{"id":82,"date":"2021-12-29T11:36:00","date_gmt":"2021-12-29T11:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/connect\/?p=82"},"modified":"2022-01-07T16:55:03","modified_gmt":"2022-01-07T16:55:03","slug":"so287-dms-messungen-und-scrubber-inkubationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/connect\/2021\/12\/29\/so287-dms-messungen-und-scrubber-inkubationen\/","title":{"rendered":"SO287 \u2013 DMS Messungen und Scrubber Inkubationen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn wir an Sommerurlaub denken, dann denken wir an Sommer, Sonne und Meer und haben direkt das Rauschen der Wellen in den Ohren und den Geruch des Meeres in der Nase. Dieser typische Geruch kommt von einem Spurengas, welches im Wasser gel\u00f6st ist \u2013 dem Dimethylsulfid (DMS). DMS ist eine Schwefelverbindung, welche von im Wasser enthaltenen Mikroorganismen wie beispielsweise Phytoplankton produziert wird und in die Atmosph\u00e4re ausgast. Dort wird es durch Reaktionen mit den in der Luft enthaltenen Substanzen zu Schwefeldioxid und final zu Schwefels\u00e4ure oxidiert, welches wiederum an Kondensationsreaktionen teilnimmt und somit eine wichtige Rolle in der Wolkenbildung spielt und indirekt das Klima beeinflusst.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir nehmen w\u00e4hrend der Fahrt Wasserproben, sowohl aus dem Kranzwassersch\u00f6pfer um den Verlauf der DMS Konzentration in der Wassers\u00e4ule zu untersuchen, als auch \u00fcber den Tag verteilt, mehrfach aus einer Pumpe, die Wasser von unterhalb des Schiffes (ca. 6&nbsp;m Tiefe) ansaugt, um den r\u00e4umlichen Verlauf der DMS Konzentration an der Oberfl\u00e4che zu messen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesen Wasserproben wird anschlie\u00dfend mit Hilfe eines Purge &amp; Trap Systems das Gas aus dem Wasser ausgetrieben und in ca. &#8211; 200\u00b0C kalten, von fl\u00fcssig Stickstoff gek\u00fchlten Fallen festgehalten, um es anschlie\u00dfend gaschromatographisch analysieren zu k\u00f6nnen. So haben wir am Ende einen guten \u00dcberblick \u00fcber die Konzentrationen von DMS im Wasser, in den Bereichen die wir w\u00e4hrend der Fahrt passiert haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"218\" height=\"290\" src=\"https:\/\/www.oceanblogs.org\/connect\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2022\/01\/Blog6-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-84\"\/><figcaption>Probenfl\u00e4schchen f\u00fcr die DMS Messung am Purge &amp; Trap System<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Neben den DMS-Messungen im Ozean f\u00fchren wir an Bord Inkubationsexperimente mit \u201eScrubberwasser\u201c von Schiffen durch. Schiffe unterliegen heutzutage, gerade in K\u00fcstengebieten, strengen Emissionsauflagen. Um die Vorschriften zu erf\u00fcllen haben viele Schiffe eine Gasw\u00e4scheranlage, sogannte \u201eScrubber\u201c eingebaut. Das Wasser wird im Gegenstrom durch das Abgas des Schiffes geleitet und nimmt so sch\u00e4dliche Partikel wie Stickoxide (NO<sub>x<\/sub>) in sich auf. Anschlie\u00dfend kann das Waschwasser entweder chemisch behandelt werden, um giftige Stoffe daraus zu entfernen oder direkt als Abwasser ins Meer entsorgt werden. Somit werden zwar die Grenzwerte f\u00fcr Abgase eingehalten, was ein Einleiten dieses, an Schadstoffen angereicherten, Waschwassers ins Meer f\u00fcr Folgen auf die biochemischen Prozesse im Ozean hat ist bisher weitestgehend unbekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>In unseren Experimenten verwenden wir dieses Waschwasser und untersuchen seine Auswirkungen speziell im Hinblick auf die Produktion des klimarelevanten Spurengases DMS. Hierzu geben wir eine bestimmte Menge an Scrubberwasser, welches wir von zu Hause mitgebracht haben, in Flaschen, die bereits mit Meerwasser gef\u00fcllt sind und geben diese Proben anschlie\u00dfend in ein Wasserbad an Deck. So werden die Proben den Umwelteinfl\u00fcssen (Temperatur, Sonneneinstrahlung) hier auf dem offenen Meer ausgesetzt und es kann untersucht werden, inwiefern das Scrubberwasser die Biochemie im Meerwasser beeinflusst. Neben den behandelten Proben gibt es auch immer Kontrollproben, denen nichts hinzugesetzt wurde. Nachdem alle 36 Flaschen in das Inkubationsbad gebracht wurden, werden Proben f\u00fcr diverse Parameter genommen. Hierzu werden an f\u00fcnf von sieben Tagen sechs Flaschen (jeweils 3 Kontrollproben und 3 mit Behandlung) immer zur selben Zeit am Tag aus dem Bad entnommen und im Labor auf die unterschiedlichen Parameter untersucht. Gemessen wird zum Beispiel der Gehalt an Spurenmetallen, die Konzentration an DMS, die Mikrobiologie, Phytoplankton und Bakterien, der N\u00e4hrstoffgehalt und der pH-Wert des Wassers. So kann im Verlauf des Experiments festgestellt werden, wie sich die Werte ver\u00e4ndern und ob das Waschwasser einen Einfluss auf die Produktion\/Abbau von DMS hat oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Inga Brockmann &amp; Greta Wunderlich, GEOMAR Kiel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir an Sommerurlaub denken, dann denken wir an Sommer, Sonne und Meer und haben direkt das Rauschen der Wellen in den Ohren und den Geruch des Meeres in der Nase. Dieser typische Geruch kommt von einem Spurengas, welches im Wasser gel\u00f6st ist \u2013 dem Dimethylsulfid (DMS). 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