{"id":11,"date":"2018-02-22T08:23:52","date_gmt":"2018-02-22T07:23:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/?p=11"},"modified":"2018-03-19T12:15:25","modified_gmt":"2018-03-19T11:15:25","slug":"wie-viel-mikroplastik-ist-an-unseren-straenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/2018\/02\/22\/wie-viel-mikroplastik-ist-an-unseren-straenden\/","title":{"rendered":"Wie viel Mikroplastik ist an unseren Str\u00e4nden?"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema Mikroplastik ist derzeit in aller Munde. Fast jeder hat schon von diesen Teilchen geh\u00f6rt, die man kaum sehen kann und die doch anscheinend \u00fcberall sind: In unserer Zahncreme, in unserem Duschgel, m\u00f6glicherweise auch in unserer Nahrung, vor allem aber in unserer Umwelt. Die Sorge um die Folgen dieser Verschmutzung umtreibt viele Menschen, und in den letzten Jahren ist eine beeindruckende Zahl von Initiativen entstanden, deren Ziel es ist, den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt zu verringern. Auch die Wissenschaft besch\u00e4ftigt sich zunehmend mit diesem Thema, denn die vielen offenen Fragen verlangen Antworten. Wenn man sich jedoch die bisherige Forschung zu Mikroplastik anschaut, muss man vor allem erst einmal feststellen wie wenig wir bisher dar\u00fcber wissen. Nicht einmal wie \u00a0viel Mikroplastik in unserer Umwelt ist, k\u00f6nnen wir mit Sicherheit sagen. Und noch weniger wissen wir dar\u00fcber, wie es sich auf Lebewesen und schlussendlich auch auf den Menschen auswirken k\u00f6nnte. Woran liegt das? Warum k\u00f6nnen wir so viele Fragen noch nicht beantworten?<\/p>\n<div id=\"attachment_9\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9\" class=\"wp-image-9 size-large\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/background-blog-58-1024x768.jpg\" alt=\"Mikroplastik am Strand der Osterinsel. Das Mikroplastik, das sich hier ansammelt, stammt aus dem Zerfall gro\u00dfer Plastikteile auf See. So hoch wie auf diesem Bild ist die Belastung mit Mikroplastik an unseren K\u00fcsten zum Gl\u00fcck nicht. Foto: Valeria Hidalgo-Ruz\" width=\"484\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/background-blog-58-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/background-blog-58-480x360.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/background-blog-58-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/background-blog-58.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-9\" class=\"wp-caption-text\">Mikroplastik am Strand der Osterinsel. Das Mikroplastik, das sich hier ansammelt, stammt aus dem Zerfall gro\u00dfer Plastikteile auf See. So hoch wie auf diesem Bild ist die Belastung mit Mikroplastik an unseren K\u00fcsten zum Gl\u00fcck nicht. Foto: Valeria Hidalgo-Ruz<\/p><\/div>\n<p>Ein wesentlicher Grund daf\u00fcr ist, dass der Nachweis von Mikroplastik in der Umwelt technisch sehr aufw\u00e4ndig ist. Und das wiederum liegt vor allem an der geringen Gr\u00f6\u00dfe der Partikel. Aber eines nach dem anderen. Was ist zun\u00e4chst einmal \u00fcberhaupt Mikroplastik? Darunter versteht man Kunststoffpartikel und \u2013 fasern, die kleiner als 5 mm sind. Das ist eine willk\u00fcrliche Festlegung, die Wissenschaftler vor einigen Jahren gemacht haben, die sich seitdem aber allgemein etabliert hat. Von diesen kleinen Teilchen sind solche, die gr\u00f6\u00dfer als ein Millimeter sind, noch relativ leicht als Plastik zu erkennen. Man braucht zwar die Hilfe einer Lupe oder eines Mikroskops, aber die Zuordnung ist meist einfach und eindeutig. Je kleiner die Partikel, desto schwieriger wird es aber, sie als Kunststoff zu identifizieren. Zu gro\u00df kann die \u00c4hnlichkeit mit nat\u00fcrlichem Material, wie zum Beispiel Sandk\u00f6rnern oder den Resten einer Muschelschale, sein und ein direkter Nachweis \u2013 zum Beispiel durch Erhitzen &#8211; ist bei so kleinen Teilchen nicht ohne weiteres m\u00f6glich. Daher braucht man daf\u00fcr technisch aufwendigere Verfahren, die Plastik einwandfrei als Plastik erkennen k\u00f6nnen. Dies leistet die Spektroskopie. Bei diesem Verfahren, von dem es mehrere Varianten gibt, erfasst man das Licht, das an einem angestrahlten Partikel gestreut wird. Das Spektrum dieses Lichts gibt dann Aufschluss dar\u00fcber, um welchen Stoff es sich handelt. Man kann sogar den Kunststofftyp, wie z.B. Polyethylen und Polypropylen, identifizieren. Leider sind diese Verfahren teuer und zeitaufwendig und bislang haben nur wenige Studien davon Gebrauch gemacht.<\/p>\n<div id=\"attachment_15\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15\" class=\"wp-image-15 size-full\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/DSC1853.jpg\" alt=\"Bislang basieren die allermeisten Studien zur Erfassung von Mikroplastik in der Umwelt auf der Auswertung von Proben mit optischen Methoden. Diese haben aber leider ihre Grenzen. Foto: Mark Lenz\" width=\"1000\" height=\"744\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/DSC1853.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/DSC1853-480x357.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/DSC1853-768x571.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-15\" class=\"wp-caption-text\">Bislang basieren die allermeisten Studien zur Erfassung von Mikroplastik in der Umwelt auf der Auswertung von Proben mit optischen Methoden. Diese haben aber leider ihre Grenzen. Foto: Mark Lenz<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_18\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18\" class=\"wp-image-18 size-large\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/Hafen_5-1024x771.jpg\" alt=\"Insbesondere bei Fasern ist die Unterscheidung zwischen k\u00fcnstlich und nat\u00fcrlich unter dem Mikroskop sehr schwierig. Foto: Vanessa R\u00fcttler\" width=\"484\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/Hafen_5-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/Hafen_5-480x361.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/Hafen_5-768x578.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/Hafen_5.jpg 1360w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-18\" class=\"wp-caption-text\">Insbesondere bei Fasern ist die Unterscheidung zwischen k\u00fcnstlich und nat\u00fcrlich unter dem Mikroskop sehr schwierig. Foto: Vanessa R\u00fcttler<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_20\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-20\" class=\"wp-image-20 size-full\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/DSC9655.jpg\" alt=\"Kunstfasern in Umweltproben aus dem Meer stammen oft von Netzen und Seilen aus der Fischerei. Foto: Mark Lenz\" width=\"1000\" height=\"669\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/DSC9655.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/DSC9655-480x321.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/DSC9655-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-20\" class=\"wp-caption-text\">Kunstfasern in Umweltproben aus dem Meer stammen oft von Netzen und Seilen aus der Fischerei. Foto: Mark Lenz<\/p><\/div>\n<p>Das Projekt \u201aMikroplastik an unseren K\u00fcsten\u2018 des Kieler Exzellenzclusters \u201aOzean der Zukunft\u2018 versucht jetzt f\u00fcr die schleswig-holsteinische Ostseek\u00fcste erste Informationen \u00fcber die Menge an Mikroplastik im Strandsand zu gewinnen. Hierf\u00fcr werden an insgesamt 10 Standorten zwischen der Flensburger F\u00f6rde und der L\u00fcbecker Bucht, je einmal im Winter und einmal im Sommer, Sedimentproben aus dem Sp\u00fclsaum entnommen, aufbereitet und mit Hilfe der Raman-Spektroskopie ausgewertet. Dieses Projekt geh\u00f6rt zu den bislang umfangreichsten Erfassungen von Mikroplastik mit Hilfe spektroskopischer Methoden \u2013 weltweit.<\/p>\n<div id=\"attachment_22\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22\" class=\"wp-image-22 size-full\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/IMG_0915.jpg\" alt=\"F\u00fcr das Monitoring werden - wie auf diesem Foto - Sedimentproben aus dem Bereich des Sp\u00fclsaums genommen. Dort akkumuliert Treibgut und dazu geh\u00f6rt auch Plastikm\u00fcll. Foto: Sarah Piehl\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/IMG_0915.jpg 1000w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/IMG_0915-480x320.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/IMG_0915-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-22\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr das Monitoring werden &#8211; wie auf diesem Foto &#8211; Sedimentproben aus dem Bereich des Sp\u00fclsaums genommen. Dort akkumuliert Treibgut und dazu geh\u00f6rt auch Plastikm\u00fcll. Foto: Sarah Piehl<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_21\" style=\"width: 494px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-21\" class=\"wp-image-21 size-large\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/MG_0942-683x1024.jpg\" alt=\"Das Sediment wird dann in Glasbeh\u00e4lter umgef\u00fcllt und ins Labor transportiert. Dabei gilt es, den Eintrag von Plastikfasern, beispielsweise aus der eigenen Kleidung, m\u00f6glichst zu verhindern. Foto: GAME\" width=\"484\" height=\"726\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/MG_0942-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/MG_0942-480x720.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/MG_0942-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mikroplastik54n\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2018\/02\/MG_0942.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><p id=\"caption-attachment-21\" class=\"wp-caption-text\">Das Sediment wird dann in Glasbeh\u00e4lter umgef\u00fcllt und ins Labor transportiert. Dabei gilt es, den Eintrag von Plastikfasern, beispielsweise aus der eigenen Kleidung, m\u00f6glichst zu verhindern. Foto: GAME<\/p><\/div>\n<p>Dieser Blog wird Sie in Zukunft \u00fcber den Fortgang des Projektes und dessen Ergebnisse informieren. Los geht es bereits Anfang M\u00e4rz. Dann wird die erste Serie von Proben \u2013 ein Testlauf hierf\u00fcr fand im letzten Herbst statt &#8211; genommen und kurz danach beginnt die aufwendige Aufbereitung der Proben im Labor des GEOMAR Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Ozeanforschung Kiel. Wir werden Sie \u00fcber alle Schritte informieren und die angewandten Methoden ausf\u00fchrlich beschreiben. Wir wollen damit einen Einblick in die Forschung zum Thema Mikroplastik geben aber auch weiterf\u00fchrende Informationen bereitstellen. In den folgenden Blogs wird es zun\u00e4chst einmal um die Probennahme gehen. Wo und wie werden die Proben genommen? Dann werden wir die Technik hinter der Forschung erkl\u00e4ren. Wie trennt man das Mikroplastik vom Sand? Wie gro\u00df sind die kleinsten Partikel, die noch untersucht werden k\u00f6nnen? Wie funktioniert eigentlich ein Raman-Spektroskop? Es wird aber auch immer wieder darum gehen, wie und wo man sich \u00fcber Mikroplastik informieren kann. Wir werden Sie auf Veranstaltungen und Vortr\u00e4ge hinweisen und andere Forschungsprojekte vorstellen. Und dann, hoffentlich zu Beginn des n\u00e4chsten Jahres, werden wir auch die Frage beantworten wie viel Mikroplastik nun eigentlich an unseren Str\u00e4nden ist. Wir laden Sie ein uns zu begleiten: Verfolgen Sie unseren Blog und informieren Sie sich \u00fcber Mikroplastik an unseren K\u00fcsten.<\/p>\n<p>Autor dieses Blogs: Mark Lenz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema Mikroplastik ist derzeit in aller Munde. Fast jeder hat schon von diesen Teilchen geh\u00f6rt, die man kaum sehen kann und die doch anscheinend \u00fcberall sind: In unserer Zahncreme, in unserem Duschgel, m\u00f6glicherweise auch in unserer Nahrung, vor allem aber in unserer Umwelt. 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