{"id":210,"date":"2013-10-29T16:01:53","date_gmt":"2013-10-29T14:01:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=210"},"modified":"2014-05-07T14:57:48","modified_gmt":"2014-05-07T12:57:48","slug":"tag-der-deutschen-einheit-stuttgart-besucher-fragen-wissenschaftler-antworten-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2013\/10\/29\/tag-der-deutschen-einheit-stuttgart-besucher-fragen-wissenschaftler-antworten-iv\/","title":{"rendered":"Tag der deutschen Einheit Stuttgart:  Besucher fragen \u2013 Wissenschaftler antworten (IV)"},"content":{"rendered":"<p>Knapp zwei Drittel der Erdoberfl\u00e4che sind von den Ozeanen bedeckt. Aber wie viel Wasser ist das eigentlich? Warum ist das so salzig? Und was haben Kissen auf dem Meeresboden verloren?<br \/>\nDas sind einige der Themen unserer dritten Folge der Serie \u201eBesucher fragen \u2013 Wissenschaftler antworten\u201c, in der wir Fragen beantworten, die uns Menschen beim diesj\u00e4hrigen B\u00fcrgerfest zum Tag der deutschen Einheit in Stuttgart gestellt haben.<br \/>\nForscher vom Exzellenzcluster \u201eOzean der Zukunft\u201c und vom GEOMAR geben hier Antworten \u2013 viel Spa\u00df beim Lesen!<\/p>\n<p><strong>Wie viele Ozeane gibt es?<\/strong><br \/>\n<em>\u201eHeute gibt es f\u00fcnf Ozeane auf unserem Planeten: Arktischer, Antarktischer, Atlantischer, Indischer und Pazifischer Ozean. Diese bilden das sogenannte Weltmeer. Zusammen mit den Nebenmeeren (zu denen auch die Ostsee geh\u00f6rt) bedecken sie insgesamt 71 Prozent der Erdoberfl\u00e4che. Die Ozeane unterscheiden sich jedoch durch Volumen, Salzgehalt, Gezeitensysteme, Wellen und Meeresstr\u00f6me sowie in ihrer erdgeschichtlichen Entwicklung. Zus\u00e4tzlich ver\u00e4ndern sie sich st\u00e4ndig.\u201c<\/em><br \/>\nDr. Steffen Kutterolf, Geologe und Vulkanologe am GEOMAR<\/p>\n<p><strong>Wie viel Wasser gibt es in unseren Ozeanen?<\/strong><br \/>\n<em>\u201eWenn man das Wasser der Ozeane zusammenrechnet, kommt man auf ein Volumen von insgesamt 1,335 Milliarden Kubikkilometer. Wenn man das Wasservolumen der Ozeane absch\u00e4tzt, kommt man bei einer Fl\u00e4che von etwa 360 Millionen Quadratkilometern (71% der Erdoberfl\u00e4che) und einer mittleren Wassertiefe von 3688 Metern auf ein Gesamtvolumen von 1,335 Milliarden Kubikkilometern. Eine genaue Auflistung der Wassermengen in den einzelnen Ozeanen gibt es <a href=\"http:\/\/www.ngdc.noaa.gov\/mgg\/global\/etopo1_ocean_volumes.html\">hier <\/a>in der \u00dcbersicht.\u201c<\/em><br \/>\nProf. Dr. Heidrun Kopp, Geophysikerin und Leiterin des Forschungsbereiches Dynamik des Ozeanbodens am GEOMAR<\/p>\n<p><strong>Wie tief ist der tiefste Ozean?<\/strong><br \/>\n<em>\u201eDie tiefste bisher gemessene Tiefe im Ozean ist mit etwa 10.994 Metern das Challengertief, das sich im Marianengraben, im westlichen Nordpazifik befindet (Koordinaten: 11\u00b022.4&#8242; N 142\u00b035.5&#8242; E). Diese Tiefenangabe beruht auf einer Vermessung, die im Jahre 2011 mit einem hochgenauen Echolot durchgef\u00fchrt wurde. Das Echolot ist ein am Schiffsrumpf befestigtes Ger\u00e4t, das Schallwellen aussendet, und diese, nach Reflektion am Meeresboden, auch wieder empf\u00e4ngt. Aus der Laufzeit der Schallwellen l\u00e4sst sich dann die Entfernung bestimmen.<\/em><br \/>\n<em>Es stellt sich die Frage: Wie extrem ist diese Tiefe? W\u00e4re der Meeresboden \u00fcberall etwa 10.000 Meter tief, dann w\u00e4ren die 10.994 Meter eigentlich nichts Besonderes.<\/em><br \/>\n<em>Aufschluss dar\u00fcber bringt die sogenannte &#8220;Hypsografische Kurve der Meerestiefen&#8221;: Sie gibt an, wie viel Quadratkilometer Meeresboden mit einem bestimmtes Tiefenintervall verbunden sind. <\/em><br \/>\n<em>Die Kurve zeigt schnell, dass das Challengertief tats\u00e4chlich extrem ist. Es geh\u00f6rt n\u00e4mlich zu der Gruppe der ,Tiefseerinnen\u2019, die alle Meerestiefen \u00fcber 6.500 Meter umfassen. Sie sind nur auf etwa 0,2 Prozent des Ozeanbodens zu finden.<\/em><br \/>\n<em>Ganz anders als die etwas &#8220;flacheren&#8221; Tiefseeebenen (Tiefen zwischen 4.000 Metern und 6.500 Metern). Diese charakterisieren mit 53 Prozent den gr\u00f6\u00dften Teil des Meeresbodens. Immerhin 30 Prozent des Ozeangrundes ist zwischen 2.000 und 4.000 Metern tief. Die restlichen etwa 16 Prozent werden von den Kontinentalsockeln und den K\u00fcstenregionen (also flacher als 2.000 Meter) beansprucht.<\/em><br \/>\n<em>Diese Verteilung ergibt eine mittlere Ozeantiefe von etwa 3.700 Metern Tiefe &#8211; nur etwa ein drittel so Tief wie das Challengertief. <\/em><br \/>\n<em>Damit ist das Challengertief die <\/em>tiefste Stelle im Ozean<em>.\u201c<\/em><br \/>\nDr. Johannes Karstensen, Ozeanograph am GEOMAR<\/p>\n<div id=\"attachment_208\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/10\/Marianatrenchmap.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-208\" class=\"size-medium wp-image-208\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/10\/Marianatrenchmap-200x260.png\" alt=\"Das Challengertief ist mit 10.994 Metern die tiefste Stelle im Ozean. Sie befindet sich im s\u00fcdwestlichen Teil des Marianengrabens im Pazifik. (Quelle: Kmusser via wikimedia commons (CC-BY-SA-3.0))\" width=\"200\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/10\/Marianatrenchmap-200x260.png 200w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/10\/Marianatrenchmap.png 761w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-208\" class=\"wp-caption-text\">Das Challengertief ist mit 10.994 Metern die tiefste Stelle im Ozean. Sie befindet sich im s\u00fcdwestlichen Teil des Marianengrabens im Pazifik. (Quelle: Kmusser via wikimedia commons (CC-BY-SA-3.0))<\/p><\/div>\n<p><strong>Warum ist das Meer salzig?<\/strong><br \/>\n<em>\u201eUm diese Frage zu beantworten muss man sehr weit in der Erdgeschichte zur\u00fcckreisen. Und zwar bis zur Entstehung unseres Planeten. Denn die Atmosph\u00e4re damals bestand vermutlich vor allem aus Wasserdampf, vermischt mit Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, ,Salzs\u00e4ure-Dampf\u2019, Schwefel, Stickstoff, Wasserstoff, Helium und nur sehr wenig Sauerstoff. Zu der Zeit gab es noch keinerlei Lebewesen. Als sich die Temperaturen auf der Oberfl\u00e4che unseres Planeten vor etwa vier Milliarden Jahren weit genug abgek\u00fchlt hatte, kondensierte der Wasserdampf und es begann zu regnen. Und genau dieser Regen war durchmischt mit Salz- und Schwefels\u00e4ure. Die S\u00e4ure zerfra\u00df die gerade erst erkalteten Gesteine an der Erdoberfl\u00e4che. Dabei entstanden Becken, in denen sich das Wasser sammelte. Das war der erste Ozean, der sogenannte Urozean. In dem Wasser l\u00f6sten sich auch Mineralien. Durch sie und den salzhaltigen Regen kam also das Salz zum ersten Mal in das Wasser unseres Planeten. Schon damals lag der Salzgehalt ungef\u00e4hr so hoch wie heute: n\u00e4mlich bei 35 Promille. Das hei\u00df, wenn man sich tausend Teilchen aus dem Meerwasser herausnimmt, werden 35 davon Salz-Teilchen sein.\u201c<\/em><br \/>\nDr. Steffen Kutterolf, Geologe und Vulkanologe am GEOMAR<\/p>\n<div id=\"attachment_209\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/10\/GEOMAR_2009-05-02_Meteor_M78-2_335ROV14-95_900px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-209\" class=\"size-medium wp-image-209\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/10\/GEOMAR_2009-05-02_Meteor_M78-2_335ROV14-95_900px-390x260.jpg\" alt=\"Kissenlava am Mittelatlantischen R\u00fccken im S\u00fcdatlantik. (Foto: ROV KIEL 6000, GEOMAR)\" width=\"390\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/10\/GEOMAR_2009-05-02_Meteor_M78-2_335ROV14-95_900px-390x260.jpg 390w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2013\/10\/GEOMAR_2009-05-02_Meteor_M78-2_335ROV14-95_900px.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-209\" class=\"wp-caption-text\">Kissenlava am Mittelatlantischen R\u00fccken im S\u00fcdatlantik. (Foto: ROV KIEL 6000, GEOMAR)<\/p><\/div>\n<p><strong>Was ist Kissenlava?<\/strong><br \/>\n<em>\u201eKissenlava ist eine spezielle, aber sehr h\u00e4ufige Form von untermeerisch ausgeflossener Lava, die nur unter Wasser oder Eis entstehen kann. Sie besitzt typischerweise eine glasige Oberfl\u00e4che, die durch das schnelle Ausk\u00fchlen der Lava beim Kontakt mit Meerwasser entsteht. W\u00e4hrend des Flie\u00dfvorganges entgasen urspr\u00fcnglich in der Gesteinsschmelze gel\u00f6ste Volatile (fl\u00fcchtige Verbindungen) wie CO2 und Wasser. Dadurch bleibt ein gro\u00dfer Teil der Blasen im Gestein. <\/em><br \/>\n<em>Laven k\u00f6nnen unter Wasser hunderte von Metern in sogenannten F\u00f6rderkan\u00e4len am Meeresboden oder unter einem Gletscher flie\u00dfen. Darin sind sie durch die \u00e4u\u00dfere isolierende Kruste gegen das kalte Meerwasser gesch\u00fctzt. Die charakteristische Kissenform sieht man entweder am Ende des jeweiligen Schlauches oder auch in einem Querschnitt durch die F\u00f6rderkan\u00e4le.<\/em>&#8221;<br \/>\nPriv.-Doz. Dr. Thor Hansteen, Vulkanologe am GEOMAR<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe vom Ostufer in Kiel,<br \/>\nGesa Seidel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Knapp zwei Drittel der Erdoberfl\u00e4che sind von den Ozeanen bedeckt. Aber wie viel Wasser ist das eigentlich? Warum ist das so salzig? 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