Neuer Zweitwohnsitz: Das Labor

(Beitrag von Janina und Karla, Schülerinnen aus Lübeck und Nuthetal)

 

Mittwoch, 13.09.2017

Heute waren die meisten Gruppen im Labor (Haus C), sowie teilweise im Schülerlabor. Bei den Untersuchungen mit Makroalgen ging es mit zahlreichen Messungen und Experimenten weiter. Grob gesagt wurden die Fantastic Four Algae (Chondrus, Fucus, Mastocarpus & Sargassum) auf ihre Nährstoffaufnahme, ihre Photosynthese und ihre Zellatmung getestet.

Vorbereitete Proben verschiedener Algen

Dies geschah mit allerhand merkwürdigen Apparaturen, welche Ammonium, Phosphat und Nitrat, sowie Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid detektieren konnten.

Bestimmung der Nährstoffgehalte des Wassers

Eine Überraschung gab es beim selbstgestalteten Experiment mit Mikrowelle und Gefrierfach: Die Algen des Meersalates, die am längsten der Strahlung/der Kälte ausgesetzt gewesen waren, haben anschließend am meisten Sauerstoff produziert. Erklärung? – Leider überfragt, aber offen für Vorschläge!

Proben des Strandsandes vor der Untersuchung auf Mikroplastik

Währenddessen ging es bei der Müllgruppe darum, das bereits dekantierte (ja, das heißt wirklich so) Mikroplastik zu messen. Dazu musste jedes Teilchen unter Einsatz aller geistigen und körperlichen Fähigkeiten einzeln mit einem Infrarotspektrometer untersucht werden. Nach ein paar Stunden wurde dann jedes Plastikpartikel als persönlicher Lebenserfolg gewertet. Wer sich gerade nicht an dieser Tätigkeit erfreute, prüfte derweil das etwas größere Mikroplastik unter einem Binokular oder wertete den gesammelten Müll vom Müllmonitoring aus. Außerdem wurde, wenn auch erfolglos, versucht, ein anderes Verfahren zum Extrahieren des Mikroplastiks aus Sediment zu entwickeln.

Bei Sturm zeigt sich Helgoland von einer ganz anderen Seite.

Kurz unterbrochen wurden die Experimente und Messungen aller Gruppen von einer “Sturmwanderung” am Nachmittag. Das Sturmtief “Sebastian” hatte sich schon am Vorabend angekündigt, und die Insel war von der Außenwelt abgeschnitten, da alle Fähren ihren Betrieb eingestellt hatten. Von der landgeschützten Ostseite gingen wir gen Westen in die Nähe des Kringels. Völlig durchnässt aber mit um so mehr Spaß lehnten wir uns gegen den Wind oder sprangen auch mal in die Luft, was dem Fliegen fast schon nahe kam. Auf dem Rückweg liefen wir auch glatt noch an einem umgekippten Briefkasten vorbei. Apropos Sturm: Tags darauf erfuhren wir von Handwerkern im Mielck-Haus, dass der Sturm auf dem Oberland bis zu 12 Windstärken gehabt haben soll und anscheinend die Fassade der Schule mitgerissen hat.

Beim Klima-Rollenspiel wurde engagiert diskutiert.

Abends ging es dann um das Thema „Climate Engineering“. In einer Mischung aus Vortrag und Rollenspiel erfuhren wir mehr über die Möglichkeiten, den Klimawandel zu verlangsamen/verhindern. So konnte dann jeder, egal ob “Landwirt aus Grönland”, “Solarenergieproduzent”, “Kapitän einer russischen Handelsfirma”, “Ölförderer” oder auch “Greenpeace”, seine Meinung zu künstlichen Wolken, Aerosolen in der Luft, sowie zu CO2 in der Tiefsee/im Boden, künstlichen Bäumen oder einer Waldpflanzung in der Sahara vehement vertreten. Darauf folgte ein Planspiel mit getrockneten Bohnen, bei dem Staatenverbünde als Industrienationen, Schwellenländer und die 3. Welt um viel Ertrag und gegen Überflutungen kämpften, das Klima allerdings immer schlechter wurde. Das Spiel endete – passend zum aktuellen Wetter – mit 5 Überflutungen in einer Totalkatastrophe.

Trotz Klimakatastrophe guter Dinge: die Vertreter der “Industrienationen” …

Nachfolgend wurden natürlich noch ein paar Runden Ligretto gespielt und das Staffelfinale der Serie „Stranger Things“ geschaut.  Danach ging es dann geschlossen ins Bett, um genug Schlaf für Donnerstag zu sammeln.

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