{"id":102,"date":"2026-01-06T21:11:30","date_gmt":"2026-01-06T21:11:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/?p=102"},"modified":"2026-01-06T21:11:30","modified_gmt":"2026-01-06T21:11:30","slug":"ungesehenes-vor-der-kamera-wie-der-videoschlitten-momo-den-meeresboden-beleuchtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/2026\/01\/06\/ungesehenes-vor-der-kamera-wie-der-videoschlitten-momo-den-meeresboden-beleuchtet\/","title":{"rendered":"Ungesehenes vor der Kamera: Wie der Videoschlitten MOMO den Meeresboden beleuchtet"},"content":{"rendered":"\n<p>Frohes Neues! Silvester feiern wir an Bord der FS METEOR mit einem entspannten Abend, und sto\u00dfen um Mitternacht gemeinsam auf das neue Jahr an. Wir sind gut ins neue Jahr gekommen, und dort geht es direkt weiter mit den Messungen auf der FS METEOR, der Auftakt f\u00fcr ein neues Jahr der Forschung erfolgt mit einem Tauchgang des Videoschlittens MOMO, den wir auf der Ausfahrt regelm\u00e4\u00dfig auf unterseeische Erkundungsreise schicken. In den folgenden Posts stellen wir einige unserer Messger\u00e4te und die Arbeit ihrer Teams kurz vor, um einen Eindruck zu vermitteln, was eigentlich an einem typischen Tag auf einem Forschungsschiff passiert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"908\" height=\"852\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-103\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image.png 908w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-300x281.png 300w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-768x721.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 908px) 100vw, 908px\" \/><\/figure><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"804\" height=\"638\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-104\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-1.png 804w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-1-300x238.png 300w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-1-768x609.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 804px) 100vw, 804px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Videoschlitten MOMO wird zu Wasser gelassen. Fotos: Paraskevi Nomikou, National Kapodistrian University of Athens<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>MOMO, kurz f\u00fcr Modular Mobility Seafloor Observation and Sampling System, ist der Name des Unterwasser-Videoschlittens, der uns auf der M215 (MMC \u2013 3) begleitet. Das ausgekl\u00fcgelte Messsystem, das im letzten Jahr von dem Team, das an Bord ist, am GEOMAR entwickelt wurde, wird f\u00fcr seine Tauchg\u00e4nge mithilfe einer Winde ins Wasser gelassen und f\u00e4hrt etwa drei Meter \u00fcber dem Meeresboden \u201emit dem Schiff mit\u201c. Dabei sammelt das Multitalent allerlei hochaufl\u00f6sende Daten: zwei seitliche, nach unten ausgerichtete Kameras nehmen kontinuierlich Fotos auf, w\u00e4hrend MOMO knapp \u00fcber dem Boden durchs Wasser gleitet. Durch die \u00dcberlappung der Aufnahmen kann mithilfe von Photogrammetrie eine detaillierte, auf bis zu 4mm genaue Karte des Meeresbodens erstellt werden. Weiterhin kommen 3D-hydroakustische Sensoren zum Einsatz, die dreidimensionale Aussagen \u00fcber den Meeresboden zulassen und besonders f\u00fcr die Navigation von MOMO hilfreich sind. Die FS METEOR darf sich dabei ordentlich ins Zeug legen: die Profile mit 4 Metern Abstand voneinander sollen m\u00f6glichst genau angesteuert und gehalten werden, eine Herausforderung, da das Schiff grunds\u00e4tzlich mit einer Genauigkeit von etwa 2 Metern seinen Kurs h\u00e4lt. Das ist auf hoher See nat\u00fcrlich eine nahezu bedeutungslose Abweichung, f\u00fcr die mikrobathymetrischen Messungen mit MOMO allerdings gar nicht ohne Schwierigkeiten, zumal wir in der Caldera \u00f6fters von starken Fallwinden erfasst werden, die das Schiff zur Seite dr\u00fccken. Die Offiziere auf der Br\u00fccke und das wissenschaftliche Team von MOMO kommunizieren also w\u00e4hrend der vier-\u00a0 bis zw\u00f6lfst\u00fcndigen Tauchg\u00e4nge durchg\u00e4ngig miteinander, damit MOMO auch dort entlang f\u00e4hrt, wo es am spannendsten ist.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"908\" height=\"496\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-105\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-2.png 908w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-2-300x164.png 300w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-2-768x420.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 908px) 100vw, 908px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Fischaugenkameras von MOMO. Foto: Johanna Salg, GEOMAR<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Denn es besteht kein Mangel an spannenden Orten! Ganz besonders interessant sind die Strukturen, die w\u00e4hrend der ersten Ausfahrt von MULTI-MAREX, MSM132 (MMC \u2013 1), Ende des letzten Jahres in der Caldera von Santorini entdeckt wurden: die so genannten Kallisti Pools. Das ist eine komplexe Reliefstruktur aus Bakterienmatten am Meeresboden, die mit ausgedehnten Gasaustritte (vor allem CO<sub>2<\/sub> und Methan) in Verbindung stehen. Diese Gase sammeln sich am Boden der \u201eSeen\u201c als milchig wei\u00dfe Substanz. Noch ist wenig dar\u00fcber bekannt, und insbesondere seine Ver\u00e4nderlichkeit \u00fcber die Zeit und im Kontext des Erdbebenschwarms Anfang dieses Jahres interessieren uns. Forschungen britischer Kolleg:innen deuten auf eine schnelle Ver\u00e4nderung hin &#8211; umso wichtiger, die Karten von dem letzten Jahr mit unseren aktuellen Messungen zu vergleichen. Ein besonderes Highlight w\u00e4hrend der Messungen ist die Bildschirm\u00fcbertragung in das Geo-Labor der FS METEOR, von wo aus mit Faszination live verfolgt wird, was MOMO vor die Kameras kommt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"908\" height=\"680\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-106\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-3.png 908w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-3-300x225.png 300w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-3-768x575.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 908px) 100vw, 908px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Kallisti Pools. Foto: Paraskevi Nomikou, National Kapodistrian University of Athens<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"490\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-4-490x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-107\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-4-490x1024.png 490w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-4-143x300.png 143w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-4.png 506w\" sizes=\"auto, (max-width: 490px) 100vw, 490px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Hai wagt sich vor die Kamera! Foto: Anna Katsigera, National Kapodistrian University of Athens<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dabei kommen alle an Bord ins Gr\u00fcbeln, wie die Struktur der Kallisti Pools erkl\u00e4rt werden kann. Unser Kollege Everardo Gonz\u00e1les stellt einen mathematischen Ansatz vor, der die Form der Pools exakt beschreiben w\u00fcrde: Variiert man zwei Parameter des Gray-Scott-Modells, so ergeben sich die gleichen Strukturen wie die, die wir am Meeresboden finden. Nach dem Vortrag wird angeregt diskutiert, Thesen werden aufgestellt und wieder verworfen oder abge\u00e4ndert, und Kontakte von griechischen, deutschen und internationalen Kolleg:innen ausgetauscht. Fest steht: Das Geheimnis der Kallisti Pools wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter gel\u00fcftet werden!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"908\" height=\"680\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-5.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-108\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-5.png 908w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-5-300x225.png 300w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-5-768x575.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 908px) 100vw, 908px\" \/><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"908\" height=\"680\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-6.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-109\" srcset=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-6.png 908w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-6-300x225.png 300w, https:\/\/www.oceanblogs.org\/m215\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2026\/01\/image-6-768x575.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 908px) 100vw, 908px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Blick ins MOMO-Labor. Hier ist h\u00f6chste Konzentration erforderlich, um MOMO zu navigieren. Foto: Paraskevi Nomikou, National Kapodistrian University of Athens<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Bei den Messungen mit MOMO gilt: Qualit\u00e4t \u00fcber Quantit\u00e4t. Das Endresultat sind hochaufgel\u00f6ste, detaillierte Karten des Meeresbodens ausgew\u00e4hlter Bereiche, die basierend auf bathymetrischen Messungen der AUVs und der schiffsbasierten Kartierungssysteme ausgew\u00e4hlt wurden. Nach einem langen Tauchgang mit ausgezeichnetem Teamwork, gestochen scharfen Bildern und h\u00f6chster Konzentration beim Steuern der Winde, kann unser vierk\u00f6pfiges Team von MOMO ausgezeichnet schlafen. Bis zum n\u00e4chsten Tauchgang, aber jetzt sind erst einmal andere Messinstrumente an der Reihe \u2013 mehr davon im n\u00e4chsten Beitrag!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Team der M215 (MMC \u2013 3)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frohes Neues! 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