{"id":372,"date":"2013-02-21T18:48:00","date_gmt":"2013-02-21T18:48:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/?p=372"},"modified":"2013-09-05T13:45:49","modified_gmt":"2013-09-05T13:45:49","slug":"die-schonsten-forschungsgerate-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/2013\/02\/21\/die-schonsten-forschungsgerate-der-welt\/","title":{"rendered":"Die sch\u00f6nsten Forschungsger\u00e4te der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Ein Fotograf erkl\u00e4rte uns einmal: Wenn Ihr Forschungsger\u00e4te danach entwickeln w\u00fcrdet, dass sie optisch gut r\u00fcberkommen \u2013 sie w\u00fcrden genauso aussehen wie Eure Mesokosmen. Nach einem sonnigen Arbeitstag auf dem Gullmarfjord kann ich seine Begeisterung wieder einmal bestens nachvollziehen. Wir haben die sch\u00f6nsten Forschungsger\u00e4te der Welt!<\/p>\n<p>Im Licht der tief stehenden Wintersonne heben sich die Schwimmk\u00f6rper knallorange von der blauen Wasseroberfl\u00e4che ab. Dazwischen schimmern milchig die Kunststoffs\u00e4cke \u2013 die eigentlichen \u201eReagenzgl\u00e4ser\u201c f\u00fcr die Experimente zur Ozeanversauerung. Die mit Spikes besetzten Kunststoffkuppeln, die das Innere vor Regenfall und M\u00f6wenschiss sch\u00fctzen, blitzen mit jedem Sonnenstrahl. Und der Fjord ist so klar, dass man die Pylone bis zum Ende in die Tiefe verfolgen kann. Wasserspiegelungen, das Nebeneinander der Leinen, die Kollegen in ihren hellroten \u00dcberlebensanz\u00fcgen und immer wieder neue Perspektiven auf die zehn \u201eMesos\u201c zwischen den Sch\u00e4ren \u2013 ich kann nicht mehr z\u00e4hlen, wie viele Bilder ich bereits aufgenommen habe.<\/p>\n<div style=\"width: 193px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2013\/08\/2013-02-20_81kl_KOSMOS2013_MN.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"KOSMOS 2013 Gullmar Fjord, Kristineberg, Schweden\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2013\/08\/2013-02-20_81kl_KOSMOS2013_MN-300x207.jpg\" width=\"183\" height=\"126\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Regelm\u00e4\u00dfige Probennahmen zeigen, wie sich die Planktongemeinschaft in den Mesoksomen entwickelt.<\/p><\/div>\n<p>Aber es gibt auch andere Momente. Da pfeift der Wind eiskalt aus Osten, da gefriert jeder Wasserspritzer zu Eis, da erstarren die Finger binnen Minuten. An solchen Tagen ist die wissenschaftliche Erkenntnis hart erk\u00e4mpft. Und manch einer mag sich fragen: Warum das alles? Warum jetzt und hier?<\/p>\n<p>In diesem Jahr gilt es, die Entwicklung der Planktongemeinschaft im Fjord von der ersten Planktonbl\u00fcte im Winter bis in den Sommer hinein zu beobachten. In dieser Zeit durchlaufen die einzelnen Arten hunderte Generationen, und verschiedene Arten-zusammensetzungen wechseln sich ab. Welche Unterschiede ergeben sich, wenn zu Beginn des Jahreszyklus mehr Kohlendioxid im Wasser gel\u00f6st ist? Welche Arten setzen sich durch? Passen sie sich durch Evolution an die neuen Verh\u00e4ltnisse an? Was bedeuten die Ver\u00e4nderungen f\u00fcr den Stoff- und Energieaustausch im Wasser und die Produktion klimaaktiver Gase? Nachdem fr\u00fchere Experimente die Reaktionen einzelner Arten auf die Ozeanversauerung untersucht haben, etwa die Kalkalge Emiliania huxleyi, die Fl\u00fcgelschnecke Limacina helicina oder Cyanobakterien, will nun ein ganzes Fragenb\u00fcndel zum Wandel in der Planktongemeinschaft beantwortet werden.<\/p>\n<div style=\"width: 196px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2013\/08\/2013-02-21_145kl_KOSMOS2013_MN.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"KOSMOS 2013 Gullmar Fjord, Kristineberg, Schweden\" src=\"http:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2013\/08\/2013-02-21_145kl_KOSMOS2013_MN-300x207.jpg\" width=\"186\" height=\"128\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Optisch mindestens ebenso eindrucksvoll wie die Mesokosmen selbst: Die &#8220;Spinne&#8221; f\u00fcr die Zugabe von kohlendioxid-haltigem Wasser.<\/p><\/div>\n<p>Die Mesokosmen sind hervorragend daf\u00fcr geeignet, Entwicklungen im nat\u00fcrlichen Umfeld zu verfolgen \u2013 und selbstverst\u00e4ndlich nicht nur fotogen! Wenn ihre S\u00e4cke nach dem Aussetzen heruntergelassen werden, stechen sie eine 55 Kubikmeter gro\u00dfe Wassers\u00e4ule mit allen darin befindlichen Kleinstlebewesen aus. Die isolierte Gemeinschaft erlebt die selben Temperatur- und Lichtverh\u00e4ltnisse, wie sie au\u00dferhalb der Mesokosmen herrschen. Nur der Kohlendioxid-Anteil im Wasser \u00fcbersteigt den heutigen in einigen Mesokosmen. Zudem ist der Salzgehalt, auf dem das Experiment aufbaut, nur eine Momentaufnahme \u2013 denn der Gullmarfjord ist je nach Wind und Str\u00f6mung mal von brackigem Ostseewasser und mal von salzhaltigerem Nordatlantikwasser gef\u00fcllt. Und genau das haben wir vor einigen Tagen in die Mesokosmen eingeschlossen.<\/p>\n<p>Wer Ver\u00e4nderungen von Anfang an beobachten will, der muss bei Minusgraden raus auf den Fjord. Er wird mit knalligen Farben und \u2013 manchmal \u2013 \u00fcberraschend warmen Sonnenstrahlen belohnt.<\/p>\n<div>By Maike Nicolai<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Fotograf erkl\u00e4rte uns einmal: Wenn Ihr Forschungsger\u00e4te danach entwickeln w\u00fcrdet, dass sie optisch gut r\u00fcberkommen \u2013 sie w\u00fcrden genauso aussehen wie Eure Mesokosmen. Nach einem sonnigen Arbeitstag auf dem Gullmarfjord kann ich seine Begeisterung wieder einmal bestens nachvollziehen. Wir haben die sch\u00f6nsten Forschungsger\u00e4te der Welt! Im Licht der tief stehenden Wintersonne heben sich die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":181,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-372","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=372"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":373,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions\/373"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/media\/181"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oceanblogs.org\/KOSMOS2013\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}