{"id":109,"date":"2017-08-20T12:33:01","date_gmt":"2017-08-20T10:33:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/?p=109"},"modified":"2017-08-20T13:29:56","modified_gmt":"2017-08-20T11:29:56","slug":"einsichten-und-ansichten-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/2017\/08\/20\/einsichten-und-ansichten-teil-4\/","title":{"rendered":"Einsichten und Ansichten &#8211; Teil 4"},"content":{"rendered":"<h6>(Beitrag von Joachim Dengg, GEOMAR)<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die \u00dcberfischung<\/strong><\/h3>\n<p>Thema Nummer 2 in den Bewerbungsarbeiten war (zumindest gef\u00fchlt) die \u00dcberfischung der Meere.<\/p>\n<p>Die Ausgangslage schildert Johanna aus Bayern so:<\/p>\n<p><em>\u201eIn jedem Supermarkt kann man heutzutage Fisch und Meeresfr\u00fcchte in allen erdenklichen Variationen einkaufen. Das ist mittlerweile so selbstverst\u00e4ndlich, dass man oft nicht mal einen Gedanken an das Essen aus z.B. Fischdosen verschwendet.\u201c<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_105\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Superbass\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-105\" class=\"wp-image-105\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Fishfinger_classic_broken_2-480x320.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Fishfinger_classic_broken_2-480x320.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Fishfinger_classic_broken_2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Fishfinger_classic_broken_2.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-105\" class=\"wp-caption-text\">Fisch im &#8220;Kinderformat&#8221;: Fischst\u00e4bchen (Bildlizenz: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Superbass\">Superbass, Fishfinger classic broken 2, CC BY-SA 4.0<\/a>)<\/p><\/div>\n<p>Dass wir selbst gerne Fisch essen, ist somit klar, aber auch die Rolle der Fischerei f\u00fcr die globale Ern\u00e4hrung wird in den Arbeiten beleuchtet:<\/p>\n<p><em>\u201eOhne den Fischfang w\u00e4re es wahrscheinlich nicht m\u00f6glich, den Eiwei\u00dfbedarf aller Menschen zu decken. Besonders in Entwicklungsl\u00e4ndern ist Fisch eines der wichtigsten Nahrungsmittel, da Fisch nahrhaft und meist preiswert ist.\u201c<\/em> (Charlotte aus Baden-W\u00fcrttemberg)<\/p>\n<p>\u00dcbrigens wurde das Thema \u201eFischfang\u201c in dem schon im letzten Artikel erw\u00e4hnten Dialog zwischen Mensch und Fisch \u00fcberhaupt nicht angesprochen. Wahrscheinlich wollte der kleine Fisch den Menschen aus naheliegenden Gr\u00fcnden lieber gar nicht erst auf dumme Ideen bringen? Denn<\/p>\n<p><em>\u201edurch verbesserte Fangtechniken und industrielle Schiffe schrumpfen viele Fischbest\u00e4nde\u201c<\/em>,<\/p>\n<p>was aber neben den \u00f6kologischen Folgen auch Konsequenzen f\u00fcr die Fischer selbst hat:<\/p>\n<p><em>\u201eDie Fischerei ist in einer Art Teufelskreis, denn sie ist daf\u00fcr verantwortlich, dass in wenigen Jahrzehnten wahrscheinlich so niedrige Fischbest\u00e4nde existieren werden, dass sie selbst kollabieren wird.\u201c<\/em> (Paul aus Baden-W\u00fcrttemberg)<\/p>\n<div id=\"attachment_103\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-103\" class=\"wp-image-103\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Fischer_cut_kl-480x334.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Fischer_cut_kl-480x334.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Fischer_cut_kl.jpg 567w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><p id=\"caption-attachment-103\" class=\"wp-caption-text\">(Fischer aus dem Film \u201eMeere und Ozeane\u201c von Yannik aus Schleswig-Holstein)<\/p><\/div>\n<p>Genaue Zahlen zur \u00dcberfischung variieren dabei je nach zitierter Quelle und Jahrgang der jeweiligen Information. Benutzt wurden B\u00fccher (z.B. Faszination Meeresforschung, Ein \u00f6kologisches Lesebuch; Hrsg.: Hempel et al., Bremen 2006), Publikationen (z.B. <a href=\"http:\/\/worldoceanreview.com\/wor-2\/\">world ocean review 2, 2013<\/a>), Online Portale wie spiegel.de\/wissenschaft oder zeit.de\/wissen, oder auch Portale von NGOs wie dem WWF und msc.org.<\/p>\n<p>Zu Recht merken die Jugendlichen allerdings an, dass Zahlen alleine unter Umst\u00e4nden einen falschen Eindruck vermitteln k\u00f6nnen:<\/p>\n<p><em>\u201eDass die Fangmengen der Seefischerei seit Jahren etwa konstant bleiben, ist leider kein Zeichen f\u00fcr gleichbleibende Fischbest\u00e4nde. Die Situation stellt sich vielmehr so dar, dass mit immer mehr Aufwand auch noch die entlegensten Fanggebiete befischt werden.\u201c<\/em> (Annika aus Schleswig-Holstein)<\/p>\n<p>Wege aus dem oben angesprochenen \u201eTeufelskreis\u201c werden zum Teil in konsequenterer Anwendung verbesserter Technik gesehen:<\/p>\n<div id=\"attachment_106\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-106\" class=\"wp-image-106\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Maschenweite-480x479.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"239\" \/><p id=\"caption-attachment-106\" class=\"wp-caption-text\">(aus dem Bewerbungsplakat von (einer anderen) Johanna aus Bayern)<\/p><\/div>\n<p><em>\u201eErforscht sind schon einige Methoden, die zum Beispiel den Beifang von Walen, Schildkr\u00f6ten oder Jungfischen verhindern k\u00f6nnen, aber trotzdem muss meiner Meinung nach noch einiges erforscht werden.<\/em><br \/>\n<em>Schildkr\u00f6ten k\u00f6nnen im Gegensatz zu Fischen zum Beispiel UV-Licht sehen. Wenn solche Dioden an den Netzen sind, verfangen sich viel weniger Schildkr\u00f6ten.<\/em><br \/>\n<em>Andere Netze haben gr\u00f6\u00dfere Maschen, sodass zu kleine Fische, die sonst als Beifang enden, entkommen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem schleifen diese Netze nicht \u00fcber den Grund, der durchs \u00dcbern-Grund-Ziehen oft komplett zerst\u00f6rt wird. Stattdessen werden die Schollen durch Vibrationen aufgeschreckt. Der Beifang sinkt so von 50% auf 10% und der Meeresboden wird nicht zerst\u00f6rt.<\/em><br \/>\n<em>Auch f\u00fcr Wale gibt es Warnungen vor den verh\u00e4ngnisvollen Netzen: Mit Hilfe von Schallquellen k\u00f6nnen Wale und Delfine abgeschreckt werden, sodass sie sich nicht in den f\u00fcr sie nicht zu ortenden Netzen verfangen.\u201c<\/em> (Johanne aus Niedersachsen)<\/p>\n<p>Auch Schutzma\u00dfnahmen sind von Bedeutung:<\/p>\n<p><em>\u201eMeeresschutzgebiete [&#8230;] dienen auch als R\u00fcckzugsgebiete, in denen sich die Populationen erholen und evtl. aufbauen k\u00f6nnen.\u201c<\/em> Annika aus Schleswig-Holstein<\/p>\n<p>aber:<\/p>\n<p><em>\u201eDiese Meeresschutzbereiche sind aktuell sehr klein, da sie 2012 nur etwa 1,4 Prozent des Meeres bedeckten. Sie m\u00fcssten stark vergr\u00f6\u00dfert werden, denn um die Fischbest\u00e4nde langfristig zu sch\u00fctzen, m\u00fcssten sie 25% &#8211; 50% des Meeres erfassen.\u201c<\/em> (Paul aus Baden-W\u00fcrttemberg)<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang stellt sich dann schnell die Frage:<\/p>\n<p><em>\u201eIst Aquafarming eine L\u00f6sung, um \u00dcberfischung entgegenzuwirken?\u201c<\/em> (Charlotte aus Baden-W\u00fcrttemberg)<\/p>\n<div id=\"attachment_101\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-101\" class=\"wp-image-101\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Aquakultur-480x503.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Aquakultur-480x503.jpg 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Aquakultur.jpg 655w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><p id=\"caption-attachment-101\" class=\"wp-caption-text\">(aus dem Bewerbungsplakat von Johanna aus Bayern)<\/p><\/div>\n<p>Doch auch dieser Ansatz hat seine Probleme:<\/p>\n<p><em>\u201eAuch Aquakulturen belasten das Meer. Zur F\u00fctterung der Zuchtfische werden zus\u00e4tzliche Wildfische gefangen und verf\u00fcttert. Dar\u00fcber hinaus erinnert die Form der Zucht an die Massentierhaltung an Land. Oft wird eine gro\u00dfe Anzahl von Tieren auf engem Raum gehalten und mit industriellen Mitteln wie Chemikalien und Antibiotika behandelt. Zusammen mit gro\u00dfen Mengen an Fischkot und Nahrungsresten gelangen diese Stoffe ins Meer [&#8230;]\u201c<\/em> (Annika aus Schleswig-Holstein)<\/p>\n<p>Obwohl die Probleme der Fischerei global erkannt sind, und sich zum Teil auch L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten abzeichnen, haben die Jugendlichen nur geringe Hoffnung auf eine Selbstregulierung der Fischerei:<\/p>\n<p><em>\u201eAber warum werden diese Methoden dann nicht angewandt? Wahrscheinlich aus Bequemlichkeit oder Kostengr\u00fcnden.\u201c<\/em> (Johanne aus Niedersachsen)<\/p>\n<p>Deshalb werden Vorgaben und Eingriffe von Seite der Politik f\u00fcr n\u00f6tig gehalten:<\/p>\n<div id=\"attachment_102\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102\" class=\"wp-image-102\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Einschra\u0308nkungen_cut_kl.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"202\" \/><p id=\"caption-attachment-102\" class=\"wp-caption-text\">(aus dem Film \u201eDie Meere\u201c von Luisa aus Berlin)<\/p><\/div>\n<p><em>\u201eZudem sehe ich die Politik in der Verantwortung, Regelungen zum Schutz der Meere (z.B. Einrichtung von Schutzgebieten, nachhaltige Fischerei) [&#8230;] zu erlassen und diese auch durchzusetzen. Es existieren zwar Vertr\u00e4ge und Zielsetzungen, ihre Erf\u00fcllung ist jedoch nicht erfolgt oder scheint unwahrscheinlich.\u201c<\/em> (Hannah aus Niedersachsen)<\/p>\n<p><em>\u201eEin weiteres Problem ist, dass Fischpopulationen meistens in internationalen Bereichen des Meeres leben und dass das Meer dort von vielen verschiedenen L\u00e4ndern benutzt wird. Um die Fischpopulationen effektiv zu sch\u00fctzen, muss also eine internationale Zusammenarbeit existieren, und internationale Fischereigesetze, die jeder einh\u00e4lt, m\u00fcssen erstellt werden. Der Wille zur internationalen Zusammenarbeit ist aber weitgehend nicht bei jeder Regierung vorhanden.\u201c<\/em> (Paul aus Baden-W\u00fcrttemberg)<\/p>\n<p>Als gro\u00dfes Problem wird dabei die \u00dcberwachung erkannt:<\/p>\n<p><em>\u201eIn allen F\u00e4llen ist die Kontrolle der Vorgaben oft mit gro\u00dfen Schwierigkeiten verbunden\u201c<\/em>. (Annika aus Schleswig-Holstein)<\/p>\n<div id=\"attachment_108\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-108\" class=\"wp-image-108\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/WasTun-480x251.png\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"147\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/WasTun-480x251.png 480w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/WasTun.png 508w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><p id=\"caption-attachment-108\" class=\"wp-caption-text\">(Abbildung von Louise aus Sachsen)<\/p><\/div>\n<p>Was bleibt, ist, daran zu erinnern, dass auch wir als Konsumenten in der Verantwortung sind:<\/p>\n<p><em>\u201eDie Schuld f\u00fcr die \u00dcberfischung tr\u00e4gt aber letztendlich auch der Verbraucher selbst, da er durch den Kauf von Fischen die Fischerei finanziert. Ein wirksamer Schutz des Meeres w\u00e4re es, gef\u00e4hrdete Fischarten nicht zu kaufen.\u201c<\/em> (Paul aus Baden-W\u00fcrttemberg)<\/p>\n<div id=\"attachment_104\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-104\" class=\"wp-image-104\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/mehrmeer2017\/wp-content\/uploads\/sites\/53\/2017\/08\/Fischskelett.png\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"158\" \/><p id=\"caption-attachment-104\" class=\"wp-caption-text\">(Abbildung von Louise aus Sachsen)<\/p><\/div>\n<p><em>\u201eF\u00fcr Nachhaltige Fischerei gibt es bereits ein Siegel [&#8230;]. Fischereibetriebe k\u00f6nnen sich freiwillig mit diesem Siegel zertifizieren lassen, es steht f\u00fcr den Schutz der Fischbest\u00e4nde, die minimale Auswirkung auf die Lebensr\u00e4ume und das \u00d6kosystem Meer, sowie verantwortungsvolles und effektives Management.\u201c<\/em> (Johanne aus Niedersachsen)<\/p>\n<p><em>\u201eDie Meere m\u00fcssen vollst\u00e4ndig nachhaltig befischt werden. Doch hier ist der Konsument gefordert. Es gibt [&#8230;] Fischratgeber, die informieren, welcher Fisch aus welcher Region nachhaltig befischt wird. Und nur diesen Fisch sollte man als Konsument bewusst kaufen.\u201c<\/em> (Felix aus Nordrhein-Westfalen)<\/p>\n<p>(Fortsetzung folgt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Beitrag von Joachim Dengg, GEOMAR) &nbsp; Die \u00dcberfischung Thema Nummer 2 in den Bewerbungsarbeiten war (zumindest gef\u00fchlt) die \u00dcberfischung der Meere. 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