Melly Potter und die Kammer des Steffens

Letzte Vorbereitungen am Kranzwasserschöpfer vor dem Einsatz. Jede der 12 Flaschen fasst 10 Liter Wasser, und kann ferngesteuert in individuell festgelegten Tiefen geschlossen werden. So können Wasserproben aus bis zu 12 Tiefen in einem Hol gewonnen werden. Photo: M. Heckwolf

Der Wasserschöpfer kommt mit Wasser aus vorher definierter Tiefe zurück an Bord. Photo: M. Heckwolf

Die Ostsee ist durch einen von Ost nach West abnehmenden Salzgradienten charakterisiert, welcher durch Einstrom von salzhaltigem Meerwasser aus der Nordsee und Frischwasser aus den Flüssen der Anrainer aufrechterhalten wird. Aus marinen Lebensräumen ist bekannt, dass der Salzgehalt des Wassers eine Rolle bei der Verbreitung von Organismengemeinschaften spielen kann. Da besondere Anpassungen in der Osmoregulation nötig sind, um in Habitaten verschiedener Salzgehalte zu überleben, können Salzgehaltsgrenzen als Barriere fungieren, die von bestimmten Organismen nicht passiert werden kann.

Gegenstand unserer Forschungsexpedition ist unter anderem im Rahmen einer Kollaboration mit Wissenschaftlern an der Universität von Kaiserslautern die Frage, ob Protisten – die kleinsten eukaryotischen Organismen – diese Salzgehaltsgrenzen innerhalb der Ostsee überwinden können oder nicht. Hierfür werden an Stationen entlang des Salinitätsgradienten während unserer Ausfahrt Wasserproben genommen, die später an Land im Labor auf die Zusammensetzung der Protistengemeinschaft und ihre Häufigkeit untersucht werden.

Die Wasserproben werden zu diesem Zweck direkt an Bord von Steffen und Melanie durch Filtration der Wasserproben über feine Filter und der Fixierung der Proben vorbereitet. Das Ganze in einer (mehr oder) weniger gemütlichen Kühlkammer bei 8°C, verschlossen mit einer schweren Metalltür, was dem Projekt schnell den Spitznamen „Melly Potter und die Kammer des Steffens“ einbrachte.

Trotz des ungemütlichen Arbeitsplatzes sind wir weiterhin begeistert bei der Sache und sehr gespannt was die Auswertungen der Proben ergeben werden.

– Die Alkor Crew –

Filtration der Wasserproben und Konservierung der daraus gewonnenen Protisten. Photo: M. Heckwolf.

Eintritt in die Kammer des Steffens aka Kühlkammer aka Protisten-Filtrierraum. Photo: J. Dierking

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