{"id":159,"date":"2024-08-07T15:34:09","date_gmt":"2024-08-07T13:34:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m202-isaac\/?p=159"},"modified":"2024-08-07T15:34:10","modified_gmt":"2024-08-07T13:34:10","slug":"nautilus-kamerasystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m202-isaac\/2024\/08\/07\/nautilus-kamerasystem\/","title":{"rendered":"Nautilus-Kamerasystem"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Kamerateam NAUTILUS (Shannon und Julia) ist mit insgesamt vier Kamera Systemen angereist, die in verschiedenen Tiefen vorwiegend die Beutetiere der hier vor der Insel Terceira vorkommenden Wale, aufzeichen sollen. Unser Ziel ist es mehr \u00fcber die Lebensweise, das Vorkommen und auch das Verhalten der in der Tiefsee lebenden Tiere zu erfahren, um unser Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die komplexen Interaktionen von R\u00e4uber und Beute des lokalen \u00d6kosystems zu verst\u00e4rken und es somit besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. An Bord der FS Meteor verbrachten wir die ersten Tage damit, mit der Crew das Aussetzen der Ger\u00e4te zu planen um die Systeme f\u00fcr ihre erste Reise in die Tiefsee des Atlantiks vorzubereiten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"904\" height=\"678\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m202-isaac\/wp-content\/uploads\/sites\/104\/2024\/08\/image-11.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-161\" \/><figcaption>Das Nautilus Team, Shannon (li) und Julia (re) mit einem der Drifter Systemen kurz vor dem Aussetzen in die freie Wassers\u00e4ule in 1000 m Tiefe.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Unsere Kamerasysteme kommen in zwei Ausf\u00fchrungen. Der \u201eLander\u201c, auch liebevoll CARL genannt, sinkt mit Hilfe eines Gewichtes bis auf den Meeresboden, wo er dann alles was am und \u00fcber dem Meeresboden lebt aufzeichnet. Nach 24 Stunden senden wir vom Schiff aus ein akustisches Signal, womit sich die Verankerung am Meeresboden l\u00f6st und das ganze System zur\u00fcck an die Oberfl\u00e4che schwimmt, wo wir mit Hilfe der Crew das System wieder einsammeln und die Daten und Videos auswerten k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich haben wir noch ein \u201eDrifter\u201c System, oder auch DARC (Dar-cee) genannt. Dieses schwimmt zwischen 750 \u2013 1200 m frei in der Wassers\u00e4ule und wird mit den Gezeiten und dem Wind durch das Wasser bewegt. Mit Hilfe eines GPS k\u00f6nnen wir es nach 24 Stunden orten und das Ger\u00e4t am Seil mit Hilfe einer Winde wieder an Bord holen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"610\" height=\"622\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m202-isaac\/wp-content\/uploads\/sites\/104\/2024\/08\/image-10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-160\" \/><figcaption>Der Lander kurz vor dem Aussetzen in 1700 m Tiefe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Besondere an dem NAUTILUS Kamerasystem ist, dass wir mit wei\u00dfem Tageslicht, aber auch rotem Licht filmen k\u00f6nnen. Das Rotlicht wird von den meisten Tiefseetieren nicht wahrgenommen und dadurch verlieren diese die Scheu auch n\u00e4her an die Linse zu kommen. Auch um die Tiere anzulocken verwenden wir K\u00f6der (Fisch oder Tintenfisch), den die Tiere riechen und neugierig erkunden. Aber das ist uns nicht genug! Einen anderen Trick den wir anwenden ist ein optischer K\u00f6der, der biolumineszierende \u201eeJelly\u201c. Hier machen wir uns einen Trick aus der Tierwelt zu eigen, den sogenannten \u201eburglar alarm\u201c (R\u00e4uber Alarm). Das Prinzip beruht auf der Beobachtung der Tiefseequalle <em>Atolla<\/em>, die wenn sie von einem R\u00e4uber attackiert wird, ein biolumineszierendes Signal sendet. Dadurch werden andere R\u00e4uber darauf aufmerksam gemacht und attackieren den R\u00e4uber der Qualle selbst. So rettet sich die Qualle von ihrem Angreifer. Ist es nicht faszinierend was sich die Tierwelt so ausdenkt? Mit all diesen Tricks gewappnet wollen wir alles M\u00f6gliche anlocken, und es hat auch geklappt!<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits nachdem wir unsere ersten Systeme wieder zur\u00fcck aufs Schiff geholt haben, haben wir Quallen, Krebstiere, Tintenfische und sogar Haie filmen k\u00f6nnen! Alle gesammelten Daten werden nach unserer Ausfahrt am GEOMAR im internen Videolabor ausgewertet und die gefilmten Tiefseetierarten dokumentiert. Wir sind schon ganz gespannt was wir alles so vor die Linse bekommen haben!<\/p>\n\n\n\n<p>Danke an alle Crewmitglieder und WissenschaftlerInnen f\u00fcr eine erfolgreiche Cruise, auf der wir viele neue Eindr\u00fccke gewonnen haben!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Nautilus Team,<\/p>\n\n\n\n<p>Shannon und Julia<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"954\" height=\"454\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m202-isaac\/wp-content\/uploads\/sites\/104\/2024\/08\/image-12.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-162\" \/><figcaption>(A)&nbsp;&nbsp; Ein Lanternenhai schnuppert an dem K\u00f6der der Landers in \u00fcber 1700 m Tiefe. Mit Hilfe der Laser k\u00f6nnen wir das Tier messen und wird auf ca. 50 cm L\u00e4nge gesch\u00e4tzt. (B) Ein noch unidentifizierter Kalmar attackiert den \u201eeJelly\u201c K\u00f6der w\u00e4hrend er unter Rotlicht auf 750 m Tiefe gefilmt wird. Der eJelly leuchtet in biolumineszierendem Blau <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"732\" height=\"488\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m202-isaac\/wp-content\/uploads\/sites\/104\/2024\/08\/image-13.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-163\" \/><figcaption>Eine schematische \u00dcbersicht der Drifter und Lander Systeme.<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kamerateam NAUTILUS (Shannon und Julia) ist mit insgesamt vier Kamera Systemen angereist, die in verschiedenen Tiefen vorwiegend die Beutetiere der hier vor der Insel Terceira vorkommenden Wale, aufzeichen sollen. 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