{"id":378,"date":"2014-10-29T14:02:21","date_gmt":"2014-10-29T14:02:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/capeverde\/?p=378"},"modified":"2017-03-17T15:01:59","modified_gmt":"2017-03-17T15:01:59","slug":"der-start-ins-leben-ein-sprint-und-ein-ritt-auf-der-stromung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/capeverde\/2014\/10\/29\/der-start-ins-leben-ein-sprint-und-ein-ritt-auf-der-stromung\/","title":{"rendered":"Der Start ins Leben: ein Sprint und ein Ritt auf der Str\u00f6mung"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\"><b>Wissenschaftler verfolgen Meeresschildkr\u00f6ten-Babys mit winzigen Sendern<\/b><\/p>\n<p><strong>23.10.2014\/Kiel. Mit Hilfe von winzig kleinen akustischen Sendern verfolgten Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel, der Turtle Foundation und der Queen Mary University of London auf den Kapverdischen Inseln erstmals die Wege frisch geschl\u00fcpfter Unechter Karettschildkr\u00f6ten. Die Tiere durchqueren z\u00fcgig die K\u00fcstengew\u00e4sser, in denen sie leicht zur Beute verschiedener R\u00e4uber werden k\u00f6nnen. Dann lassen sie sich von nahen Ozeanstr\u00f6mungen weiter hinaus tragen. Laut der Studie, die vom Kieler Exzellenzcluster \u201eOzean der Zukunft\u201c gef\u00f6rdert wurde, haben die lokalen ozeanographischen Bedingungen ma\u00dfgeblich zur evolution\u00e4ren Entwicklung dieses besonderen Schwimmverhaltens beigetragen. Ihre Ergebnisse pr\u00e4sentieren die Meeresbiologen in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins \u201eProceedings of the Royal Society B\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>Unechte Karettschildkr\u00f6ten (<i>Caretta caretta<\/i>) von den Kapverdischen Inseln beginnen ihr Leben mit einem Schwimm-Sprint und einem Ritt auf g\u00fcnstigen Ozeanstr\u00f6mungen. So entkommen sie schnell den K\u00fcstengebieten, in denen sie leicht verschiedenen R\u00e4ubern zum Opfer fallen k\u00f6nnen, und gelangen z\u00fcgig in den sichereren offenen Ozean. Dort wachsen sie \u00fcber mehrere Jahre lang heran, ehe sie zur Eiablage an ihren Heimatstrand zur\u00fcckkehren. Kleine akustische Sender gaben jetzt erstmals Einblick in die Wanderungen der Schildkr\u00f6ten-Babys. \u201eDank der neuen Technologie k\u00f6nnen wir jetzt wichtige Wissensl\u00fccken \u00fcber die so genannten \u201averlorenen Jahre\u2019 schlie\u00dfen\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Rebecca Scott, Postdoktorandin im Kieler Exzellenzcluster \u201eOzean der Zukunft\u201c. Die Meeresbiologin leitete eine gemeinsame Studie mit Wissenschaftlern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Ozeanforschung Kiel, der Turtle Foundation und der School of Biological and Chemical Sciences an der Queen Mary University of London. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten ver\u00f6ffentlichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins \u201eProceedings of the Royal Society B\u201c.<\/p>\n<p>\u201eWissenschaftler nennen die fr\u00fche Lebensphase \u201averlorene Jahre\u2019, weil sie die frisch geschl\u00fcpften Schildkr\u00f6ten bisher nicht sehr weit verfolgen konnten. Die Tiere verschwanden aufs Meer hinaus. Erst Jahre sp\u00e4ter kehrten die \u00dcberlebenden zu ihrem Ursprungsort zur\u00fcck, um ihre Eier abzulegen\u201c, so Dr. Scott. \u201eDank neuer Techniken wie den Mini-Sendern und Ozeanmodellen erkennen wir jetzt, wohin die Tiere wandern. Dies zu wissen ist wichtig, weil die Verbreitung der Jungen die Entwicklung im Erwachsenenstadium beeinflusst. Je mehr wir \u00fcber das Schwimmverhalten und die biologischen und physischen Determinanten ihrer Verbreitung wissen, desto besser k\u00f6nnen wir diese bedrohte Art sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der Turtle Foundation auf der kapverdischen Insel Boa Vista sammelten die Wissenschaftler frisch geschl\u00fcpfte Schildkr\u00f6tenjunge an zwei Str\u00e4nden im Nordwesten und an der S\u00fcdspitze der Insel. Stromlinienf\u00f6rmige, nur 0,4 Gramm schwere Sender mit einer Breite von f\u00fcnf und einer L\u00e4nge von zw\u00f6lf Millimetern wurden vor\u00fcbergehend auf den Bauchpanzer der Tiere geklebt. Von einem Boot aus verfolgten die Forscher die Signale f\u00fcr bis zu acht Stunden und eine Strecke von 15 Kilometern. Au\u00dferdem beobachteten sie in Testbecken mit Datenloggern des GEOMAR mehrere Tage lang das Schwimmverhalten von 16 Schildkr\u00f6ten. Nach dem Schl\u00fcpfen schwammen die Neugeborenen 24 Stunden lang ununterbrochen. Dann wechselten sie zu einem Rhythmus von Aktivit\u00e4t w\u00e4hrend des Tages und Ruhephasen w\u00e4hrend der Nacht.<\/p>\n<p>Weil die ablandigen Str\u00f6mungen in gro\u00dfer N\u00e4he zur Insel verlaufen, scheinen die Schildkr\u00f6ten von Boa Vista eine l\u00e4ngere Nachtruhe einlegen zu k\u00f6nnen als Jungtiere, die anderenorts zur Welt kommen. \u201eVerschiedene Forschergruppen aus Amerika haben beispielsweise beobachtet, dass der Weg dort viel weiter ist und Schwimmzeiten viel l\u00e4nger sind\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Scott. \u201eDas tiefe Wasser des offenen Ozeans und g\u00fcnstige Str\u00f6mungsverl\u00e4ufe, die die Richtung und die Geschwindigkeit der Kapverdischen Schildkr\u00f6ten vorgeben, liegen sehr nah bei den Nestern. Die Tiere profitieren stark davon, wenn lokale Gegebenheiten die evolution\u00e4re Entwicklung des Schwimmverhaltens so beeinflussen, dass sie beste \u00dcberlebenschancen haben. Es scheint, als ob die Schildkr\u00f6ten von Boa Vista mit diesen ortsspezifischen F\u00e4higkeiten auf die Welt kommen.\u201c<\/p>\n<p>Weil gro\u00dfe Schildkr\u00f6tenjunge im Testbecken l\u00e4nger schwammen als kleinere, deuten die Wissenschaftler eine ausgepr\u00e4gte K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe als Hinweis auf eine hervorragende Fitness. \u201eEs gibt aber Anzeichen daf\u00fcr, dass h\u00f6here Temperaturen in den Nesten dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass die Neugeborenen kleiner bleiben. Darum k\u00f6nnte es sein, dass die Fitness in Zukunft unter der globalen Erw\u00e4rmung leiden wird\u201c, vermutet Rebecca Scott. \u201eDer Klimawandel w\u00fcrde die Tiere dann auf viel subtilere Weise bedrohen als nur durch offensichtliche Gefahren wie etwa der Verlust von Str\u00e4nden f\u00fcr die Eiablage\u201c.<\/p>\n<!-- Rendered by FancyBox WITH labels BEGIN -->\n\n\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t\t\t#gallery-0 {\n\t\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\t#gallery-0 .gallery-item {\n\t\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\t\twidth: 32%;\n\t\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\t#gallery-0 img {\n\t\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\t#gallery-0 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t\t}\n\t<\/style>\n<script type=\"text\/javascript\">\n$(document).ready(function() {\n\t\/*\n\t *  Simple image gallery. 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B., 218, 20141209, <a class=\"external-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet einen externen Link in einem neuen Fenster\" href=\"http:\/\/rspb.royalsocietypublishing.org\/content\/281\/1796\/20141209.abstract\" target=\"_blank\">doi:10.1098\/rspb.2014.1209<\/a><\/p>\n<p><b>Links<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.geomar.de\" target=\"_blank\">GEOMAR Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel <\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.futureocean.org\/de\/index.php\" target=\"_blank\">Exzellenzcluster \u201eOzean der Zukunft&#8221;<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.turtle-foundation.org\/\" target=\"_blank\">Turtle Foundation<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sbcs.qmul.ac.uk\/141248.html?utm_expid=39387704-0.8FXlDPgeTX2nstlnVyebGw.1&amp;utm_referrer=http%3A%2F%2Fwww.oceanblogs.org%2Fcapeverde%2F%3Fp%3D378%26preview%3Dtrue\" target=\"_blank\">The School of Biological and Chemical Sciences at the Queen Mary University of London<\/a><\/p>\n<p><b>Ansprechpartner:<\/b><br \/>\nRebecca Scott (GEOMAR, FB3-EV), Tel.: 0431 600-4569, rscott@geomar.de<br \/>\nMaike Nicolai (GEOMAR Communication &amp; Media) Tel.: 0431 600-2807, mnicolai@geomar.de<\/p>\n<div class=\"news-single-additional-info\">\n<dl class=\"news-single-related\">\n<dt>In Verbindung stehende Artikel:<\/dt>\n<dt><a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/news\/article\/einmal-gelernt-nie-vergessen\/\" target=\"_blank\">Einmal gelernt, nie vergessen<\/a><\/dt>\n<dt><a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/news\/article\/zurueck-in-die-heimat\/\" target=\"_blank\">Zur\u00fcck in die Heimat<\/a><\/dt>\n<dt><a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/news\/article\/beobachtungsplattform-meeresschildkroete\/\" target=\"_blank\">Beobachtungsplattform Meeresschildkr\u00f6te<\/a><\/dt>\n<\/dl>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftler verfolgen Meeresschildkr\u00f6ten-Babys mit winzigen Sendern 23.10.2014\/Kiel. 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