{"id":284,"date":"2019-09-09T14:07:47","date_gmt":"2019-09-09T12:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/?p=284"},"modified":"2019-09-09T14:54:04","modified_gmt":"2019-09-09T12:54:04","slug":"kurs-malaga-der-letzte-teil-der-reise-hat-begonnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/2019\/09\/09\/kurs-malaga-der-letzte-teil-der-reise-hat-begonnen\/","title":{"rendered":"Kurs Malaga \u2013 der letzte Teil der Reise hat begonnen"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor vier Tagen haben wir unser Untersuchungsgebiet s\u00fcdlich der Azoren verlassen und befinden uns nun auf dem direkten Weg zu unserem Zielhafen Malaga an der S\u00fcdspitze Spaniens. Die wissenschaftliche Crew wird dort von Bord gehen und die FS POSEIDON wird nach kurzem Aufenthalt ins westliche Mittelmeer aufbrechen, um dort mit Wissenschaftlern der Universit\u00e4t Oldenburg eine neue Forschungsmission zu beginnen. Da f\u00fcr uns auf dieser Transitstrecke keine weiteren wissenschaftlichen Arbeiten mehr anstehen, haben wir bereits damit begonnen, unsere Ausr\u00fcstung einzupacken, und die Labore aufzur\u00e4umen, die in den letzten 3 Wochen unser Arbeitsplatz waren. Das ist ein guter Moment, um eine Bilanz zu ziehen. Hat sich dieser gro\u00dfe Aufwand, der mit der Nutzung eines Forschungsschiffes und der Arbeit der gesamten Schiffscrew sowie vieler WissenschaftlerInnen und TechnikerInnen verbunden war, gelohnt? Mit Blick auf die Menge an Proben, die wir haben gewinnen k\u00f6nnen, kann man diese Frage ganz klar mit \u201eJa\u201c beantworten. Dieser Teil der Mission war ein gro\u00dfer Erfolg. Wie ich allerdings in den letzten beiden Blogs bereits erl\u00e4utert habe, werden wir erst in einigem zeitlichen Abstand zur Fahrt die ersten gesicherten Ergebnisse zur Belastung der nord-\u00f6stlichen Sargassosee mit Mikroplastik haben. Denn daf\u00fcr wird noch viel Laborarbeit vonn\u00f6ten sein. Nehmen wir die Proben aus der Wassers\u00e4ule, die wir mit dem Bongo-Netz gewonnen haben, hierf\u00fcr einmal als Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_1-1.jpg\" alt=\"Das Bongo-Netz taucht beim Einholen seitlich vom Schiff wieder aus dem Wasser auf. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-271\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_1-1.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_1-1-480x321.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_1-1-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Das Bongo-Netz taucht beim Einholen seitlich vom Schiff wieder aus dem Wasser auf. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie mit diesem Netz gearbeitet wird, hatte ich im letzten Blog bereits beschrieben. In ihm findet man nach dem Einholen vor allem Krebstiere, Quallen und Manteltiere. Die allermeisten dieser Organismen sind \u00fcbrigens sehr klein und k\u00f6nnen nur unter einer Stereolupe sicher erkannt werden. Die Quallen haben wir sofort nach dem Fang aus den Proben herausgesammelt, um sie separat einzufrieren. Sie werden, sobald die FS POSEIDON im Dezember wieder in Kiel einl\u00e4uft, von einer Kollegin von der Universit\u00e4t Odense abgeholt und bearbeitet. Sie wird untersuchen, ob sich in den M\u00e4gen dieser Tiere Mikroplastik befindet. Genau das gleiche haben wir mit den Krebstieren vor, die die gr\u00f6\u00dfte Gruppe innerhalb unserer F\u00e4nge bilden. Zur\u00fcck am GEOMAR m\u00fcssen die Proben, die dann immer noch alles bis auf die Quallen enthalten, aufw\u00e4ndig gesichtet und sortiert werden. Dabei werden wir die Tiere in taxonomische Gruppen aufteilen, um diese dann getrennt auf Mikroplastik zu untersuchen. <br> Um das Mikroplastik zu finden, das sich m\u00f6glicherweise im Magen oder im Darm der kleinen Tiere befindet, m\u00fcssen wir den organischen Teil der Probe, also das Gewebe und vor allem die Panzer der Krebse, aufl\u00f6sen. Ihr Au\u00dfenskelett besteht aus Chitin und Kalk und kann, genau wie das weichere Gewebe, von Enzymen sowie von S\u00e4uren und Basen zersetzt werden. Dieser Vorgang entspricht im Prinzip dem, was in unserem Magen und Darm mit unserem Essen geschieht. Erst wenn dieser Verdau abgeschlossen ist, kann mit der Analyse der Proben fortgefahren werden. Vor allem das Arbeiten mit Enzymen ist aufw\u00e4ndig, denn man muss das Probenmaterial bei einer bestimmten Temperatur, bei der das eingesetzte Enzym optimal arbeitet, f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit inkubieren. Oft kommen auch mehrere verschiedene Enzymen nacheinander zum Einsatz, weil ein Enzym allein nur eine Stoffgruppe abbauen kann. Erst nach dem Reinigen der Proben und dem anschlie\u00dfenden Filtrieren des verbleibenden Materials kann mit der eigentlichen Identifizierung der Mikropartikel mit Hilfe des Raman-Spektroskops begonnen werden. Die Proben haben also auch nach unserer Reise noch einen weiten Weg vor sich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"680\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_2-1-1024x680.jpg\" alt=\" Alle Mikropartikel, die wir in unseren Proben finden werden, m\u00fcssen letztendlich mit spektroskopischen Methoden identifiziert werden. Hier sieht man Dr. Matthias Haeckel vom GEOMAR an einem Raman-Spektroskop. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-272\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_2-1-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_2-1-480x319.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_2-1-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_2-1.jpg 1104w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption> Alle Mikropartikel, die wir in unseren Proben finden werden, m\u00fcssen letztendlich mit spektroskopischen Methoden identifiziert werden. Hier sieht man Dr. Matthias Haeckel vom GEOMAR an einem Raman-Spektroskop. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das gilt eigentlich f\u00fcr alle Proben, die wir auf unserer Fahrt gewonnen haben. Auch die relativ gro\u00dfen Plastikteile, die wir mit dem Katamaran-Trawl eingesammelt haben, m\u00fcssen noch spektroskopisch untersucht werden, um eindeutig festzustellen, um welche Polymere es sich bei ihnen handelt. Anhand der Zusammensetzung der \u201aPlastiksuppe\u2018, die wir befischt haben, lassen sich eventuell R\u00fcckschl\u00fcsse dar\u00fcber ziehen, woher das Material kommt. Stammt das  Plastik vom europ\u00e4ischen Festland, aus der Karibik oder von der nordamerikanischen K\u00fcste? Oder handelt es sich vielleicht in der Hauptsache um Schiffsm\u00fcll oder um verlorene Ausr\u00fcstung aus der Fischerei?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_3-1.jpg\" alt=\"Kleine Partikel, bei denen es sich sehr wahrscheinlich um Plastik handelt. Dies sind die Funde aus einem Katamaran-Trawl. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-273\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_3-1.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_3-1-480x321.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_3-1-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Kleine Partikel, bei denen es sich sehr wahrscheinlich um Plastik handelt. Dies sind die Funde aus einem Katamaran-Trawl. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Weitere Proben, deren Analyse ebenfalls noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, haben wir mit den Unterwasserpumpen gewonnen. Diese wurden vom Schiff aus in verschiedene Wassertiefen hinabgelassen, wo sie jeweils f\u00fcr mehrere Stunden Meerwasser durch sehr feine Filter gepresst haben. Hierf\u00fcr wurden mehrere Pumpen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden an einem Stahlseil befestigt, das mit einem Gewicht beschwert und vom Schiff aus langsam nach unten gelassen wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_4-2.jpg\" alt=\"Die Unterwasserpumpen befinden sich in dosenf\u00f6rmigen Edelstahlgeh\u00e4usen am oberen Ende eines Gestells, das an einem Drahtseil befestigt und vom Schiff aus in eine bestimmte Tiefe hinabgelassen wird. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-286\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_4-2.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_4-2-480x321.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_4-2-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Die Unterwasserpumpen befinden sich in dosenf\u00f6rmigen Edelstahlgeh\u00e4usen am oberen Ende eines Gestells, das an einem Drahtseil befestigt und vom Schiff aus in eine bestimmte Tiefe hinabgelassen wird. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Pumpen selber sind mit einer Zeitautomatik versehen, die daf\u00fcr sorgt, dass sie erst zu arbeiten beginnen, wenn wirklich alle Einheiten ihre Einsatztiefe erreicht haben. Au\u00dferdem m\u00fcssen sie nat\u00fcrlich mit dem Pumpen aufh\u00f6ren, bevor sie wieder an die Oberfl\u00e4che geholt werden. <br> Sobald die Pumpen wieder an Deck waren, wurden die Filter entnommen und f\u00fcr die sp\u00e4tere Analyse konserviert. Auf ihnen befinden sich die mikroskopischen Partikel, die vorher in einer bestimmten Tiefe in der Wassers\u00e4ule schwebten. Im Vergleich zu den Netzen sind diese Pumpen also ein Werkzeug mit dem sich sehr zielgenau Proben aus einem bestimmten Bereich der Wassers\u00e4ule entnehmen lassen. Das ist f\u00fcr unsere Arbeit sehr wichtig, denn wir wollen ja herausfinden wo im weiten Raum zwischen Meeresoberfl\u00e4che und Tiefseeboden sich Mikroplastik befindet. Der Einsatz der Pumpen verh\u00e4lt sich also zu den Netzen ungef\u00e4hr so wie ein Skalpell zu einer Motors\u00e4ge. Allerdings haben die Pumpen den gro\u00dfen Nachteil, dass wir nur sehr kleine Wasservolumina damit beproben k\u00f6nnen. Pro Einsatz sind dies nur wenige hundert Liter, w\u00e4hrend das Bongo-Netz das Volumen eines Schwimmbeckens durchfischt. Beide Methoden haben also ihre Vor- und Nachteile und in dieser fr\u00fchen Phase der Forschung zu Mikroplastik im Ozean ist es wichtig, beide Verfahren einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich filigran wie die Arbeit mit den Unterwasserpumpen ist die Probennahme mit den driftenden Sedimentfallen. Auch sie erlauben nur relativ kleine Probenumf\u00e4nge, lassen sich daf\u00fcr aber sehr zielgenau einsetzen. \u00c4hnlich wie die Pumpen werden sie an einem Seil fixiert, das von einem Gewicht in die Tiefe gezogen wird. Auftriebsk\u00f6rper am oberen Ende des Seils verhindern, dass die ganze Aufh\u00e4ngung in die Tiefsee hinabsinkt. Wird das  Seil schlie\u00dflich zwischen Auftriebsk\u00f6rper und dem Gewicht gespannt, befinden sich die Sedimentfallen auf genau definierten Tiefenstufen. Dort verbleiben sie f\u00fcr mehrere Tage und sammeln Partikel ein, die sich auf dem Weg aus den oberen Wasserschichten in Richtung Meeresboden befinden. Bei diesen Partikeln handelt es sich in der Hauptsache um organisches Material, wie beispielsweise abgestorbene einzellige Algen. Dieser Partikelregen versorgt die Tiefsee mit Nahrung und stellt zudem eine wichtige Senke f\u00fcr Kohlenstoff auf unserem Planeten dar. Denn der Kohlenstoff, der in die Tiefsee hinunter \u201aregnet\u2018, wird dort f\u00fcr sehr, sehr lange Zeit gebunden. Dies ist vor allem in Zeiten hoher CO2-Emissionen ein sehr wichtiger Mechanismus, der der Atmosph\u00e4re CO2 entzieht. Unser Verdacht, und auch der vieler anderer Wissenschaftler, ist, dass dieser Partikelregen auch zunehmend Mikroplastik enth\u00e4lt. Ob das so ist, wollen wir mit den Sedimentfallen herausfinden. Bei den Fallen handelt es sich um 80  cm lange R\u00f6hren, die nach oben hin offen sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_5-2.jpg\" alt=\"Dr. Luisa Galgani und Jon Roa bereiten die Sedimentfallen f\u00fcr ihren Einsatz vor. Sie werden vor dem Aussetzen mit filtriertem Seewasser gef\u00fcllt. Die untere Schicht wird dabei mit Salz angereichert, um ihre Dichte zu erh\u00f6hen. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-287\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_5-2.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_5-2-480x321.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_5-2-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Dr. Luisa Galgani und Jon Roa bereiten die Sedimentfallen f\u00fcr ihren Einsatz vor. Sie werden vor dem Aussetzen mit filtriertem Seewasser gef\u00fcllt. Die untere Schicht wird dabei mit Salz angereichert, um ihre Dichte zu erh\u00f6hen. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In ihnen befindet sich eine Schicht aus gefiltertem Seewasser, das bereits vor dem Absetzen der Fallen hineingef\u00fcllt wurde. Darunter liegt eine weitere Schicht aus Meerwasser mit einem h\u00f6heren Salzgehalt. Diese verbleibt, weil sie schwerer ist, im unteren Bereich der R\u00f6hren. Diese schwere Phase verhindert, dass Partikel, die einmal in die Falle gelangt sind, wieder ausgewaschen werden. Das spannendste an den Sedimentfallen war allerdings, dass sie unabh\u00e4ngig vom Schiff eingesetzt wurden. Sie drifteten f\u00fcr 5 Tage autonom durch das Meer und verrieten uns \u00fcber Sender ihre Position, w\u00e4hrend die FS POSEIDON ihren Weg fortgesetzt hat, um uns an anderen Stellen im Seegebiet, die Probennahme zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"885\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1.1-1-885x1024.jpg\" alt=\"Weg der Sedimentfallen zwischen dem 29. August und dem 3. September. Graphik: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-279\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1.1-1-885x1024.jpg 885w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1.1-1-480x555.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1.1-1-768x889.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 885px) 100vw, 885px\" \/><figcaption>Weg der Sedimentfallen zwischen dem 29. August und dem 3. September. Graphik: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"944\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-2-1-944x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-280\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-2-1-944x1024.jpg 944w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-2-1-480x521.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-2-1-768x833.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 944px) 100vw, 944px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"944\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-3-1-944x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-281\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-3-1-944x1024.jpg 944w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-3-1-480x521.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-3-1-768x833.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 944px) 100vw, 944px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-4-1-980x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-282\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-4-1-980x1024.jpg 980w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-4-1-480x501.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-4-1-768x802.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-5-1-980x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-283\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-5-1-980x1024.jpg 980w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-5-1-480x501.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_1-5-1-768x802.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die entscheidende Frage war nat\u00fcrlich, ob wir die Fallen auch wiederfinden w\u00fcrden. Insgesamt zweimal haben wir w\u00e4hrend unserer Fahrt dieses Man\u00f6ver durchgef\u00fchrt, das aus dem Aussetzen und dem Einholen der Fallen bestand.  Beides dauerte jeweils ungef\u00e4hr eine Stunde. Die Bilder 7-9 zeigen den Ablauf und die Arbeitsschritte beim Aussetzen der Fallen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_6-2.jpg\" alt=\"Die einzelnen R\u00f6hren werden in kreuzf\u00f6rmigen Aufh\u00e4ngungen befestigt. Auf jeder Tiefenstufe werden mehrere R\u00f6hren ausgebracht. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-288\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_6-2.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_6-2-480x321.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_6-2-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Die einzelnen R\u00f6hren werden in kreuzf\u00f6rmigen Aufh\u00e4ngungen befestigt. Auf jeder Tiefenstufe werden mehrere R\u00f6hren ausgebracht. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_7-2.jpg\" alt=\"Die einzelnen Kreuze mit den R\u00f6hren werden dann nacheinander gehievt und dann seitlich vom Schiff hinabgelassen. F\u00fcr jede der folgenden Tiefenstufen wurde ein solcher Aufbau am Seil befestigt: 50 m, 100 m, 150 m, 200 m, 300 m, 400 m, 500 m und 600 m. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-289\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_7-2.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_7-2-480x321.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_7-2-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Die einzelnen Kreuze mit den R\u00f6hren werden dann nacheinander gehievt und dann seitlich vom Schiff hinabgelassen. F\u00fcr jede der folgenden Tiefenstufen wurde ein solcher Aufbau am Seil befestigt: 50 m, 100 m, 150 m, 200 m, 300 m, 400 m, 500 m und 600 m. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"669\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_8-2.jpg\" alt=\"Die ausgesetzten Fallen treiben davon. Mehrere Schwimmk\u00f6rper halten das Seil in der Wassers\u00e4ule und eine gelbe Boje mit einem Sender und einem Blinklicht markieren die driftende Konstruktion. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-290\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_8-2.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_8-2-480x321.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_8-2-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Die ausgesetzten Fallen treiben davon. Mehrere Schwimmk\u00f6rper halten das Seil in der Wassers\u00e4ule und eine gelbe Boje mit einem Sender und einem Blinklicht markieren die driftende Konstruktion. Foto: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Inhalt der Sedimentfallen wird nach dem Einsammeln abfiltriert und die Filter dann konserviert. Auch ihre Analyse erfolgt erst nach unserer R\u00fcckkehr ans GEOMAR in Kiel. <\/p>\n\n\n\n<p>Die einzigen Daten, die wir sofort auswerten k\u00f6nnen, sind die aus den M\u00fcllz\u00e4hlungen, die wir w\u00e4hrend unserer Fahrt durchgef\u00fchrt haben. Insgesamt haben wir 50 Stunden lang die Meeresoberfl\u00e4che neben dem Schiff beobachtet und dabei alles an treibendem M\u00fcll gez\u00e4hlt. Ich m\u00f6chte hier einige Ergebnisse aus diesen M\u00fcllz\u00e4hlungen vorstellen. Erst einmal hat sich gezeigt, dass der allergr\u00f6\u00dfte Teil des treibenden M\u00fclls tats\u00e4chlich aus Plastik besteht. 99% dessen, was wir auf dem Wasser gesehen haben, war mutma\u00dflich Kunststoff. Die restlichen 1 % waren Holzteile und Glasflaschen. Dann waren die M\u00fcllteile vor allem sehr klein. Nur 27% des M\u00fclls waren gr\u00f6\u00dfer als 10 cm und 50% sogar kleiner als 5 cm. Au\u00dferdem war der M\u00fcll nicht gleichm\u00e4\u00dfig auf dem Meer verteilt. Die Karte 2 zeigt die Fahrtabschnitte auf denen wir M\u00fcll gez\u00e4hlt haben und die dazugeh\u00f6rige Grafik gibt die H\u00e4ufigkeit von M\u00fcllsichtungen entlang dieser Transekte wieder. Warum wir keine homogene Verteilung des M\u00fclls gesehen haben, k\u00f6nnen wir momentan noch nicht erkl\u00e4ren. Hierf\u00fcr m\u00fcssen die Beobachtungen noch mit Str\u00f6mungs- und Winddaten abgeglichen werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"657\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_2.jpg\" alt=\"Positionen der Litter Monitoring Transekte. Graphik: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-269\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_2.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_2-480x315.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Karte_2-768x505.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Positionen der Litter Monitoring Transekte. Graphik: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"755\" height=\"389\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Grafik_1.jpg\" alt=\"M\u00fcllmengen pro Stunde. Graphik: Mark Lenz\/GEOMAR\" class=\"wp-image-268\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Grafik_1.jpg 755w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Grafik_1-480x247.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><figcaption>M\u00fcllmengen pro Stunde. Graphik: Mark Lenz\/GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>All diese Aktivit\u00e4ten sind nun abgeschlossen und wir werden die Zeit w\u00e4hrend des Transits nach Malaga f\u00fcr das Schreiben erster Fahrtberichte und f\u00fcr Organisatorisches zu nutzen. Die Logistik einer solchen Expedition ist aufw\u00e4ndig und unsere ganze Ausr\u00fcstung muss in Malaga auf ein anderes Schiff verladen werden,  das sie dann wieder zur\u00fcck nach Kiel transportiert. Die FS POSEIDON braucht n\u00e4mlich wieder Platz f\u00fcr neues Ger\u00e4t, das auf der nachfolgenden Expedition zum Einsatz kommt. Unsere Fahrt nach Malaga gestaltet sich \u00fcbrigens recht schaukelig, denn es ist Wind aufgekommen und der Atlantik ist nun deutlich rauer als zur Zeit unserer Probennahmen. Wir merken jetzt auch, wieviel Gl\u00fcck wir eigentlich mit dem Wetter hatten. <br> Zum Ende dieser Fahrt m\u00f6chte ich mich noch einmal ausdr\u00fccklich bei der Mannschaft der FS POSEIDON f\u00fcr die gro\u00dfartige Zusammenarbeit bedanken. Es war f\u00fcr uns alle aus dem wissenschaftlichen Team eine tolle Erfahrung so professionell und uneingeschr\u00e4nkt unterst\u00fctzt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich werde in Zukunft noch des \u00d6fteren \u00fcber die nachfolgenden Analysen und sp\u00e4ter dann auch \u00fcber die Ergebnisse unserer Untersuchungen auf oceanblogs.org berichten. Behalten Sie Mikroplastik54\u00b0N im Auge. Im n\u00e4chsten Beitrag wird es \u00fcbrigens bodenst\u00e4ndig. Es wird dann wieder um Schleswig-Holstein gehen und um Mikroplastik in unseren Ackerb\u00f6den. Einen gr\u00f6\u00dferen Kontrast zu dem, was wir hier gemacht haben, kann ich mir gerade nicht vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"652\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2019\/09\/Foto_9-1.jpg\" alt=\"Blick \u00fcber das Arbeitsdeck in die untergehende Sonne. 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