wumme&#8221; was used, again without any apparent result on the surveillance monitors. Fortunately we later found out: The releasers had worked, only the position transponders on deep-sea cable were temporarily out of order.<\/em><\/p>\n<p><em>As a precaution, the releaser was exchanged for one with fresh batteries. Then we launched\u00a0 tripod seven. And the same again: It grounded on the seabed without any problems, but the releaser did not respond. Again, both hydrophones were used &#8211; nothing. Frustration spread among the team. The releaser and the hydrophones have proven their reliability on dozens of expeditions. Why are they not workin just now? Then, suddenly, the depth display in the data centre changed. The buoyancy body pulled the lower part of the cable towards the surface. The tripod remained on the seabed. Success again.<\/em><\/p>\n<p><em>In the afternoon started the next attempt with tripod No. 8. Unfortunately, the situation did not not improve. Everything went well &#8211; until we tried to release the tripod. Again the releaser din&#8217;t open the connection between cabel and tripod. And this time he was stubborn. For hours we were sending signals into the deep, the frustration could be read out of all faces. Shortly before midnight Heidrun decided Heidrun to heave the cable including the tripods back on deck. At 4:00 in the morning he arrived here.<\/em><\/p>\n<p><em>This morning, the tripod was lowered again to the seabed, now with a third releasers as a connection between cable and frame. Unlike the past attempts this time the releaser answered clearly on the signals from above. Nevertheless, it tooks half an hour until we were sure: The connection is really unfastened. <\/em><\/p>\n<p><em>This chain of events shows how difficult deep-sea research still is. The scientists accuratly place measuring devices over a distances of several kilometers meter in a terrain no human being has ever seen let alone walked through. Well, there are maps, but how exactly they are, one can only find out on the principle of &#8220;trial and (hopefully no) error&#8221;. If in fact a device breaks down in the deep, or it simply does not communicate, no one can go to repair or reboot it. Series of numbers, colorful depth maps and luminous dots on screens are our only contact with what is happening down there. Of course, sophisticated methods, experience and proven technology do help. But in the worst case an intervention is hardly possible.<\/em><\/p>\n<p><em>Now we hope that tomorrow we can finally continue as planned after the success today.<\/em><\/p>\n<p>So weit f\u00fcr heute \/ <em>So far for today,<\/em><\/p>\n<p>P.S.: Wer uns geographisch verfolgen m\u00f6chte, findet die aktuelle Position der SONNE unter <a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/e334247\">http:\/\/www.geomar.de\/e334247<\/a><\/p>\n<p><em>If you want to follow us geographically, find the current position of the SONNE <a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/e334247\">http:\/\/www.geomar.de\/e334247<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kenne zwar den Musikgeschmack unserer Fahrtleiterin Heidrun nicht, aber heute k\u00f6nnte sie ein Lied zur pers\u00f6nlichen Hymne erkl\u00e4ren: \u201eI don\u2019t like Mondays\u201c. Der gestrige Montag verlief n\u00e4mlich eher s\u2026uboptimal. Nachdem wir im ersten Einsatzgebiet bis Sonntagabend f\u00fcnf Tripoden erfolgreich in etwas mehr als 2100 Metern Wassertiefe abgesetzt haben, sind wir in der Nacht von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":2861,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-2857","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kommunikation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2857"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2867,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857\/revisions\/2867"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2861"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}