Der erste Arbeitstag – First work day

[English version see below]

Nachdem wir die letzten zwei Tage gegen Windstärken von 7 – 8 Beaufort angefahren sind und ordentlich durchgeschüttelt wurden, haben wir unser erstes Arbeitsgebiet, das Sula-Riff, bei nun relativ ruhigem Wetter erreicht. Die ersten noch nicht ganz seefesten Mitfahrer kommen langsam wieder aus ihrer Koje und auch die Sonne begrüßt uns hier im Offshore-Gebiet vor Trondheim mit milden 15°C Lufttemperatur. Perfektes Wetter, um direkt mit unserem Programm los zu legen! Dies beinhaltet zunächst ein JAGO-Handhabungstraining vor allem für die Decksbesatzung, die unser wichtigestes Forschungsequipment dieser Reise, das Tauchboot JAGO, mit vereinten Kräften und mithilfe des Schiffskrans ausbringen und wieder einholen müssen. Nachdem das für alle Parteien (Matrosen, Bootsmann, JAGO-Team) zufriedenstellend veranschaulicht und geübt wurde, ging es auch direkt schon los mit einer unserer Hauptaktionen während dieser Reise, nämlich dem Ausbringen von sogenannten CUBE-Systemen, mit denen wir in situ, also direkt im Habitat, Sauerstoffverbrauchsraten von Korallenkolonien ermitteln wollen.

JAGO Training bei Sonnenschein in Sula. (Foto: Janina Büscher)

Auf die CUBE-Systeme und die geplanten Messungen wird Doktorandin Sandra Maier vom NIOZ (Königlich Niederländisches Institut für Meeresforschung), die diese in situ Messysteme mitgebracht hat, in den kommenden Tagen noch genauer eingehen. Hier sei erst einmal nur gesagt, dass das Aussetzen dieser CUBEs für alle Beteiligten sehr aufregend war, da wir alle so etwas noch nie gemacht haben. Ausgebracht wurden unsere zwei CUBEs nacheinander mithilfe der CTD-Rosette (Messinstrument zur Bestimmung der Tiefe, der Temperatur und des Salzgehalts), an die jeweils ein CUBE (= Würfel) unterhalb angebracht und mitsamt des ganzen Gestells nah an den Boden heruntergelassen wurde, natürlich etwas außerhalb des Korallenriffs. Außerdem wurden an das CTD-Gestell zwei Auslöser angebracht, die durch ein akustischen Signal eine Leine „loslassen“ und somit der CUBE von der CTD auf den Meeresboden „fallen“ lässt.

Sandra Maier beobachtet, wie der erste CUBE mit Hilfe des Wasserschöpfergestells zu Wasser geht. (Foto: Janina Büscher)

Die nächste Aufgabe bestand nun darin, die CUBEs mit JAGO wieder zu finden, aufzurichten und einen davon mit einem Korallenfragment auszustatten. Das Wiederfinden war tatsächlich schon schwieriger als erwartet, da wir unerwarteten Problemen mit der Navigation gegenüberstanden, die vermutlich durch die intensive Stratifikation in der Sprungschicht in der Sommerzeit verursacht wurden. Nach ungefähr drei Stunden Tauchzeit mit JAGO, wo normalerweise bereits das Wiederauftauchen vorbereitet wird, tauchten die CUBEs dann aber endlich vor unserem Fenster auf und die Erleichterung darüber hat die aufkeimenden Zweifel wieder hinweg gespült und Euphorie bei Tauchboot-Pilot Jürgen Schauer und mir als Tauch-Passagier hervorgerufen. Sodann haben wir uns daran gemacht, die CUBEs aufzurichten, was unter Wasser mit den ungleichmäßig schweren CUBEs eine Herausforderung darstellte für den feinen Manipulatorarm von JAGO. Aber auch das hat Jürgen nach einer Weile gemeistert und wir konnten uns mit einem Knoten, den JAGO in der Lage ist eigenständig zu fahren, auf den Weg zu lebenden Korallen machen um ein Fragment für eine in situ Inkubation in dem CUBE zu sammeln. Als das geschafft und die Koralle in einen der CUBEs eingesetzt war, konnten wir die Messung durch das Ziehen eines Hebels an jedem der beiden CUBEs starten und ab dem Zeitpunkt sollten die CUBEs autonom für 24 Stunden Daten aufzeichnen. Ein guter Indikator, dass die Messung geklappt hat, war dabei der Rotor in den CUBEs, der sich bei Aktivierung der CUBEs angefangen hat zu drehen. Nach insgesamt über 7 Stunden Tauchgang sind Jürgen und ich dann etwas erschöpft, aber zufrieden wieder an Bord gekommen.

Tauchbootpilot Jürgen Schauer und ich in JAGO nach unserer erfolgreichen Mission des CUBE-Aussetzens. Foto: Janina Büscher

Das war der längste Tauchgang, den ich bisher mitgemacht habe. Bei 7°C Wassertemperatur um einen herum wird das mit der Zeit doch recht kühl und so schön jeder Tauchgang auch ist, war ich am Ende doch froh, die Aufgabe erfolgreich erledigt zu haben und wieder hoch ins Warme zu kommen.

Janina Büscher

 

After being joggled thoroughly the last two days due to strong winds of 7 – 8 Beaufort on our way up north towards our first work area, the Sula Ridge, we arrived at station with quite nice and calm weather conditions. The first not yet quite seaworthy scientists leave their bunks again and even the sun is welcoming us offshore of Trondheim with mild 15°C air temperature. It is perfect weather to start our research programme. The first thing we must do is handling training of our main research equipment for this cruise, the research submersible JAGO. The training is particularly important for the ship’s crew on deck, who have to deploy JAGO and recover it from the sea by means of the ship’s crane and a lot of manpower. Only when all parties, the deck crew, the bosun, and the JAGO team are satisfied, will JAGO be deployed.

JAGO handling training at Sula with beautiful sunshine. Picture: Janina Büscher

After practising the JAGO deployment, our first research objective to tackle is the deployment of so-called CUBE systems, which are designed to measure oxygen consumption rates of coral colonies in situ, i.e. in their own habitat. The CUBE systems and the planned measurements with them will be explained by PhD student Sandra Maier from NIOZ (Royal Netherlands Institute for Sea Research), who brought the CUBE measurement instruments, in the coming days. Here I just want to mention that the deployment of the CUBEs was very exciting for everyone, since none of us has done that so far with such fragile research equipment. Two CUBEs were deployed one after another with a little distance away from, but still close to the coral reef by means of hanging them below the CTD (a water sampling instrument attached to long cable). The CTD worked as a frame to bring the CUBEs close to the seafloor, where they were released by means of an acoustic release attached to the CTD.

Sandra Maier observes how her first CUBE is deployed into the water. Picture: Janina Büscher

The next challenge was then to find the CUBEs with JAGO, to upright them, set them in the right position and place a coral fragment inside one of the CUBEs. Finding the CUBEs however, was quite a challenge as we were facing unexpected problems with the navigation, probably due to the strong stratification of the thermocline that deflects our signal. After about 3 hours diving time, which is usually the time when preparation for surfacing would begin, the CUBEs suddenly appeared in front of our window. The relief of having found them brought new enthusiasm to the JAGO pilot Jürgen Schauer and me, so that we immediately started to turn the CUBEs upright. This was a difficult task for the pilot due to the unbalanced weight of the CUBEs, which had to be lifted using the delicate manipulator arm of JAGO. However, Jürgen managed very well in the end and we headed towards the coral reef as quickly as possible (with 1 knot speed JAGO is capable of driving) to collect a coral fragment for an in situ incubation in the CUBE. After this was accomplished, we started the experimental measurements by pulling a handle on the CUBEs. From this point onwards the measurements will run for 24 hours autonomously. A stirring mechanism inside the CUBEs keeps the water well mixed during the experiment. A good indication that the CUBE had started working was that the stirrer started to spin after activation. After 7 hours of total dive time Jürgen and I were back on board – exhausted, but satisfied.

JAGO pilot Jürgen Schauer and me after our successful mission of CUBE deployment. Picture: Janina Büscher

This was the longest dive I have done so far with JAGO. At 7°C of the surrounding water it becomes quite chilly after a while and as wonderful and fascinating every dive with our little yellow submersible is, in the end I was very glad to have successfully achieved our goals and to be back in the warmth up on the vessel.

Janina Büscher

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