{"id":299,"date":"2021-02-09T16:44:23","date_gmt":"2021-02-09T15:44:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/?p=299"},"modified":"2021-02-10T10:12:40","modified_gmt":"2021-02-10T09:12:40","slug":"mikroplastik-im-strandanwurf-publikationserfolg-fuer-sinja-dittmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/2021\/02\/09\/mikroplastik-im-strandanwurf-publikationserfolg-fuer-sinja-dittmann\/","title":{"rendered":"Mikroplastik im Strandanwurf: Publikationserfolg f\u00fcr Sinja Dittmann"},"content":{"rendered":"\n<p>Sinja Dittmann hatte im Sommer 2019 auf Oceanblogs bereits \u00fcber ihre Masterarbeit zum Thema Mikroplastik im Strandanwurf berichtet. Es ging in ihrem Projekt darum, eine Methode zu entwickeln, die es erlaubt, die feinen Plastikpartikel aus den Ansammlungen von Algen und Seegras, die sich \u00fcberall an unseren Ostseestr\u00e4nden finden, herauszuwaschen. Dies war eine Pionierarbeit, denn bislang hat sich noch niemand mit der Frage besch\u00e4ftigt, ob Treibsel, wie Strandanwurf auch genannt wird, eigentlich mit Mikroplastik belastet ist. Das ist erstaunlich, denn Treibsel erlebt gerade eine Renaissance als vielseitig nutzbarer und kosteng\u00fcnstiger Rohstoff. Neben der Verwendung als D\u00e4mmmaterial ist es dabei vor allem f\u00fcr die Landwirtschaft interessant, denn es kann zur Bodenverbesserung eingesetzt werden. Bei einem Einsatz im Biolandbau muss allerdings jegliche Form der Verschmutzung vor der Nutzung erfasst und gemessen werden und dies w\u00fcrde auch Mikroplastik miteinschlie\u00dfen. Es gibt also gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr, die Belastung von Treibsel mit Mikroplastik einmal zu untersuchen. Es ist \u00fcbrigens sehr wahrscheinlich, dass sich Plastikpartikeln im Strandanwurf befinden, denn Mikroplastik findet sich im Meerwasser und auch im Strandsand. Die komplexe, dreidimensionale Struktur des Strandanwurfs, der sich an der Wasserlinie ablagert, k\u00f6nnte sehr gut als biologischer Filter fungieren, der Mikroplastik zur\u00fcckh\u00e4lt und in seinem Inneren anreichert. Sinja hat in ihrer Arbeit ein einfaches Verfahren entwickelt und getestet, das dabei helfen kann, den Gehalt an Mikroplastik in Treibsel zu ermitteln, und das, in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab, auch dazu dienen kann, Treibsel vom Mikroplastik zu reinigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2021\/02\/DSC8150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-301\" \/><figcaption>Sinja Dittmann erkl\u00e4rt die Funktionsweise des von ihr getesteten Waschverfahrens bei einem Mikroplastikworkshop im September 2020.<br> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2021\/02\/DSC8173.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-304\" \/><figcaption>In eine wassergef\u00fcllte Box wird daf\u00fcr Strandanwurf, wie hier das Seegras Zostera marina, gegeben.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2021\/02\/DSC8163.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-303\" \/><figcaption>Dann wird ein Gitter \u00fcber das Pflanzenmaterial gelegt. Ein weiteres Gitter befindet sich bereits unterhalb des Materials.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2021\/02\/DSC8161.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-302\" \/><figcaption>Die beiden Gitter schlie\u00dfen den Strandanwurf ein. Das untere Gitter kann bewegt werden und dadurch l\u00e4sst sich das Material durch den Wasserk\u00f6rper in der Box bewegen. Sinja hat ermittelt wieviele solche Vertikalbewegungen n\u00f6tig sind, um einen bestimmten Prozentsatz des in dem Pflanzenmaterial enthaltenen Mikroplastiks auszuwaschen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr ist Sinjas Arbeit nicht nur mit dem KOMPASS &#8211; Preis f\u00fcr innovative und maritime wissenschaftliche Arbeiten aus Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden, sondern sie konnte ihre Methode jetzt auch in der internationalen Wissenschaftszeitschrift Marine Pollution Bulletin vorstellen. Der Artikel wurde im Dezember 2020 ver\u00f6ffentlicht und kann hier eingesehen werden (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.marpolbul.2020.111762\" target=\"_blank\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.marpolbul.2020.111762<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Sinja arbeitet \u00fcbrigens mittlerweile in der Kieler Forschungswerkstatt, dem Sch\u00fclerlabor der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel und des Leibniz-Instituts f\u00fcr die P\u00e4dagogik der Naturwissenschaften und Mathematik und betreut dort das Projekt \u201ePlastic Pirates \u2013 go Europe!\u201c (www.plastic-pirates.eu\/de). Die \u201ePlastic Pirates\u201c sind ein Citizen Science-Projekt zur Erforschung der M\u00fcllverschmutzung von Flie\u00dfgew\u00e4ssern. Im Rahmen der EU-Trio Ratspr\u00e4sidentschaft werden Jugendliche aus Deutschland, Slowenien und Portugal in den wissenschaftlichen Forschungsprozess integriert, indem sie an Fl\u00fcssen Daten zur M\u00fcllverschmutzung erheben. Die Daten werden anschlie\u00dfend von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgewertet und in Fachzeitschriften publiziert. Somit ist Sinja ihrem Forschungsthema treu geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Jahr wird Christopher Pauley, der an der Universit\u00e4t Kiel den Studiengang \u201eEnvironmental Management\u201c studiert, Sinjas Methode erstmalig auf Umweltproben anwenden und in einem Monitoring Treibsel von verschiedenen Str\u00e4nden zwischen der Flensburger F\u00f6rde und der L\u00fcbecker Bucht auf Mikroplastik untersuchen. Seine Masterarbeit wird die erste systematische Untersuchung zum Vorkommen von Mikroplastik im Strandanwurf sein und wird eine weitere L\u00fccke in unserem Wissen \u00fcber die Verbreitung von Mikroplastik in der Umwelt schlie\u00dfen. Wir werden auf Mikroplastik 54\u00b0n dar\u00fcber berichten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Masterarbeit von Sinja Dittmann kann hier heruntergeladen werden:<\/p>\n\n\n\n<p>https:\/\/posima.de\/files\/PDF\/Dittmann%202019.pdf<\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sinja Dittmann hatte im Sommer 2019 auf Oceanblogs bereits \u00fcber ihre Masterarbeit zum Thema Mikroplastik im Strandanwurf berichtet. Es ging in ihrem Projekt darum, eine Methode zu entwickeln, die es erlaubt, die feinen Plastikpartikel aus den Ansammlungen von Algen und Seegras, die sich \u00fcberall an unseren Ostseestr\u00e4nden finden, herauszuwaschen. 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