{"id":122,"date":"2014-04-06T11:22:58","date_gmt":"2014-04-06T11:22:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/m105\/?p=122"},"modified":"2014-05-07T12:36:18","modified_gmt":"2014-05-07T12:36:18","slug":"3-wochenbericht-vom-06-april-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/m105\/2014\/04\/06\/3-wochenbericht-vom-06-april-2014\/","title":{"rendered":"3. Wochenbericht vom 06. April 2014"},"content":{"rendered":"<p>Die Woche haben wir mit der weiteren Vermessung des Tracers und des Sauerstoffgehalts im S\u00fcdostsektor des Messgebiets verbracht. Alle vier Stunden stoppt die METEOR und wir nehmen ein CTD-Profil und Wasserproben. Und dann geht es zum n\u00e4chsten Messpunkt in 30 nm Entfernung. Dienstag nahmen wir die erste driftende Sinkstofffalle wieder auf. Ohne Probleme kamen alle Sammelgef\u00e4\u00dfe an Bord und auf deren Boden konnten wir unterschiedliche Mengen von Sinkstoffen erkennen. Die Proben werden nun geteilt und gefiltert und f\u00fcr weitere Analysen in Kiel vorbereitet.<\/p>\n<p>Einmal pro Tag nehmen wir besondere Proben von der CTD und setzen je nach Region unterschiedliche Planktonnetze ein. Wir fangen mit einem kleinen Plantonnetz Zooplankton in den oberen 100 m. Aus der Probe werden 25 Copepoden der Art <em>Undinula vulgaris<\/em> herausgesammelt und je zu f\u00fcnft in kleinen Beh\u00e4ltern f\u00fcr etwa zehn Stunden gehalten. Es werden alle 2,5 Stunden Wasserproben aus den H\u00e4lterungsgef\u00e4\u00dfen genommen und Phosphat und Ammoniumgehalt gemessen. Mit diesen Messungen wird die Exkretionsrate der Copepoden bestimmt. Ziel ist es, die Exkretionsraten in den verschiedenen Zonen des Arbeitsgebietes zu vergleichen. Die Exkretion von Zooplankton ist im n\u00e4hrstoffarmen, tropischen Atlantik ein wichtiger Prozess f\u00fcr die Remineralisierung von organischem Material zu N\u00e4hrstoffen.<\/p>\n<p>Mit einem Multischlie\u00dfnetz, einem Ger\u00e4t, das f\u00fcnf Planktonnetze in vorher bestimmten Tiefen schlie\u00dfen kann, wird die Verteilung von Zooplankton bis in Tiefen von 1000 m ermittelt. Das Multinetz kam vor allem in der ersten Woche bei der Erforschung des Eddies n\u00f6rdlich der Kap Verden zum Einsatz, um festzustellen, ob der dort vorhandene sehr geringe Sauerstoffgehalt das Migrationsverhalten beeinflusst. Erste Ergebnisse zeigen, dass auch in dem Bereich von 85 bis 120 m, bei Sauerstoffwerten von unter 5 \u03bcmol kg<sup>-1<\/sup>, noch reges Leben herrscht.<\/p>\n<p>Ein weiteres Ger\u00e4t zur Untersuchung von Zooplankton Verteilungen ist der UVP (Underwater Vision Profiler), eine Unterwasserkamera, die an der CTD Rosette befestigt ist und somit bei jedem CTD-Profil Bilder von den Partikeln macht, die in der Wassers\u00e4ule schweben. F\u00fcr uns sind besonders filament\u00f6se Cyanobakterienkolonien der Gattung <em>Trichodesmium <\/em>interessant. Diese sind Stickstofffixierer und beinflussen den Ein- und Austrag von Stickstoff in die<br \/>\nSauerstoffminimumzonen. Der UVP macht alle sechs Sekunden ein Foto, welches schon im Ger\u00e4t selber in kleine \u201eVignetten\u201c, d.h. Einzelbilder f\u00fcr jeden Partikel, aufgetrennt wird. So kommen mit jedem UVP-Cast zwischen 1000 und 2000 Bilder von Partikeln zwischen wenigen Millimetern und mehreren Zentimetern Gr\u00f6\u00dfe zu Stande. Wir haben auch schon ein Objekt vor der Linse gehabt, welches mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit nicht zum Zooplankton geh\u00f6rt: Es ist nur zu einem kleinen Teil zu sehen, f\u00fcllt aber fast die gesamte Bildfl\u00e4che aus und ist schon so etwa 20 cm gro\u00df. Wir wissen nicht, was es ist, Vermutungen gehen in Richtung Schildkr\u00f6tenbein, aber in der Tiefe der Aufnahme von etwa 1000 m ist die Wahrscheinlichkeit eine zu treffen sehr gering. Wir sind also weiter auf der Suche nach Hinweisen&#8230;<\/p>\n<p>Weiterhin f\u00fchren wir verschiedene biologische Inkubationen durch. Uns interessieren dabei die besonderen N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe in unserem Arbeitsgebiet und deren Einfluss auf die Prim\u00e4rproduzenten im Oberfl\u00e4chenwasser.<\/p>\n<p>Unser Augenmerk liegt vor allem auf dem N\u00e4hrstoff Phosphat, das in den k\u00fcstenfernen Wassermassen oberhalb des Sauerstoffminimums meist im \u00dcberschuss vorliegt, w\u00e4hrend andere N\u00e4hrstoffe bereits gezehrt wurden. Diese speziellen Bedingungen sind ideale Voraussetzungen f\u00fcr biologische Stickstofffixierung. Zur Stickstofffixierung, der Umwandlung von molekularem Stickstoff (N<sub>2<\/sub>) in biologisch verf\u00fcgbare Stickstoffverbindungen (z.B. Nitrat oder Ammonium), sind nur ganz bestimmte Mikroorganismen, die Cyanobakterien, in der Lage. Gerade in den Gebieten, in denen die Konzentration biologisch nutzbarer Stickstoffverbindungen gering ist und somit das Wachstum von Prim\u00e4rproduzenten limitiert ist, sind Cyanobakterien wichtige Stickstoff-Lieferanten, die die Prim\u00e4rproduktion antreiben.<\/p>\n<p>Wir wollen der Fragestellung nachgehen, ob verschiedene organische wie auch anorganische Phosphate die biologische Stickstofffixierung antreiben bzw. beg\u00fcnstigen oder ob der \u00dcberschuss an Phosphaten von anderen Prim\u00e4rproduzenten zur Biosynthese genutzt wird. Hierzu versetzen wir Oberfl\u00e4chenwasser mit verschiedenen organischen und anorganischen Phosphatquellen und inkubieren die Proben mehrere Tage lang. Jeden Tag werden Unterproben genommen, um die Zehrung der N\u00e4hrstoffe, den Verlauf der Phytoplanktonbl\u00fcte und den Aufbau sowie die Produktion von partikul\u00e4rem und gel\u00f6stem organischen Material verfolgen zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem werden<br \/>\nStickstoffixierungs- und Prim\u00e4rproduktionsraten in unseren Inkubationen gemessen. Unsere Ergebnisse vergleichen wir am Ende mit der nat\u00fcrlichen Rate der Stickstofffixierung in unserem Arbeitsgebiet, die wir zus\u00e4tzlich ermitteln. Damit helfen wir auch, einen Beitrag zur Ermittlung globaler Stickstofffixierungsraten zu leisten, die zur Zeit nur sehr unpr\u00e4zise abgesch\u00e4tzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Tracer Messungen laufen problemlos und wir haben schon mehr als die H\u00e4lfte des zentralen 4\u00b0 x 4\u00b0 Gitters vermessen. Die vertikale Struktur der Profile ist erstaunlich gleichm\u00e4\u00dfig. Interessant ist es, dass wir sogar eindeutige Signale des ersten Tracerexperiments von 2008 in jedem Profil noch detektieren k\u00f6nnen. Das hatten wir nicht erwartet.<\/p>\n<p>Dienstag war Halbzeit der M105 und der Service hat zwei Spanferkel an Deck auf dem Grill zur Freude aller serviert. Die Stimmung an Bord ist prima, das Essen<br \/>\nvorz\u00fcglich und die Zusammenarbeit mit Kapit\u00e4n und Mannschaft weiterhin exzellent.<\/p>\n<p>Mit sch\u00f6nen Gr\u00fc\u00dfen von 19\u00b0 30\u2019 Nord und 23\u00b0 West,<\/p>\n<p>Martin Visbeck und die Fahrtteilnehmer der Reise M105<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Woche haben wir mit der weiteren Vermessung des Tracers und des Sauerstoffgehalts im S\u00fcdostsektor des Messgebiets verbracht. Alle vier Stunden stoppt die METEOR und wir nehmen ein CTD-Profil und Wasserproben. Und dann geht es zum n\u00e4chsten Messpunkt in 30 nm Entfernung. Dienstag nahmen wir die erste driftende Sinkstofffalle wieder auf. 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