{"id":2532,"date":"2015-09-03T17:36:37","date_gmt":"2015-09-03T15:36:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=2532"},"modified":"2016-11-22T14:40:05","modified_gmt":"2016-11-22T12:40:05","slug":"der-weise-sand-von-palau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2015\/09\/03\/der-weise-sand-von-palau\/","title":{"rendered":"Der wei\u00dfe Sand von Palau&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Freitagmorgen. Vor mir sehe ich den wei\u00dfen Sand von Palau. Nur befinde ich mich leider nicht auf einer Trauminsel im Pazifischen Ozean, sondern in einem Labor in Kiel. Der Sand stammt tats\u00e4chlich vom Inselstaat Palau, und ich bin heute hier, um herauszufinden, ob es sich dabei nur um wei\u00dfen Sand mit ein paar Muscheln handelt &#8211; oder ob sich auch Mikroplastik darunter verbirgt.<\/p>\n<p>Neben der Probe aus Palau habe ich noch welche aus Sankt Petersburg, Troms\u00f8 und Spitzbergen.<\/p>\n<p>Nun muss dazu gesagt werden: Ich bin keine Wissenschaftlerin. Und die Proben, die ich untersuche, erheben nicht den Anspruch darauf, repr\u00e4sentativ f\u00fcr ganze Str\u00e4nde zu sein. Dazu m\u00fcsste ich mindestens 50 Kilogramm pro Strand und von verschiedenen Standorten haben. Was ich jedoch habe, sind Sandproben zwischen 0,5 und 1,5 Kilogramm. Und die Ergebnisse, die ich am Ende bekomme, dienen nur eingeschr\u00e4nkt wissenschaftlichen Zwecken. Vor allem dienen sie der Veranschaulichung der Mikroplastikproblematik bei Ausstellungen. Als studentische Hilfskraft der \u00d6ffentlichkeitsarbeit am GEOMAR, die gerne auch mal au\u00dferhalb des B\u00fcros arbeitet, hat es mich gleich interessiert, als ein Kollege mich bat, Proben f\u00fcr die Ausstellung zu bearbeiten.<\/p>\n<p>Hilfe bekam ich beim ersten Mal von Mark, der solche Proben auf wissenschaftlicher Basis mit den <a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/game\/\">GAME<\/a>-Studierenden untersucht hat, und Nadja, die hier im Labor arbeitet. Ich bin nun schon zum dritten Mal hier, also wei\u00df ich schon, was auf mich zukommt.<\/p>\n<p>Zuerst wiege ich die einzelnen Proben, dann gebe ich sie zusammen mit einer Kochsalzl\u00f6sung in eine Flasche, sch\u00fcttel diese eine Minute lang kr\u00e4ftig, und warte dann eine Viertelstunde. Wenn sich Mikroplastik im Sand versteckt hat, dann m\u00fcsste es sich jetzt oben in der Fl\u00fcssigkeit befinden. Deshalb gie\u00dfe ich diese anschlie\u00dfend durch einen Filter ab. Damit das Ganze etwas schneller geht, hilft mir eine Pumpe. Diese zieht die Luft aus dem Beh\u00e4lter unter dem Filter hinaus, so dass das Wasser schneller abflie\u00dft. Danach lege ich den Filter, auf dem sich nun (je nach Herkunftsort) auch kleinere Muscheln oder anderes organisches Material befindet, in eine beschriftete Petrischale. Diese lege ich in den Trockenschrank, damit der Filter schneller trocknet.<\/p>\n<p>Nach gut drei Stunden bin ich mit allen Proben durch. Ich bringe sie zu Mark (im Gegensatz zu mir ist er ein Wissenschaftler, der sich mit so etwas auskennt). Er stellt die Proben unters Binokular, ein optisches Instrument, das der Vergr\u00f6\u00dferung dient. Mark wirft einen fachm\u00e4nnischen Blick darauf, und auch ich schaue mir an, was ich heute herausgearbeitet habe.<\/p>\n<p>Am Ende haben wir in allen Proben Mikroplastik gefunden. In der von Palau war es zwar nur ein winziges Teil, und auch in der Spitzbergen-Probe sind nur sehr wenige auszumachen. In den Proben aus Sankt Petersburg und Troms\u00f8 sind allerdings verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viele kleine schwarze Fasern zu sehen, die beispielsweise von Fleecepullovern stammen k\u00f6nnten, und auch einige gr\u00fcne und rote, die aussehen, als k\u00e4men sie von Fischernetzen. Unter dem Bino kann man sie gut sehen, deshalb eigenen sich die Proben gut als Ausstellungsst\u00fccke &#8211; so k\u00f6nnen auch Laien erkennen, das da etwas im Sand war, was dort eigentlich nicht hingeh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Mark betont jedoch noch, dass dies lediglich eine optische Auswertung ist, die keine hundertprozentige Sicherheit bietet. Daf\u00fcr m\u00fcssen die Mikroplastikteile erst noch eingehender untersucht werden &#8211; aber das machen wir nach den Ausstellungen, f\u00fcr die die Proben gedacht sind.<\/p>\n<p>Zuletzt war die Ausstellung des GAME-Programms zum Mikrosplastik im Meer \u00fcbrigens w\u00e4hrend der <a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2015\/06\/24\/durch-die-kieler-woche-navigieren\/\" target=\"_blank\">Kieler Woche<\/a> und zum <a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2015\/07\/13\/tag-der-offenen-tur-am-geomar\/\" target=\"_blank\">Tag der offenen T\u00fcr<\/a> am GEOMAR zu sehen. Die n\u00e4chsten Termine ver\u00f6ffentlichen wir rechtzeitig hier im Ocean Navigator-Blog, im <a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/game\/\" target=\"_blank\">GAME-Blog<\/a> oder auf der <a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/nc\/service\/veranstaltungen\/\" target=\"_blank\">GEOMAR-Webseite. <\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n<p>Gesa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Freitagmorgen. Vor mir sehe ich den wei\u00dfen Sand von Palau. Nur befinde ich mich leider nicht auf einer Trauminsel im Pazifischen Ozean, sondern in einem Labor in Kiel. Der Sand stammt tats\u00e4chlich vom Inselstaat Palau, und ich bin heute hier, um herauszufinden, ob es sich dabei nur um wei\u00dfen Sand mit ein paar [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":2535,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-2532","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kommunikation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2532","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2532"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2532\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3455,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2532\/revisions\/3455"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}