{"id":235,"date":"2024-02-29T10:44:36","date_gmt":"2024-02-29T09:44:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/msm126\/?p=235"},"modified":"2024-02-29T10:44:36","modified_gmt":"2024-02-29T09:44:36","slug":"unbekannte-fische-aus-der-tiefe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/msm126\/2024\/02\/29\/unbekannte-fische-aus-der-tiefe\/","title":{"rendered":"Unbekannte Fische aus der Tiefe"},"content":{"rendered":"\n<p>An Bord der Merian untersuchen wir das gesamte Nahrungsnetz vor Madeira. Dazu geh\u00f6ren alle Wassertiefen und damit auch alle Lebensr\u00e4ume des Ozeans. Die verschiedenen Trophieebenen reichen von winzigen Algen, dem so genannten Phytoplankton, bis zu den gro\u00dfen Raubfischen, die sich vor kaum jemandem in Acht nehmen m\u00fcssen. Die Vielfalt der Fische im Ostatlantik ist riesig, und das gilt auch f\u00fcr die Methoden diese zu beproben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Planktonnetzen, wie zum Beispiel dem Multi-Schlie\u00dfnetz, k\u00f6nnen wir Organismen fangen, die zu gro\u00df sind, um durch eine Maschenweite von 335 \u00b5m zu schl\u00fcpfen. Mit diesem Netz ist es m\u00f6glich, eine bestimmte Wasserschicht zu beproben und so ein tiefenaufgel\u00f6stes Bild der Zooplanktonzusammensetzung zu bekommen. Fischlarven k\u00f6nnen mit Netzen dieser Art sehr gut gefangen und schonend an die Oberfl\u00e4che gebracht werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Tiefseefische, wie zum Beispiel Laternenfische, Drachenfische oder die ber\u00fchmten Tiefsee-Anglerfische (s. Bild oben) fangen wir mit einem gr\u00f6\u00dferen Netz, welches pelagisch in einer Tiefe von bis zu 1000 m geschleppt wird. Dieses Netz hat eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Netz\u00f6ffnung, mit der wir ein Vielfaches an Wasser filtern k\u00f6nnen als mit den Planktonnetzen, allerdings auch eine gr\u00f6\u00dfere Maschenweite (4 mm). Wenn ein solches Netz an Deck kommt, ist es immer spannend zu sehen welche seltsam anmutenden Fische, Garnelen oder Quallen sich im Steert gesammelt haben. Nicht selten sto\u00dfen wir dabei auf Individuen, die wir vorher noch nicht beobachten konnten. Bizarre Schnepfenaale oder seltsam geformte Beilfische sind nur ein paar Beispiele in dieser gro\u00dfen Diversit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/msm126\/wp-content\/uploads\/sites\/100\/2024\/02\/2024-02-29_verschiedene_Tiefsee-Fische_c_AntonHoper.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-239\" width=\"593\" height=\"800\"\/><figcaption>Verschiedene Tiefsee-Fische. Foto: Anton H\u00f6per<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die letzte M\u00f6glichkeit, Fische zu beproben, ist das Angeln. Das ist mal mehr, mal weniger erfolgreich, macht aber allen viel Spa\u00df und ist eine gute M\u00f6glichkeit, Fische zu fangen, die wir mit unseren Forschungsnetzen nicht beproben k\u00f6nnen. Barrakudas oder Stachelmakrelen zum Beispiel stellen eine der h\u00f6chsten Trophieebenen in dieser Region dar. Daher ist es besonders wichtig, solche Fische in unsere Proben einzubeziehen, um ein m\u00f6glichst vollst\u00e4ndiges Bild des Nahrungsnetzes zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Fische werden auf zwei verschiedene Arten beprobt. Zum einen nehmen wir eine genetische Probe in Form eines kleinen St\u00fccks Schwanzflosse, das in Ethanol konserviert wird. Zum anderen entnehmen wir den Organismen ein St\u00fcck Muskelfleisch f\u00fcr eine Isotopenprobe. Anhand dieser Probe kann sp\u00e4ter im Labor die genaue Konzentration bestimmter Kohlenstoff-, Stickstoff- und Schwefelisotope bestimmt werden. Anhand der Konzentrationen und der Verh\u00e4ltnisse dieser Isotope zueinander kann dann die Stellung des beprobten Organismus im Nahrungsnetz bestimmt werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/msm126\/wp-content\/uploads\/sites\/100\/2024\/02\/2024-02-29_Barrakuda_c_JanDierking.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-238\" width=\"548\" height=\"730\"\/><figcaption>Probennahme bei einem gefangenen Barrakuda. Foto: Jan Dierking<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wir versuchen also, durch eine m\u00f6glichst vielf\u00e4ltige Probenahme ein Bild des Nahrungsnetzes in den Gew\u00e4ssern um Madeira zu bekommen und damit das \u00d6kosystem besser zu verstehen. Daher ist jeder Netz-Hol, der an Bord kommt, spannend und wichtig, um das Bild zu vervollst\u00e4ndigen. Wir freuen uns auf die Netz-Hols der letzten Tage an Bord, um unsere Daten zu vervollst\u00e4ndigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fc\u00dfe von der Maria S. Merian,<\/p>\n\n\n\n<p>Anton H\u00f6per<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An Bord der Merian untersuchen wir das gesamte Nahrungsnetz vor Madeira. Dazu geh\u00f6ren alle Wassertiefen und damit auch alle Lebensr\u00e4ume des Ozeans. Die verschiedenen Trophieebenen reichen von winzigen Algen, dem so genannten Phytoplankton, bis zu den gro\u00dfen Raubfischen, die sich vor kaum jemandem in Acht nehmen m\u00fcssen. 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