{"id":1174,"date":"2014-09-02T10:13:13","date_gmt":"2014-09-02T08:13:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/?p=1174"},"modified":"2014-09-05T14:41:10","modified_gmt":"2014-09-05T12:41:10","slug":"hermann-helmholtz-wirkt-noch-heute-der-namensgeber-der-helmholtz-gemeinschaft-wird-193-jahre-alt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/oceannavigator\/2014\/09\/02\/hermann-helmholtz-wirkt-noch-heute-der-namensgeber-der-helmholtz-gemeinschaft-wird-193-jahre-alt\/","title":{"rendered":"Hermann Helmholtz wirkt noch heute: Der Namensgeber der Helmholtz-Gemeinschaft wird 193 Jahre alt!"},"content":{"rendered":"<p>Am vergangenen Sonntag vor 193 Jahren, n\u00e4mlich am 31. August 1821, wurde Hermann Ludwig Ferdinand Helmholtz \u2013 damals noch ohne \u201evon\u201c \u2013 in Potsdam als Sohn eines Gymnasial-Oberlehrers geboren. Zwischen damals und heute liegen nicht nur fast 200 Jahre, sondern auch kaum wegzudenkende Fortschritte und Erkenntnisse in der Welt der Wissenschaft: Helmholtz war einer der f\u00fchrenden Wissenschaftler der damaligen Zeit.<\/p>\n<p><strong>Beeindruckende Biografie<\/strong><\/p>\n<p>Helmholtz\u2018 Wirken begann mit seiner Promovierung zum Doktor der Medizin im Jahr 1842 und seiner anschlie\u00dfenden T\u00e4tigkeit als Anatomielehrer an der Berliner Kunstakademie. Bis 1855 hatte er bereits Professuren f\u00fcr Physiologie und Pathologie erhalten. In den n\u00e4chsten 16 Jahren folgten Professuren in Bonn und Heidelberg, au\u00dferdem erhielt er eine Professoren-Stelle an der Universit\u00e4t Berlin f\u00fcr den Fachbereich der Physik. Obwohl Helmholtz in Deutschland bereits zu diesem Zeitpunkt als einer der gr\u00f6\u00dften und vielseitigsten Denker und Forscher bekannt war, gen\u00fcgte dem wissbegierigen Helmholtz all das, was er bislang erreicht hatte, nicht. So kam es, dass er im Jahr 1871 zusammen mit Werner von Siemens die Physikalisch-Technische Reichanstalt in Charlottenburg gr\u00fcndete und fortan als Gr\u00fcndungspr\u00e4sident t\u00e4tig war. Noch heute wird das Institut unter dem Namen \u201ePhysikalisch-Technische Bundesanstalt\u201c gef\u00fchrt und dient der exakten Messtechnik f\u00fcr Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft mit der Metrologie als Schwerpunkt. 1883 wurde Helmholtz schlie\u00dflich in den Adelstand erhoben &#8211; fortan ging es dem Wissenschaftler im Alter von \u00fcber 60 Jahren allerdings zunehmend schlechter. Viele seiner engsten Vertrauten und Familienangeh\u00f6rige verstarben und auch Helmholtz erlitt zwei Schlaganf\u00e4lle. Mit 73 Jahren starb er kurz nach seinem Geburtstag am 08. September 1894\u00a0 in Berlin-Charlottenburg. Heute kann man die Grabst\u00e4tte des Universalgelehrten in einer Ehrengrabstelle der Stadt Berlin auf dem Friedhof Wannsee besuchen.<\/p>\n<p><strong>Ausschlaggebende Forschung<\/strong><\/p>\n<p>Hermann von Helmholtz betrieb Forschung in fast allen Gebieten der Wissenschaft: Angefangen bei der Medizin, bewegte er sich hin zur Physik, Philosophie, Musik, Psychologie und versuchte sogar all diese Teilwissenschaften miteinander in Verbindung zu setzen.<\/p>\n<p>Die wohl einschl\u00e4gigsten Ergebnisse lieferte Helmholtz in seinem Buch \u201e\u00dcber die Erhaltung der Kraft\u201c, 1847 erschienen. Durch seine Untersuchungen an Lebewesen widerlegte er die Theorien der Vitalisten, die annahmen, es g\u00e4be eine Art Vitalkraft als Grundkraft des Lebens. Die Definition des Energieerhaltungssatzes kommt heute sowohl in der Mechanik, Thermodynamik, Elektrodynamik aber auch in der Relativit\u00e4tstheorie und weiteren Teilbereichen vor.<\/p>\n<p>In seinen sp\u00e4teren Werken ver\u00f6ffentlichte Helmholtz die drei Abhandlungen \u00fcber die \u201eThermodynamik chemischer Vorg\u00e4nge\u201c und vereinigte somit die Thermodynamik mit der Elektrochemie. Im Bezug darauf f\u00fchrte der Wissenschaftler zudem den Begriff der freien Energie ein.<\/p>\n<p>Neben der Physik galt Helmholtz Interesse besonders auch der Musikwissenschaft. In seinem Werk \u201eDie Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage f\u00fcr die Theorie der Musik\u201c (1863)\u00a0 verbindet er sein mathematisches Wissen mit der Musik und entwickelt eine Theorie zur Erkl\u00e4rung der Klangfarbe und des menschlichen H\u00f6rens. Obendrauf entwickelte der Gelehrte dann auch gleich noch ein akustisches Messger\u00e4t zur Klanganalyse, den sogenannten Helmholtz-Resonator. (Seit einiger Zeit besteht \u00fcbrigens ein <a title=\"Forschungspodcast der Helmholtz-Gemeinschaft\" href=\"https:\/\/resonator-podcast.de\/\" target=\"_blank\">Forschungspodcast der Helmholtz-Gemeinschaft<\/a>, der den bedeutungsschwangeren Namen \u201eResonator\u201c tr\u00e4gt.)<\/p>\n<p>Auf das H\u00f6ren folgt das Sehen: Auch so manche bestehende Theorie des Farbsehens revidierte Helmholtz. Die Dreifarbentheorie verhalf ihm zum Durchbruch und Einstieg in die Welt der Optik. Der Augenspiegel, das Ophtalmometer sowie das Telestereoskop sind alles Erfindungen, die auf Helmholtz zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Um ebenso die Wissenschaft der Atmosph\u00e4re abzudecken, verschaffte sich Helmholtz mit seinen mathematischen Untersuchungen \u00fcber Wirbelst\u00fcrme, Gewitter, Luft, Wasser und Gletscher den Titel als Gr\u00fcndervater der Meteorologie. Au\u00dferdem bestimmte er als erster die Wellenl\u00e4ngen des ultravioletten Lichtes und errechnete somit die Leistungsgrenze des Lichtmikroskops. Nur der Vollst\u00e4ndigkeit halber\u2026<\/p>\n<p><strong>Helmholtz-Gemeinschaft: Hermann Helmholtz als Namensgeber<\/strong><\/p>\n<p>Wie sich deutlich abzeichnet war Hermann von Helmholtz einer der gr\u00f6\u00dften Forscher des 19. Jahrhunderts und eignet sich als Universalgelehrter nat\u00fcrlich bestens als Sinnbild f\u00fcr die Welt der Wissenschaft.<\/p>\n<p>Der 1958 gegr\u00fcndete \u201eArbeitsausschuss f\u00fcr Verwaltungs- und Betriebsfragen der deutschen Reaktorstationen\u201c vereinigte sich 1995 daher aus guten Gr\u00fcnden zur \u201eHelmholtz\u201c-Gemeinschaft, mit Sitz in Berlin. Sie ist eine Organisation zur F\u00f6rderung und Finanzierung deutscher Forschungszentren und betreut derzeit 18 Einrichtungen aus naturwissenschaftlich-technischen und biologisch-medizinischen Instituten. Mit fast 34.000 Mitarbeitern und einem Budget von circa 3 Milliarden Euro widmen sich die Forscher und wissenschaftlichen Angestellten t\u00e4glich dem Arbeitsauftrag, dr\u00e4ngende Fragen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Forschung am GEOMAR \u2013 Helmholtz macht\u2019s m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Seit Januar 2012 ist das ehemalige IFM-GEOMAR das j\u00fcngste Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und nennt sich nun GEOMAR Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel. Somit erh\u00e4lt das Institut f\u00fcr Meeresforschung seine Grundfinanzierung zu 90 Prozent vom Bund der Helmholtz-Gemeinschaft, w\u00e4hrend das Land Schleswig-Holstein und die L\u00e4ndergemeinschaft nur noch 10 Prozent der F\u00f6rdergelder beisteuern.<\/p>\n<p>Mit seinen Forschungsschwerpunkten Ozeanzirkulation und Klimadynamik, Marine Biogeochemie, Marine \u00d6kologie und Dynamik des Ozeanbodens bietet das GEOMAR eine gro\u00dfe Plattform f\u00fcr Exzellenzcluster &#8211; so zum Beispiel das Projekt \u201eOzean der Zukunft\u201c.<\/p>\n<p>Ein Forschernetzwerk des GEOMAR Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel und der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel (CAU) besch\u00e4ftigt sich in Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule (MKHS) unter dem Projektnamen \u201eThe Future Ocean\u201c mit meereswissenschaftlicher Grundlagenforschung.<br \/>\nDer Exzellenzcluster bringt sowohl Studenten als auch ausgezeichnete Wissenschaftler aus den Bereichen der Meeres-, Geo-, Wirtschaftswissenschaften sowie Mediziner, Mathematiker, Informatiker, Juristen und Gesellschaftswissenschaftler in elf multidisziplin\u00e4ren Forschergruppen zusammen. Alles was aus der Forschung hervorgeht flie\u00dft in nachhaltige Nutzungskonzepte f\u00fcr ein weltweites Management der Ozeane.<\/p>\n<p>Diese interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit h\u00e4tte sicher auch Hermann von Helmholtz gut gefallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vergangenen Sonntag vor 193 Jahren, n\u00e4mlich am 31. August 1821, wurde Hermann Ludwig Ferdinand Helmholtz \u2013 damals noch ohne \u201evon\u201c \u2013 in Potsdam als Sohn eines Gymnasial-Oberlehrers geboren. 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